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Oschatzer Heimatforscher führt durch Torgauer Sonderausstellung

Oschatzer Heimatforscher führt durch Torgauer Sonderausstellung

Der Oschatzer Robert Schmidt ist nicht nur passionierter Heimatforscher und Autor zahlreicher heimatgeschichtlicher Publikationen. Er gab den "Mittelsächsischen Heimatboten" heraus, eine Zeitschrift, die sich intensiv der Geschichte zwischen Dresden und Oschatz widmet.

Nach seiner Gästeführertätigkeit auf Schloss Hubertusburg und einem Intermezzo auf Schloss Breitungen ist Schmidt jetzt wieder in Nordsachsen angekommen. Derzeit ist er als Ausstellungsvermittler für die Nationale Sonderausstellung "Luther und die Fürsten", auf Schloss Hartenfels in Torgau unterwegs und begeistert.

 

Herr Schmidt, als Geschichtskenner müssen sie ja auf Schloss Hartenfels glücklich sein. Wie sind Sie in Torgau angekommen?

 

Ich habe meine ersten Führungen in der Ausstellung absolviert und habe mich gut in das Ausstellungsthema eingearbeitet. Immerhin muss man über rund 250 hochkarätige Kunstwerke, die ausgestellt sind, Bescheid wissen. Das ist auf der einen Seite eine Herausforderung, auf der anderen Seite ist man hautnah an der Geschichte dran.

 

Wie viele Ausstellungsvermittler sind im Team?

 

Es gibt ungefähr 20 Kollegen. Wir teilen uns die Führungen. Das funktioniert ähnlich, wie damals auf Schloss Hubertusburg. Sicherlich wird die Zahl der Kollegen variieren. Das wird sich in der Praxis zeigen.

 

An wen richtet sich das Angebot der Kunstvermittler?

 

Erst einmal gibt es jeden Tag, außer montags, da ist Ruhetag, drei öffentliche Führungen ohne vorherige Anmeldungen. Aber es gibt auch gebuchte Führungen für Reisegesellschaften wie Geschichts- und Heimatvereine oder Kirchgemeinden, die auf Exkursion gehen. Ich werde diese Woche eine Gruppe von Theologiestudenten führen. Darauf bin ich gespannt, weil schon eine Menge Grundwissen vorhanden ist.

 

Was ist ihr Ratschlag beim Besuch der Ausstellung "Luther und die Fürsten"?

 

Man sollte die Möglichkeit einer Führung durch die Ausstellung annehmen. Wenn man sich die Ausstellung ohne Vermittler anschaut, dann verpasst man was. Das war auf Hubertusburg sehr ähnlich.

 

Wie lange ist man bei einer Führung mit ihnen oder einem ihrer Kollegen unterwegs?

 

Die öffentlichen Führungen dauern meistens eine Stunde oder 90 Minuten. In der Ausstellung kann man eine Stunde unterwegs sein. Wenn dann noch die Schlosskirche oder die kurfürstlichen Gemächer dazu kommen, wird es auch schon länger.

 

Was ist aus ihrer Sicht das merkwürdigste Ausstellungsstück in der Schau auf Schloss Hartenfels? Ich denke an so etwas, wie den Daumen aus dem Oschatzer Ratsarchiv.

 

Also richtig gruslige Sachen sind mir in dieser Ausstellung nicht begegnet. Das gehört auch nicht zum Konzept der Ausstellungsmacher von den Sächsischen Kunstsammlungen Dresden. Auf Hartenfels werden wirklich wertvolle Dinge aus Gold und Edelsteinen, Gemälde oder Bücher gezeigt. Das was mir jetzt einfällt, ist vielleicht der Stiefel von Kurfürst Johann Friedrich, den er bei der Flucht nach der verlorenen Schlacht bei Mühlberg getragen haben soll.

 

Ist das noch Geschichte zum Riechen?

 

Das kann ich nicht sagen. Er steht in einer Glasvitrine. Nein, Spaß beiseite. Es gibt viele Exponate, die eine wirklich erzählenswerte Geschichte haben und deshalb ist es gut, beim Rundgang jemanden an der Seite zu haben, der sich auskennt.

 

Gibt es auch ein Angebot für Kinder?

 

Das ist nicht unbedingt meine Spezialstrecke, aber es gibt ein museumspädagogisches Angebot, dass auch gebucht werden kann. Interview: Hagen Rösner

Rösner, Hagen

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