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Oschatz Oschatzer Kämmereichef Jörg Bringwald startet seine dritte Amtszeit im Rathaus
Region Oschatz Oschatzer Kämmereichef Jörg Bringwald startet seine dritte Amtszeit im Rathaus
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16:03 22.02.2018
Jörg Bringewald geht mit Freude an die Aufgabe, Bürokratie verständlich zu machen. Quelle: christian kunze
Oschatz

In seiner Jugend reparierte er Autos, heute kümmert er sich um solide Haushaltsführung: Jörg Bringewald trat zu Jahresbeginn seine dritte Amtszeit als Kämmerer im Rathaus an. Der gelernte Kfz-Schlosser bildete sich nach der Wende im Verwaltungsrecht weiter – und fand Gefallen am Finanzressort. Stadträte attestieren dem 50-Jährigen im 15. Jahr seiner Tätigkeit für Oschatz Bescheidenheit, Diskussionsfreude und die Fähigkeit, Zahlen anschaulich zu erklären.

Nach der Wiedervereinigung hatte Jörg Bringewald die Wahl „zwischen der Versicherungsbranche und dem öffentlichen Dienst. Mir war der Verkaufsdruck beim Ersten zu groß, da habe ich mich für das Zweite entschieden“, begründet er die Wahl. Auf Risiko spielt der Diplom-Verwaltungswirt bis heute nicht gerne. „Geschäfte, die ich selbst nicht anderen erklären kann, gehe ich grundsätzlich nicht ein“, nennt er sein Credo für vernünftige Kommunalfinanzen.

Bewerbung in Meißen gescheitert

Eine Herausforderung war die Bewerbung um das Kämmereramt in seiner Heimatstadt Meißen im vergangenen Jahr. „Dass es nicht geklappt hat, grämte mich ein paar Tage. Aber Scheitern gehört zum Leben.“ Zudem, so der Stellvertreter des Oberbürgermeisters, böte Oschatz ihm künftig Projekte, die er zuletzt entscheidend vorbereitet hatte und erfolgreich weiter begleiten möchte. Badumbau, Hort, Grundschule und Bahnhofssanierung nennt er stellvertretend. Glaubt man dem Volksmund, tut Bringewald Oschatz auch rein äußerlich gut: Ein hagerer Kämmerer gilt als Beleg für gutes Wirtschaften. Jörg Bringewald bringt es bei 1,78 Meter Körpergröße auf ein Gewicht von 63 Kilogramm.

Seine Aufgabe sei es, der öffentlichen Hand Dinge möglich zu machen. „Dafür muss man auch regulierend eingreifen. Das heißt aber nicht, dass ich Mittel zurückhalte, wo es nur geht. Ich habe gar keine so innige Beziehung zum Geld, wie das manch einer vielleicht glauben könnte“, sagt er.

Gute Sitzungsvorbereitung ist das A und O

Dass Details seiner Arbeit auf Unverständnis und Desinteresse stoßen, Halbwahrheiten und Fehlinformationen kursieren, führt Bringewald darauf zurück, dass es schwieriger werde, Bürgern auf klassischem Weg zu informieren. „Gute Sitzungsvorbereitung ist A und 0. Wenn ich Beschlüsse auf fünf, sechs Sätze zusammenfassen muss, bleibt mir nur übrig, Zahlen in Bilder zu übersetzen, die jedermann versteht“, so der zweifache Familienvater. Wenn Schüler im Jugendstadtrat erfahren sollen, ob sich Kreditaufnahme lohnt, leitet er zum Lebensmitteleinkauf über: „Wer Essen auf Pump kauft, sollte das nur tun, wenn er zurückzahlen kann, bevor sein Magen wieder knurrt.“

Welches Bild er selbst abgibt, könne er nicht beeinflussen. „Ich meine, weder den Eindruck zu erwecken, morgens im Geld zu baden, noch auf dem Ersparten zu hocken wie eine Glucke.“ Das Bild vom Jongleur, der das, was zur Verfügung steht, im Gleichgewicht hält, sei besser. Und jonglieren wird Bringewald wohl sicher noch die nächsten sieben Jahre.

Von Christian Kunze

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