Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Oschatzer Firma insolvent: Sanierungschance in Eigenregie
Region Oschatz Oschatzer Firma insolvent: Sanierungschance in Eigenregie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 03.02.2016
Derzeit sind in der insolventen Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH 14 fest Angestellte und fünf Lehrlinge tätig. Quelle: Archiv Dirk Hunger
Anzeige
Oschatz

Knapp 16 Jahre nach ihrer Gründung hat die Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wird eröffnet, da die „Schuldnerin zahlungsunfähig ist“.

Angemeldet wurde die Insolvenz durch den Geschäftsführer Frank Jäger. „Ich wurde im November 2015 von den Anteilseignern der Gesellschaft bestellt“, sagt der Bankfachwirt und Unternehmensberater. Dabei sei der Gang ins Insolvenzverfahren klarer Auftrag an ihn gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war Unternehmensgründer Volker Döring bereits aus der Firma ausgeschieden. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind die Prokura von Gabriele und Matthias Döring erloschen. Geschäftsführer Frank Jäger ist jetzt für das Unternehmen alleiniger Zeichnungsberechtigter.

„Mit der Anmeldung der Insolvenz habe ich den Antrag auf Eigenverwaltung gestellt“, erklärt der Diplom-Agraringenieur. Dabei sei die Insolvenzschuldnerin berechtigt, unter Aufsicht eines Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten und über diese zu verfügen. Ziel sei, das Unternehmen nach Möglichkeit zu sanieren. Dies sei rechtlich möglich. „Der Erhalt eines Unternehmens ist jetzt ausdrücklich als Ziel benannt. Früher stand im Vordergrund, die Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen“, erläutert Jäger.

In der Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH gehe die Arbeit derweil weiter. „Wir produzieren voll umfänglich“, erklärt der Sanierungsgeschäftsführer. In seiner Tätigkeit bei der Dresdener Conview Consult habe er schon mehrfach Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger Lage beraten und selbst geführt. Jäger war mehrere Jahre mit der Finanzierung mittelständischer Unternehmen bei einer Großbank beschäftigt. Ab 2000 war er betriebswirtschaftlicher Berater mittelständischer Unternehmen. Seit 2002 ist er selbstständig, als Beratungspartner und Geschäftsführer der Conview-Consult GmbH tätig.

Derzeit seien 14 fest Angestellte und fünf Lehrlinge für das Unternehmen tätig. „So lange wir wirtschaften, halten wir die Auszubildenden“, betont Jäger. Zwei von ihnen hätten in diesem Monat Prüfung. Wenn sie diese erfolgreich absolvieren, würden sie übernommen. Vorsichtiger äußert sich der Geschäftsführer zu Stellenangeboten. „Wir haben Vakanzen, aber ich tue mich damit schwer, beim jetzigen Stand des Verfahrens Entscheidungen über Einstellungen zu treffen“, sagte Jäger. Er hoffe, im März oder April klarer zu sehen, in welche Richtung das Insolvenzverfahren gehen werde. Dann werde es einen Investor oder einen Insolvenzplan geben, also eine Strategie, wie man aus eigener Kraft wieder seine Verpflichtungen erfüllen könne. Die erste Gläubigerversammlung werde am 9. März, 10 Uhr im Amtsgericht Leipzig stattfinden.

Zu den Gründen der Insolvenz der Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH äußerte sich ihr neuer Geschäftsführer sehr zurückhaltend: „Es gibt keine äußeren Faktoren für die Insolvenz.“ Eine Insolvenz war es auch,die sozusagen den Grundstock für das Unternehmen gebildet hatte. Firmengründer Volker Döring hatte bei einer Auktion in großem Stil Maschinen der aus einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) hervorgegangenen und Ende der 1990er Jahre zahlungsunfähigen Gutenberg Metallbau- und Gießereigesellschaft erworben.

Das Amtsgericht Leipzig hat Rechtsanwalt Heiko Kratz aus Leipzig zum Sachwalter in diesem Insolvenzverfahren bestellt. Forderungen sind bei ihm bis zum 8. Februar anzumelden.

Von Axel Kaminski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Um Schullandheim Olganitz sollen ab dem Sommer unbegleitete minderjährige Ausländer aufgenommen werden. Zuvor werden Bauarbeiten im Dachgeschoss des Hauses nötig. Der Antrag dafür ist jetzt gestellt. Unterdessen bittet der Träger um Verständnis im Ort.

02.02.2016

Sowas machen sonst nur Pferde: In Dahlen lassen Züchter ihre Rassekaninchen über Hindernisse hüpfen. Kaninhop heißt der skurrile Sport, der ursprünglich aus Schweden kommt. Selbst Zwerghasen scheinen Spaß am Hoppel-Training zu haben – was der derzeitige Sprungrekord beweist.

02.02.2016

Vier Tage nach dem Brand in dem Strohlager des Gestüts Sachsen in Cavertitz waren jetzt die Brandursachenermittler vor Ort. Wie die Polizei berichtet, werden die Spuren von den Kriminaltechnikern nun ausgewertet. Am Dienstag sollen dann die Ergebnisse vorliegen, die Aufschluss über die Brandursache geben.

01.02.2016
Anzeige