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Oschatz Oschatzer Journalistin fiebert mit Schatzsuchern des Goldzuges in Polen
Region Oschatz Oschatzer Journalistin fiebert mit Schatzsuchern des Goldzuges in Polen
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15:00 20.08.2016
Gabi Liebegall Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz/Wermsdorf

Die Suche nach dem legendären Zug mit Nazi-Gold in Polen dauert an. Eine, die diese Arbeiten aufmerksam verfolgt, ist Gabi Liebegall. Die langjährige OAZ-Redakteurin, die ihr Berufsleben beendet hat und mittlerweile zu Hause ihre Altersteilzeit genießt, hat mit dem Wermsdorfer Manfred John jahrelang zum Thema Beutekunst recherchiert und darüber ein Buch geschrieben („Gebunkerte Geheimnisse“). Was von den Ausgrabungen in Polen zu halten ist und warum so eine Schatzsuche nach wie vor die Menschen elektrisiert, darüber spricht sie im OAZ-Interview.

Gabi Liebegall Quelle: Dirk Hunger

Was halten Sie von der Suche nach dem Zug zwischen Breslau und Waldenburg?

Ich verfolge die Berichterstattung aufmerksam und finde es toll, dass die Akteure dort so viel Unterstützung bekommen, dass sie ihre Suche voraussichtlich sogar zum Ende bringen können. Dafür braucht man viel, viel Geld, aber auch die Hilfe von Behörden.

Glauben Sie, dass das Deutsch-Polnische Team tatsächlich etwas findet?

Ich denke schon. Es ist sicher kein Zufall, dass ausgerechnet dort gegraben wird. Ich vermute, hier hat jemand, der vielleicht Augenzeuge oder anderweitig involviert war, sein Schweigen gebrochen – vielleicht um sein Gewissen zu erleichtern. Vermutlich gehen die Schatzsucher einem deutlichen Hinweis nach.

Ist es überhaupt realistisch, dass ein ganzer Zug einfach so verschwindet und nach Kriegsende in Vergessenheit gerät?

In den letzten Kriegsmonaten und -Wochen ging es wirklich drunter und drüber, es kamen an manchen Stellen kaum noch Befehle an oder wurden nicht mehr befolgt. Es war ein bisschen ein rechtsfreier Raum, diese chaotischen Zustände damals sind verbrieft. Deshalb kann ich mir auch vorstellen, dass Leute dafür gesorgt haben, dass ein Zug verschwindet, auf dem Kunst gelagert wurde, die sich Nazis illegal angeeignet hatten. Vielleicht gibt es aber auch einen grausigen Leichenfund, weil diese eben auch verschwinden mussten, bevor Russen oder Alliierte dahinter kamen.

Manche vermuten sogar, dass das in Einzelteile zerlegte und in Kisten verpackte Bernsteinzimmer jetzt gefunden werden könnte. Mit diesem verschwundenen Schatz haben Sie sich ja auch einmal beschäftigt.

Theorien dazu gibt es viele, und wenn es jetzt gefunden wird, wäre es auch gut, dann hätte alles einmal ein Ende. Aber egal, ob die Helfer in Polen jetzt einen Zug finden, und egal, was dieser geladen hat – auf jeden Fall wird auf diese Weise ein Stück Geschichte aufgearbeitet. Auch ohne Goldfund wäre ein Rätsel gelöst, weil ein verschwundener Zug wieder aufgetaucht ist. Die Leute erwarten Antworten, und ich finde es gut, wenn sie diese bekommen.

Das klappt aber nicht immer, im Falle der verschlossenen Hohlräume im Schloss Hubertusburg in Wermsdorf, von denen auch im Buch „Gebunkerte Geheimnisse“ die Rede ist, konnte bisher nicht aufgeklärt werden, was sich darin verbirgt.

Bisher ja, aber wir bleiben weiter dran. Unterdessen freue ich mich, wenn es anderswo – wie jetzt in Polen – gelingt, einer Spur so gezielt nachzugehen.

Falls dort nun tatsächlich Kunst oder Goldschätze gefunden werden: Hält es Sie dann noch in Oschatz oder werden Sie zum Ort des Geschehens fahren?

Nein, das muss ich wirklich nicht. Die Berichterstattung dazu läuft, und wenn tatsächlich ein spektakulärer Fund gemacht wird, werde ich das schon nicht verpassen. Mir reicht es, das von zu Hause aus zu beobachten.

Von Jana Brechlin

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