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Oschatz Oschatzer Kaninchenzüchter feiern 115-jähriges Bestehen
Region Oschatz Oschatzer Kaninchenzüchter feiern 115-jähriges Bestehen
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00:21 01.09.2017
Peter Nolpert wird zum Vereinsjubiläum auch seine Weißen Neuseeländer ausstellen.
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Oschatz

Die Oschatzer Rassekaninchenzüchter sind im Besitz einer echten Antiquität: Zum Fundus des 1902 gegründeten Vereins gehört eine Fahne, die 1927 zum 25-jährigen Bestehen von Unternehmern der Stadt gestiftet wurde. Die Farben sind mittlerweile verblasst, die Einfassung an manchen Stellen ausgefranst, aber die fein gestickten Schriftzüge noch deutlich zu lesen. „Dass die Fahne noch da ist, ist keine Selbstverständlichkeit“, macht Peter Nolpert, 1. Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereines Oschatz, deutlich. Viele städtische Vereine, die sich regelmäßig im Gasthaus Zum Schwan trafen, hatten dort einen eigenen Vereinsschrank. „Als dann der Wirt in den 50er Jahre in den Westen abgehauen ist, hat jemand nachts die Schränke ausgeräumt“, erinnert Peter Nolpert, „unsere Fahne stand aber zusammengerollt in einer hinteren Ecke – die hat keiner gesehen.“ Seitdem wird das gute Stück gehütet und nur zu besonderen Anlässen hervorgeholt.

Offene Kreisjungtierschau mit über 100 Kaninchen

Einer davon ist dieses Wochenende, am 2. und 3. September, wenn die Oschatzer Rassekaninchenzüchter ihr 115. Vereinsjubiläum feiern. Dazu wird in die Gartenlage Billert eingeladen, wo an beiden Tagen eine Kreisjungtierschau mit 111 Kaninchen stattfinden wird. „Das ist eine offene Leistungsschau, an der nicht nur Züchter aus den Altkreisen Oschatz und Torgau, sondern auch aus Riesa oder Döbeln teilnehmen“, erklärt Nolpert. Besucher können dann die Tiere bewundern, zum Teil auch kaufen, mit Züchtern ins Gespräch kommen oder bei der Tombola ihr Glück versuchen. Die gastronomische Versorgung übernehmen die Mitglieder des Gartenvereins, mit denen die Züchter eine gute Zusammenarbeit pflegen und zum Beispiel zu ihren Gartenfesten ausstellen. „Dieses Jahr mussten wir erstmals wegen der Chinaseuche absagen“, bedauert der Vorsitzende. So mancher Züchter habe durch das Virus Tiere verloren, die noch zu jung für die Impfung waren. „Da ist jeder froh, wenn seine Tiere nicht erkranken und die Schutzimpfung wirkt“.

Verein ist derzeit Männerdomäne

Haben 1902 noch 30 Oschatzer den Verein gegründet, gehören heute 17 Mitglieder zum Zusammenschluss. „Wir haben eine sehr aktiven Kern, und die Leute fassen alle mit an“, so der Vorsitzende. Hin und wieder habe es auch eine Frau im Verein gegeben, doch derzeit sind die Oschatzer eine reine Herrenrunde.

Zu DDR-Zeiten waren die Züchter in der Kaninchensparte zusammengefasst und konnten mit ihrem Hobby durchaus Geld verdienen: „Wir haben Tiere und Felle abgegeben und auch das Fleisch gut verkauft“, blickt Peter Nolpert zurück. Mittlerweile sei vor allem der Fellmarkt total eingebrochen, und das Fleisch vermarkte man nur noch in Eigenregie. Sentimentalität kennen die Oschatzer Kaninchenzüchter dabei nicht. „Wenn die Zeit gekommen ist, freut man sich über einen guten Braten“, bestätigt Nolpert.

Züchter peilen Bundesschau auf Neuer Messe an

Doch bis dahin ist der Zuchterfolg oberstes Ziel. Aller zwei Jahre wird eine Kreisjungtierschau ausgerichtet und darüber hinaus nehmen die Oschatzer an Ausstellungen teil. Auch auf der Bundesschau im Dezember auf der Neuen Messe Leipzig, der größten Kaninchenschau weltweit, werde man vertreten sein, kündigt Peter Nolpert an. Wie am Wochenende in Oschatz geht es dann um Größe und Körperbau, Fellhaar oder Kopfform. Peter Nolpert, der bereits viermaliger Landessieger mit seinen Weißen Neuseeländern gewesen ist, wird dann einige Tiere dieser Rasse ausstellen. „Die sind zwar massig, aber schön und sehr ruhig“, schwärmt er. Wer sich davon – und von anderen Kaninchenrassen – überzeugen will, hat am 2. und 3. September die Gelegenheit dazu.

Die Kreisjungtierschau zum Jubiläum ist am 2. September von 9 bis 18 Uhr und am 3. September von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Zum Abschluss gibt es Preise für die besten Tiere, darunter den Pokal des Oberbürgermeisters.

Von Jana Brechlin

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