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Oschatzer Gaststättensterben: Gerold Katzsche gibt Bergschlösschen auf

Gastronomie Oschatzer Gaststättensterben: Gerold Katzsche gibt Bergschlösschen auf

Gerold Katzsche gibt aus gesundheitlichen Gründen seinen Job als Gastwirt auf und hat seine Gaststätte „Das Bergschlösschen“ geschlossen. Damit fehlt eine weitere gastronomische Einrichtung in der Stadt. Unterdessen will CDU-Stadtrat Albert Pfeilsticker öffentlich über das Gasthaus „Zum Schwan“ diskutieren.

Das Oschatzer Weihnachtswiegen war die Lieblingsveranstaltung von Gastwirt Gerold Katzsche (r.). .
 

Quelle: Sven Bartsch

Oschatz.  Das Gaststättensterben in Oschatz geht weiter. In der vergangenen Woche schloss das „Bergschlösschen“ in der Dresdener Straße seine Pforten – für immer. Inhaber Gerold Katzsche entschloss sich schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen zu diesem Schritt. „Ich bin seit 1992 in Oschatz Wirt. Ich habe erst die ,Schützenwiese’ bewirtschaftet und bin später in das Bergschlösschen gezogen. Ich hatte über viele Jahre treue Stammgäste und gute Lieferanten an meiner Seite“, sagt Gerold Katzsche bedauernd. Er wird sich aus gesundheitlichen Gründen komplett aus der Gastronomie zurückziehen. Die Gaststätte in der Dresdener Straße 57 wurde inzwischen komplett leer geräumt und an die Oschatzer Wohnstätten als Vermieter übergeben.

Ob das Gebäude, in dem sich zuvor ein chinesisches Restaurant befunden hat, jetzt wieder gastronomisch weitergenutzt wird, steht in den Sternen. Gerold Katzsche zumindest würde sich eine Wiederbelebung der deutschen Gastronomie wünschen. Er erinnert sich gern an eine Oschatzer Traditionsveranstaltung zurück, die nach der Wende immer in seinem Lokal stattgefunden hatte – das Oschatzer Weihnachtswiegen. Diese Veranstaltung, die immer zum Frühschoppen des ersten Weihnachtsfeiertages stattfand, setzte schon im vergangenen Jahr aus und wartet ebenfalls auf eine Wiederbelebung.

„Inzwischen kann man in Oschatz die Zahl der deutschen Gaststätten an einer Hand abzählen. Mir fallen da beispielsweise der Gasthof “Zum Schwan“, „Die Klosterklause“, „Die Goldene Höhe“, „Das Lindeneck“ oder auch die Kegelbahn von Naujoks ein, ansonsten ist nicht mehr viel los in Oschatz“, so der ehemalige Wirt vom Bergschlösschen. Doch auch mit den anderen Gaststätte, wie dem Italiener, dem Griechen oder Chinesen bleibt die Zahl der Gaststätten in der 15 000-Einwohner-Stadt gut überschaubar.

Das sah vor gut 100 Jahren in Oschatz noch anders aus. Erst unlängst veröffentlichte der Oschatzer Heimatautor Manfred Schollmeyer ein Buch über die Oschatzer Gaststätten und Kneipen. „Innerhalb meiner Recherchen habe ich festgestellt, dass das Stadtgebiet um 1900 über 16 Cafés, 11 Hotels und 99 Gaststätten verfügte“, so Manfred Schollmeyer bei der Präsentation seines Buches 2013.

Nach Ankündigung durch den Oschatzer CDU-Stadtrat Albert Pfeilsticker werden sich die Oschatzer Volksvertreter in einer ihrer nächsten Sitzungen mit der Oschatzer Gastroszene befassen, speziell geht es Pfeilsticker um das beste Haus am Platze, nämlich um Hotel und Gaststätte „Zum Schwan“. Albert Pfeilsticker via Facebook dazu: „Das Hotel und Restaurant ,Zum Schwan’ hat mittlerweile mehr geschlossen als offen. Möglicherweise gibt es Personalprobleme. Nachdem das Haus von einer „Enkeltochter“ der Stadt betrieben wird, muss ich diesen bedauerlichen Zustand in der nächsten Stadtratssitzung in Oschatz zur Sprache bringen. Als Anhänger der Marktwirtschaft bin ich eh der Auffassung, dass ein so kleines aber anspruchsvolles Haus an ein Ehepaar aus dem Fach längerfristig verpachtet gehört.“

Ob das Thema neben einer Stadtratsdiskussion auch in einer Entscheidung mündet, bleibt abzuwarten. Die Stadt Oschatz hatte das marode Gebäude nach der Wende mit viel Aufwand saniert und wieder nutzbar gemacht.

Von Hagen Rösner

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