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Oschatzer Firma insolvent: Sanierungschance in Eigenregie

Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH ist zahlungsunfähig Oschatzer Firma insolvent: Sanierungschance in Eigenregie

Die Gerüchteküche brodelte bereits, als Volkmar Döring im vergangenen Jahr als Kandidat bei der Wahl des Cavertitzer Bürgermeisters antrat. Seiner Firma, der Metall- und Maschinenbau GmbH, gehe es nicht gut. Tatsächlich wurde das Insolvenzverfahren über die im Jahr 2000 gegründete Firma am 1. Januar 2016 eröffnet.

Bessere Zeiten: Für das Lehrjahr 2012/13 erhält die Metallfirma von der Agentur für Arbeit ein Zertifikat ein hervorragendes Engagement in der Ausbildung.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Knapp 16 Jahre nach ihrer Gründung hat die Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH Insolvenz angemeldet. Das Verfahren wird eröffnet, da die „Schuldnerin zahlungsunfähig ist“.

Angemeldet wurde die Insolvenz durch den Geschäftsführer Frank Jäger. „Ich wurde im November 2015 von den Anteilseignern der Gesellschaft bestellt“, sagt der Bankfachwirt und Unternehmensberater. Dabei sei der Gang ins Insolvenzverfahren klarer Auftrag an ihn gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war Unternehmensgründer Volker Döring bereits aus der Firma ausgeschieden. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind die Prokura von Gabriele und Matthias Döring erloschen. Geschäftsführer Frank Jäger ist jetzt für das Unternehmen alleiniger Zeichnungsberechtigter.

„Mit der Anmeldung der Insolvenz habe ich den Antrag auf Eigenverwaltung gestellt“, erklärt der Diplom-Agraringenieur. Dabei sei die Insolvenzschuldnerin berechtigt, unter Aufsicht eines Sachwalters die Insolvenzmasse zu verwalten und über diese zu verfügen. Ziel sei, das Unternehmen nach Möglichkeit zu sanieren. Dies sei rechtlich möglich. „Der Erhalt eines Unternehmens ist jetzt ausdrücklich als Ziel benannt. Früher stand im Vordergrund, die Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen“, erläutert Jäger.

In der Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH gehe die Arbeit derweil weiter. „Wir produzieren voll umfänglich“, erklärt der Sanierungsgeschäftsführer. In seiner Tätigkeit bei der Dresdener Conview Consult habe er schon mehrfach Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger Lage beraten und selbst geführt. Jäger war mehrere Jahre mit der Finanzierung mittelständischer Unternehmen bei einer Großbank beschäftigt. Ab 2000 war er betriebswirtschaftlicher Berater mittelständischer Unternehmen. Seit 2002 ist er selbstständig, als Beratungspartner und Geschäftsführer der Conview-Consult GmbH tätig.

Derzeit seien 14 fest Angestellte und fünf Lehrlinge für das Unternehmen tätig. „So lange wir wirtschaften, halten wir die Auszubildenden“, betont Jäger. Zwei von ihnen hätten in diesem Monat Prüfung. Wenn sie diese erfolgreich absolvieren, würden sie übernommen. Vorsichtiger äußert sich der Geschäftsführer zu Stellenangeboten. „Wir haben Vakanzen, aber ich tue mich damit schwer, beim jetzigen Stand des Verfahrens Entscheidungen über Einstellungen zu treffen“, sagte Jäger. Er hoffe, im März oder April klarer zu sehen, in welche Richtung das Insolvenzverfahren gehen werde. Dann werde es einen Investor oder einen Insolvenzplan geben, also eine Strategie, wie man aus eigener Kraft wieder seine Verpflichtungen erfüllen könne. Die erste Gläubigerversammlung werde am 9. März, 10 Uhr im Amtsgericht Leipzig stattfinden.

Zu den Gründen der Insolvenz der Metall- und Maschinenbau Oschatz GmbH äußerte sich ihr neuer Geschäftsführer sehr zurückhaltend: „Es gibt keine äußeren Faktoren für die Insolvenz.“ Eine Insolvenz war es auch,die sozusagen den Grundstock für das Unternehmen gebildet hatte. Firmengründer Volker Döring hatte bei einer Auktion in großem Stil Maschinen der aus einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) hervorgegangenen und Ende der 1990er Jahre zahlungsunfähigen Gutenberg Metallbau- und Gießereigesellschaft erworben.

Das Amtsgericht Leipzig hat Rechtsanwalt Heiko Kratz aus Leipzig zum Sachwalter in diesem Insolvenzverfahren bestellt. Forderungen sind bei ihm bis zum 8. Februar anzumelden.

Von Axel Kaminski

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