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Oschatzer Hobby-Gärtner ärgert sich über Dachsbesuche und Rasenschäden

Nächtlicher Streifzug Oschatzer Hobby-Gärtner ärgert sich über Dachsbesuche und Rasenschäden

Trotz hoher Population in Sachsen bekommt man den nachtaktiven Dachs nur selten zu Gesicht. In einer Oschatzer Gartensiedlung treibt der Räuber jedoch seit drei Wochen sein Unwesen und hinterlässt deutliche Spuren.

Mit einer Lebendfalle will Gärtner Wolfgang Schneider (79) den Dachs in seinem Garten fangen.

Quelle: Anton Zirk

Oschatz. Wolfgang Schneider verbringt viel Zeit in seinem Garten. Seit 1990 kümmert er sich fast täglich um das 600 Quadratmeter große Stück Grün hinter seinem Haus. Der Rasen ist sorgsam gestutzt, Blumen gedeihen an den Rändern und auf der Leine trocknet die Wäsche im Sonnenschein. Doch seit drei Wochen stört ein ungebetener Gast die Kleinstadtidylle, gräbt Löcher und hinterlässt braune Flecken an den Stellen, wo vorher saftiger Rasen die Erde bedeckte. „500 Quadratmeter sind mindestens schon betroffen“, klagt Schneider. Einen Übeltäter hat der Rentner auch schon unter Verdacht: „Ich habe ihn noch nicht gesehen und kann es deshalb auch noch nicht beweisen, aber ich bin sicher, dass es sich um einen Dachs handelt“, sagt der 79-Jährige.

„Das Tier ist in Sachsen relativ häufig anzutreffen“, bestätigt Ralf Mäkert, Mitarbeiter des Naturschutzinstituts Region Leipzig. Laut der Roten Liste der Wirbeltiere von Sachsen gilt der Dachs im Freistaat als ungefährdet und darf nach dem Jagdrecht ganzjährig bejagt werden – ein Hinweis auf eine große Population. Meldungen über Dachse in Gärten oder Wohnsiedlungen seien jedoch selten.

Flatterband soll Dachs abhalten

Die in seinem Garten hinterlassenen Spuren sprechen, so Schneider, eindeutig für das Raubtier mit dem markanten schwarz-weißen Kopf. „Ich habe Mitarbeitern eines Bau- und Gartenmarkts RHG mein Problem geschildert. Da war schnell klar, womit wir es zu tun haben“, sagt Schneider. Wo der Dachs nach 27 Jahren plötzlich herkommt, glaubt der Rentner auch zu wissen: „In der Nähe werden seit einiger Zeit Sportplätze gebaut.“ Dabei seien womöglich gleich mehrere Tiere in die angrenzenden Gärten vertrieben worden. „Das kann die Ursache sein, ist aber nicht ohne Weiteres zu beweisen“, sagt Mäkert vom Naturschutzinstitut.

Schneider hat mittlerweile genug von den nächtlichen Besuchen. Den Gartenzaun hat er schon ausgebessert. Zudem ist knapp über dem Boden rot und weiß gestreiftes Flatterband rund um die Rasenstücke gespannt. „Ich habe gelesen, dass die Flattergeräusche den Dachs fernhalten sollen und bisher gibt es auf den umzäunten Flächen auch keine neuen Spuren“, erklärt Schneider. Doch damit nicht genug. Rolf Prochazka zeigt Verständnis für die Sorgen des Hobby-Gärtners und sorgte dafür, dass eine Lebendfalle aufgestellt wird: „Das hat ein sachkundiger Mitarbeiter übernommen, der einen Jagdschein besitzt“, sagt der Leiter des Oschatzer Bauhofs. Zugeschnappt hat die Falle bisher jedoch nur bei Katzen. „Die habe ich natürlich wieder freigelassen“, versichert Schneider. Der Dachs gibt sich hingegen zurückhaltend.

Bis zu 20 Kilogramm schwer

Das Aufstellen einer Lebendfalle und die Umsiedlung ist eine sinnvolle Möglichkeit, so Mäkert. Im Zweifel könne man auch den zuständigen Jäger beauftragen. Der Dachs ist ausgewachsen fast einen Meter lang und bringt bis zu 20 Kilogramm auf die Wage. Dafür braucht er viel von seiner Lieblingsspeise: Regenwürmer. Die gräbt er mit langen Klauen aus dem Boden aus – zum Leidwesen von Wolfgang Schneider. Zumindest zeigen die jüngsten Maßnahmen Wirkung. „In den vergangenen Nächten hat er es nicht in meinen Garten geschafft. Leider klagt jetzt ein Nachbar über erste Schäden“, sagt Schneider.

Von Anton Zirk

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