Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 13 ° heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Oschatzer Journalistin fiebert mit Schatzsuchern des Goldzuges in Polen

Geschichte Oschatzer Journalistin fiebert mit Schatzsuchern des Goldzuges in Polen

Die langjährige OAZ-Redakteurin Gabi Liebegall verfolgt aufmerksam die Suche nach dem Nazi-Zug in Polen. Die Journalistin hatte gemeinsam mit dem Wermsdorfer Manfred John zum Thema Beutekunst recherchiert. Sie vermutet, dass die Schatzsucher in Polen einen konkreten Hinweis erhalten haben.

Bisher verläuft die Suche ohne Ergebnis.

Quelle: PAP

Oschatz/Wermsdorf. Die Suche nach dem legendären Zug mit Nazi-Gold in Polen dauert an. Eine, die diese Arbeiten aufmerksam verfolgt, ist Gabi Liebegall. Die langjährige OAZ-Redakteurin, die ihr Berufsleben beendet hat und mittlerweile zu Hause ihre Altersteilzeit genießt, hat mit dem Wermsdorfer Manfred John jahrelang zum Thema Beutekunst recherchiert und darüber ein Buch geschrieben („Gebunkerte Geheimnisse“). Was von den Ausgrabungen in Polen zu halten ist und warum so eine Schatzsuche nach wie vor die Menschen elektrisiert, darüber spricht sie im OAZ-Interview.

Gabi Liebegall

Gabi Liebegall

Quelle: Dirk Hunger

Was halten Sie von der Suche nach dem Zug zwischen Breslau und Waldenburg?

Ich verfolge die Berichterstattung aufmerksam und finde es toll, dass die Akteure dort so viel Unterstützung bekommen, dass sie ihre Suche voraussichtlich sogar zum Ende bringen können. Dafür braucht man viel, viel Geld, aber auch die Hilfe von Behörden.

Glauben Sie, dass das Deutsch-Polnische Team tatsächlich etwas findet?

Ich denke schon. Es ist sicher kein Zufall, dass ausgerechnet dort gegraben wird. Ich vermute, hier hat jemand, der vielleicht Augenzeuge oder anderweitig involviert war, sein Schweigen gebrochen – vielleicht um sein Gewissen zu erleichtern. Vermutlich gehen die Schatzsucher einem deutlichen Hinweis nach.

Ist es überhaupt realistisch, dass ein ganzer Zug einfach so verschwindet und nach Kriegsende in Vergessenheit gerät?

In den letzten Kriegsmonaten und -Wochen ging es wirklich drunter und drüber, es kamen an manchen Stellen kaum noch Befehle an oder wurden nicht mehr befolgt. Es war ein bisschen ein rechtsfreier Raum, diese chaotischen Zustände damals sind verbrieft. Deshalb kann ich mir auch vorstellen, dass Leute dafür gesorgt haben, dass ein Zug verschwindet, auf dem Kunst gelagert wurde, die sich Nazis illegal angeeignet hatten. Vielleicht gibt es aber auch einen grausigen Leichenfund, weil diese eben auch verschwinden mussten, bevor Russen oder Alliierte dahinter kamen.

Manche vermuten sogar, dass das in Einzelteile zerlegte und in Kisten verpackte Bernsteinzimmer jetzt gefunden werden könnte. Mit diesem verschwundenen Schatz haben Sie sich ja auch einmal beschäftigt.

Theorien dazu gibt es viele, und wenn es jetzt gefunden wird, wäre es auch gut, dann hätte alles einmal ein Ende. Aber egal, ob die Helfer in Polen jetzt einen Zug finden, und egal, was dieser geladen hat – auf jeden Fall wird auf diese Weise ein Stück Geschichte aufgearbeitet. Auch ohne Goldfund wäre ein Rätsel gelöst, weil ein verschwundener Zug wieder aufgetaucht ist. Die Leute erwarten Antworten, und ich finde es gut, wenn sie diese bekommen.

Das klappt aber nicht immer, im Falle der verschlossenen Hohlräume im Schloss Hubertusburg in Wermsdorf, von denen auch im Buch „Gebunkerte Geheimnisse“ die Rede ist, konnte bisher nicht aufgeklärt werden, was sich darin verbirgt.

Bisher ja, aber wir bleiben weiter dran. Unterdessen freue ich mich, wenn es anderswo – wie jetzt in Polen – gelingt, einer Spur so gezielt nachzugehen.

Falls dort nun tatsächlich Kunst oder Goldschätze gefunden werden: Hält es Sie dann noch in Oschatz oder werden Sie zum Ort des Geschehens fahren?

Nein, das muss ich wirklich nicht. Die Berichterstattung dazu läuft, und wenn tatsächlich ein spektakulärer Fund gemacht wird, werde ich das schon nicht verpassen. Mir reicht es, das von zu Hause aus zu beobachten.

Von Jana Brechlin

Oschatz 51.3006128 13.1059825
Oschatz
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Sehen Sie hier einen Rückblick auf das LVZ Sommerkino im Scheibenholz vom 14. Juli - 3. August 2016. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Auf dem Lutherweg

    Spannende Entdeckungsreise mit Martin Luther: Die LVZ pilgert zum Jubiläumsjahr der Reformation 2017 auf dem Lutherweg. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

27.05.2017 - 21:05 Uhr

Mit diesem Sieg stehen die Pleißestädter aus Regis-Breitingen vor der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Kreisoberliga.

mehr