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Oschatz Oschatzer Hausärzte am Limit: Junge Mediziner zieht es in Großstädte
Region Oschatz Oschatzer Hausärzte am Limit: Junge Mediziner zieht es in Großstädte
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00:19 24.06.2017
Quelle: picture alliance / dpa
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Oschatz

Patienten, die in Oschatz oder Umgebung einen Allgemeinmediziner oder einen Hausarzt suchen, stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Während in den vergangenen Jahren mehrere Allgemeinmediziner aus Altersgründen aufgaben, sind fast keine neuen Hausarztpraxen dazugekommen.

Der Trend setzt sich fort, denn das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Collm-Klinik muss zum 1. Juli seine Praxis für Allgemeinmedizin in der Collmed GmbH schließen. Der dort praktizierende Mediziner, Dieter Schäfer, wird ausscheiden und derzeit fehlt ein geeigneter Praxisnachfolger.

Geht es nach dem Willen der Geschäftsführung, soll die Praxis für Allgemeinmedizin am Medizinischen Versorgungszentrum erhalten bleiben. In der öffentlichen Mitteilung der Geschäftsführung wird betont: „Die Suche nach einer Nachfolgerin beziehungsweise einem Nachfolger ist aktiv.“ Ein genauer Zeitpunkt, ab dem die Praxis weitergeführt wird, steht nicht fest.

Die etwa zehn praktizierenden niedergelassenen Allgemeinmediziner in Oschatz und im näheren Umkreis gehen inzwischen davon aus, dass die meisten Akut-Patienten in den kommenden Tagen und Wochen mit ihren Akten sich einen neuen Hausarzt suchen müssen und werden. Patienten ohne Beschwerden werden sich mit der Suche nach einem Hausarzt wahrscheinlich etwas mehr Zeit lassen.

Auf die Frage, ob die Patienten von den anderen Hausarztpraxen in Oschatz aufgefangen werden können, sagt Dr. Axel Feyer: „Es wird sich sicherlich ein Weg finden. Aber wir müssen auch berücksichtigen, dass sich in den vergangenen Jahren kein junger Hausarzt in Oschatz niedergelassen hat. Abgesehen von Frau Dr. Wesseler, die allerdings für Frau Dr. Schumann gekommen ist. Wir sind in Oschatz nur deshalb noch recht gut aufgestellt, weil relativ viele Praxen nachbesetzt werden konnten. “ Allerdings arbeiteten die meisten Hausarztpraxen in Oschatz am Limit. „Trotzdem“, so betont Feyer, „wird es für die Patienten aus der Allgemeinmedizinischen Praxis des MVZ eine Lösung geben.“

Offenbar sind auch die Unterstützungsprogramme für junge Absolventen der medizinischen Fakultäten nicht attraktiv genug. Oschatz scheint zu weit abseits zu liegen. „Es ist nach wie vor der Trend zu beobachten, dass sich junge Mediziner lieber in den Großstädten ansiedeln“, so Feyer. Allerdings gilt Oschatz offiziell hinsichtlich der allgemeinmedizinischen Betreuung nicht als unterversorgt. Brisanter schätzt die Kassenärztliche Vereinigung die Situation unter anderem im Torgauer Raum ein. Dort geht man von einer Unterversorgung aus.

„In den nächsten Jahren werden viele Ärzte in den Ruhestand gehen und einen Nachfolger suchen und dies nicht nur im hausärztlichen Versorgungsbereich. Um jungen Ärzten den Einstieg in die vertragsärztliche Versorgung zu erleichtern, hält die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen Angebote rund um das Thema Niederlassung bereit“, heißt es auf der Homepage.

In Nordsachsen hat der Dachverband der Ärzte bereits mehrfach demonstriert, wie die Ansiedlung von neuen Hausärzten ohne die Übernahme einer Bestandspraxis aussehen kann. Weil es in Mügeln Probleme gab, wurde dort von der Kassenärztlichen Vereinigung eine Praxis eingerichtet und ein Mediziner angestellt. Mit der Option, dass der Arzt die Praxis nach einer Frist übernehmen kann. Inzwischen ist die Praxis in der Oschatzer Nachbarstadt so gut etabliert, dass der Arzt zusagte, die Praxis in Eigenregie zu übernehmen.

Von Hagen Rösner

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