Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Oschatzer Heimatverein bringt Postkarten-Serie heraus
Region Oschatz Oschatzer Heimatverein bringt Postkarten-Serie heraus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:33 14.01.2016
Mit der Serie „Oschatzer Köpfe“ wird an verdiente Persönlichkeiten der Stadt erinnert. Quelle: privat
Anzeige
Oschatz

Die Postkartenserie „Oschatzer Köpfe“ ist das jüngste Produkt des Geschichts- und Heimatvereins und soll an herausragende Männer und einige Frauen erinnern, die mit der Stadt verbunden werden. „Es handelt sich dabei um Persönlichkeiten, die in Oschatz geboren sind oder hier einmal gelebt und den Namen der Stadt in die Welt getragen haben“, sagte Manfred Schollmeyer bei der Vorstellung der Reihe zum jüngsten Philokartistenstammtisch. Man habe diese Karten anlässlich des 25-jährigen Bestehen des Vereins zusammengestellt, erklärte er. Dabei sei der Fokus auf Personen des 19. und 20. Jahrhunderts gelegt worden.

Manfred Schollmeyer (r.) stellt die Postkartenserie beim Philokartistenstammtisch vor. Quelle: Günther Hunger

Jeweils vier Köpfe sind auf insgesamt sieben Karten verewigt. Neben Namen, Geburts- und Sterbejahr finden sich darauf jeweils auf kurze Angaben zu den Aufgaben, Ämtern und Verdiensten der ausgewählten Personen. Viele davon sind Namensgeber für Oschatzer Straßen. Zum Beispiel Heinrich Karl Eichstädt, nach dem ein Teil der Promenade benannt ist. „Das ist für mich wissenschaftlich der bedeutsamste Oschatzer“, gestand Schollmeyer. Der 1771 geborene Philologe war Rektor der Universität in Jena und erlangte durch seinen Briefwechsel mit Johann Wolfgang von Goethe Bekanntheit, sagte er. 1839 haben die Oschatzer Stadträte Eichstädt zum Ehrenbürger gemacht.

Natürlich fehlen bei der Auswahl weder Magister-Hering noch der Oschatzer Sparkasse-Gründer Schmorl, Bürgermeister Robert Härtwig oder Ambrosius Marthaus, der 1834 die Oschatzer Filzfabrik gründete. Aber auch weniger bekannte Oschatzer haben es auf die Karten geschafft. Einer von ihnen ist Ludwig Theodor Zöllner, der 1796 in Oschatz geboren wurde. „Er ist relativ unbekannt“, räumte Manfred Schollmeyer ein. Doch ein Blick auf den Mann lohne: „Er hat die meiste Zeit in Dresden gelebt und gilt als einer der bedeutendsten Lithografen des 19. Jahrhunderts.“ Arbeiten von Zöllner finden sich heute bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden oder im Fine Arts Museum von San Francisco. Ein Beispiel für einen jüngeren Oschatzer Kopf nannte Schollmeyer auch: Emil Richter (1855 bis 1905). Der Buchbinder, Papierhändler und Verleger war zwar gebürtiger Freiberger, kam aber schon bald als Geschäftsmann nach Oschatz und hatte Läden in Lutherstraße und Altoschatzer Straße sowie eine Buchbinderei in der Rosmarinstraße.

Nur drei Frauen haben es auf die Postkarten des Geschichtsvereines geschafft. Zwei davon, Auguste, Therese Bieger und Wilhelmine Nuster, haben im 19. Jahrhundert die Wollwarenfabrikation in Oschatz mitbegründet. Außerdem wird an Gertrud Ludwig erinnert. „Sie hatte sich mit dafür eingesetzt, dass Oschatz bei Kriegsende kampflos an die Alliierten übergeben“, blickte Manfred Schollmeyer auf das Engagement der Ehrenbürgerin zurück, die 2001 in Berlin verstorben ist.

Die Postkartenreihe „Oschatzer Köpfe“ ist für 4,50 Euro in der Buchhandlung Roscher, dem Stadt- und Waagenmuseum sowie in der Oschatz-Information erhältlich.

Von Jana Brechlin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Noch stehen rund um den Feuerlöschteich im Cavertitzer Ortsteil knapp 30 Bäume, zumeist Nadelgehölze. Bevor Sanierung des Teiches erfolgt, die als Maßnahme aus Programm zur Beseitigung der Schäden des Hochwassers 2013 gefördert wird, müssen die Bäume jedoch verschwinden.

14.01.2016

Sie lassen die Herzen vieler kleiner und großer Eisenbahner höher schlagen – Lokomotiven und Modellhäuser in Miniaturformat. Jens Graul, Angestellte des Stadtmuseums und geübter Modellbauer, plant den Nachbau seiner Arbeitsstelle, der Kirche und Häuser am Marktplatz in Oschatz. In zwei Jahren will der Tüftler damit fertig sein und sein Werk ausstellen.

17.01.2016

Sophie und Ben sind die beliebtesten Vornamen. Sie wurden am meisten für neue Erdenbürger in der Region Oschatz vergeben. Eltern entscheiden sich wieder für alte Namen. Am Ende der Oschatzer „Top 30“-Liste stehen Aurelia und Billy. Diese Namen tragen jetzt jeweils ein neuer Erdenbürger. Und es gibt weniger „exotische“ Vornamen, als in den Jahren zuvor.

14.01.2016
Anzeige