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Oschatzer Jägern fehlt die Alternative zur Bleimunition

Oschatzer Jägern fehlt die Alternative zur Bleimunition

Weidmänner sind bei Wind und Wetter in der Natur. Viele Stunden verbringen sie nicht selten erfolglos auf Hochsitzen, um sich am nächsten Tag die Klagen von Landwirten über vom Schwarzwild heimgesuchte Maisschläge anhören zu müssen.

Jährlich werden in Nordsachsen fast 2000 Wildschweine erlegt. Jäger befürchten jedoch, dass sich die Populationen weiter ausbreiten werden.

Quelle: Dirk Hunger

Jetzt hat der Gesetzgeber die aktuellen Erfordernisse berücksichtigt und die Rahmenbedingungen angepasst.

 

Das neue Jagdgesetz erleichtert Rainer Krause, dem Vorsitzenden des Kreisjagdverbandes Oschatz, sowie den anderen Weidmännern die Jagd nur bedingt. Eher erschwert wurde sie in einem ganz konkreten und noch dazu elementaren Bereich, nämlich bei der Munition. Diese darf mit Rücksicht auf den Seeadler und allgemein zur Schonung der Umwelt nun kein Blei mehr enthalten. Damit steht die Zunft vor einem großen Problem. "Bleimunition gewährleistet, dass ein Tier schnell und so schmerzlos wie nur möglich erlegt werden kann", erläutert Krause.

 

Eine Alternative ist leichtere Munition. "Die etwa aus Kupfer verlässt die Mündung zwar schneller, hat aber dafür beim Auftreffen auf das Tier eine geringere Geschwindigkeit."

 

Außerdem habe Bleimunition die Eigenschaft, sich beim Eindringen in den Körper des Tieres deutlich stärker als andere Materialien zu verformen und garantiert damit einen schnellstmöglichen Tod. Die Folgen benennt Krause ohne Umschweife. "Es fehlt im Moment schlicht und einfach alternative Munition, mit der Wildtiere weidgerecht erlegt werden können", so der Schmorkauer. Er kritisiert, dass der Gesetz-geber ganz offensichtlich in einer sehr naiven Art und Weise der Tierschutzlobby nachgegeben habe, obgleich der Seeadler nur ganz vereinzelt im Freistaat vorkomme und mögliche Vergiftungserscheinungen mit Blei noch nicht einmal nachgewiesen seien.

 

"Sachsen ist in diesem Bereich ohne Not vorgeprescht mit der Folge, dass Tieren mehr Schmerzen zugefügt werden, sich der Aufwand beim Nachsuchen von angeschossenem Wild erhöhen und die Jagd im Allgemeinen erschwert wird", so der 63-jährige Vorsitzende des Oschatzer Kreisjagdverbandes.

 

Er bringt noch weitere Kritik an der Novellierung des Gesetzes an. "Dass etwa Nachtsichttechnik noch immer nicht zugelassen ist, geht an den jagdlichen Erfordernissen vorbei, obwohl es auch viele Jäger gibt, die diese technische Neuerung ablehnen", meint er. Die Rottenstrukturen seien beim Schwarzwild vollkommen durcheinander geraten.

 

Mittlerweile kämen Frischlinge fast das gesamte Jahr über zur Welt, weil im täglichen Jagdbetrieb und insbesondere bei Drückjagden wiederholt auch Leitbachen zur Strecke gebracht werden. So habe sich das Schwarzwild auf die intensive Bejagung "eingestellt".

 

"Es weicht dem Jagddruck aus, so dass man es etwa bei Mondlicht kaum noch vor das Gewehr bekommt." Der Jäger sei hier klar im Nachteil. "Verglichen mit einem Wildschwein bewegt sich der Jäger blind und taub durch die Nacht, weshalb Nachtsichttechnik zumindest ein Stück weit helfen würde, diese Nachteile auszugleichen."

 

Dies sei erforderlich, weil dem Schwarzwild weidmännisch kaum noch beizukommen sei. "Eine jährliche Strecke von 2000 Tieren ist in Nordsachsen keine Seltenheit, und die Tendenz ist eher noch steigend", so Rainer Krause. Umso wichtiger seien Weidmänner, die bestens vorbereitet an ihre Arbeit gehen können. In diesem Bereich ist laut dem Oschatzer Verbandsvorsitzenden die Novellierung hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben. Aber: "Nach der Novellierung kann ein Jäger sofort nach Erhalt seines Jagdscheines ein Jagdgebiet pachten, während er bisher mindestens drei Jahre Erfahrungen sammeln musste.

Roger Dietze

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