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Oschatzer Jugendliche nutzen soziale Netzwerke und kritisieren auch das Netz

Neue Medien Oschatzer Jugendliche nutzen soziale Netzwerke und kritisieren auch das Netz

Nicht ohne mein Handy – viele Oschatzer Jugendliche nutzen das mobile Internet und sind damit fast ständig in den sozialen Netzwerken präsent. Gegenüber der Oschatzer Allgemeinen erzählen sie, was sie von Facebook Twitter und Co. halten und üben auch Kritik an Sicherheitslücken.

Die neuen Handys sorgen dafür, das Kids rund um die Uhr im Netz unterwegs sind.

Quelle: imago stock&people

Oschatz/Mügeln. Facebook, Twitter, Instagram: Social-Media-Plattformen dominieren den Alltag vieler Jugendlicher und Erwachsener. Sie sind der einfachste und schnellste Weg, um digital Inhalte zu erstellen oder mit anderen zu kommunizieren. Hinzu kommt, dass sich für Unternehmen darüber neue Marketingmöglichkeiten eröffnen. Ein Beispiel ist die Mügelner Döllnitzbahn GmbH. Sie nutzt Social-Media-Marketing seit 2011, „bis jetzt ohne negative Erfahrungen“, so Alexandra Leipner, Assistentin der Geschäftsleitung.

Laut einer Studie der US-amerikanischen Princeton University nutzen bereits 19 Prozent der Internetuser Twitter und ähnliche Seiten privat, um Statusmeldungen über sich zu veröffentlichen und jene von anderen zu lesen. „Es ist eine Möglichkeit mit der Außenwelt in Verbindung zu bleiben, mit Freunden zu schreiben und Informationen zu recherchieren“, sagt die Oschatzer Schülerin Winnie Schäfer. Die 14-Jährige nutzt Medien wie Zeitung und Radio im Vergleich zu den sozialen Medien seltener. Für sie überwiegen die positiven Aspekte von Instagram, Facebook und Twitter. „Vor allem die Möglichkeit immer up-to-date zu sein und sich in Sekundenschnelle zu informieren, gestaltet Social Media vorteilhaft“, sagt sie, „die Plattformen sind mir im Alltag schon wichtig.“ Doch schwärmen kann sie nicht ausschließlich von der Netzkommunikation. Es sei stressig, von mehreren gleichzeitig kontaktiert zu werden. „Durch die Möglichkeit der Sofortantwort wird erwartet, dass man augenblicklich reagiert“, sagt sie. Das sei für sie ein Problem dieser Netzwerke.

Auch Schüler Philipp Schwemmer aus Oschatz steht sozialen Medien positiv gegenüber. „Man kann sich nicht nur informieren, sondern in langweiligen Augenblicken gut mit lustigen und unterhaltenden Seiten auf Instagram beschäftigen.“ Negative Aspekte sieht der 14-Jährige aber auch. „Die Plattformen bieten Kriminellen eine fabelhafte Möglichkeit, ihrem Handwerk nachzugehen“, kritisiert er, „ Abzocke, Betrug und Hacking sind große Probleme – es wird Betrügern über die Netzwerke zu leicht gemacht, an ihr Ziel zu kommen.“ So schade das Netz seinen eigenen Nutzern.

Wer hingegen völlig auf Facebook und Twitter verzichten kann, ist Schüler Timon Korn. Zwar bestätigt er die Vorteile. Doch für ihn sind diese zweitrangig. „Angemeldet bin ich nur bei Instagram“, sagt er. „Ein großer Nachteil ist die Suchtgefahr. Manchmal fällt es mir schwer aufzuhören, Videos und Bilder anzusehen“, fügt der Lonnewitzer hinzu. Wer mit sozialen Netzwerken aufwächst, kann Gefahr laufen, zu viel Zeit darin zu verbringen. Diese Meinung haben viele deutsche Jugendliche, besagt eine Studie der Tageszeitung „Zeit“ und des Wissenschaftszentrums Berlin. Die Befragten warnen davor, Kinder zu früh an das Netz heranzuführen.

Luise Schilke aus Kemmlitz (14) stört an Facebook, Twitter und Co., dass Menschen Bilder von sich ins Internet stellen, die oft mehrmals bearbeitet sind. „So zeigen sie nicht wie sie wirklich sind, sondern stellen sich besser dar.“ Das gelte für alle Plattformen. „Internetprofile sagen im Grunde nichts über den Menschen aus“, sagt sie.

Aber geht es im Alltag ohne soziale Medien und Internet? „Ja“, sagt Sarah Schmidt. Sie ist bei keinem Social-Media-Dienst angemeldet, hat nicht einmal Zugang zum Internet. Sie meint: „ Ich benutze diese Seiten aus Prinzip nicht. Ich hab die ganzen Portale schon bei Kumpels gesehen, aber konnte mich dafür einfach nicht begeistern. Was mich daran stört, ist die Anzahl der Pots, mit denen man regelrecht zugebombt wird. Und auf jeden davon soll oder muss man sofort antworten. Es wird eine ständige Erreichbarkeit erwartet.“ Hinzu kommt, dass sie mit dem Datenschutz der Netzwerke , wie Betreiber von Plattformen ihre Daten weiter verwerten, nicht zufrieden ist.

Da stimmt auch Thilo Weichert zu. „Über Jahre hinweg werden Daten zusammengeführt und zu Interessen-, Kommunikations-und sonstigen Profilen zusammengestellt“, sagt Weichert, Mitarbeiter beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel. „Es werden daraus Ableitungen über politische Einstellungen, Sozialkontakte und finanzielle Verhältnisse vorgenommen.“ Damit werde gegen das deutsche Datenschutzgesetz verstoßen.

Von Leonard Zwicker

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