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Oschatz Oschatzer Lehrerchor singt Sachsenhymne ein
Region Oschatz Oschatzer Lehrerchor singt Sachsenhymne ein
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00:19 16.07.2017
Der Oschatzer Lehrerchor - hier bei einem Auftritt im Thomas-Mann-Gymnasium– singt derzeit ein Sachsenlied ein. Premiere ist zum Tag der Sachsen. Quelle: Arc
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Oschatz/Meissen/Löbau

Besondere Ehre für den Oschatzer Lehrerchor: Im 30. Jahr seines Bestehens singt das Ensemble in seiner Heimatstadt ein Lied ein, das dem Freistaat und seinen Bewohnern gewidmet ist. Das dreistrophige Werk, komponiert von Axel Klemm (gest. 2016) aus Chemnitz und Doris Grieswald aus Limbach-Oberfrohna, nimmt melodische Anleihen an Joseph Haydns „Deutschlandlied“ und Hans Eislers „Auferstanden aus Ruinen“, Hymne der ehemaligen DDR. „Friede dir, mein Land der Sachsen“ soll im Rahmen des diesjährigen Tages der Sachsen vom 1. bis 3. September öffentlich zu hören sein.

Noch keine offizielle Hymne für Sachsen

Treibende Kraft hinter der Initiative ist ein Meißener: Peter Knauke (75), ehemals Dozent an der Hochschule in Zwickau, bemüht sich seit Jahren darum, ein Sachsenlied auf den Weg zu bringen. Während Bayern, Hessen und das Saarland offizielle Hymnen haben und die Thüringer mit dem „Rennsteiglied“ von Herbert Roth zumindest eine inoffizielle, sei so etwas in Sachsen bisher noch nicht gelungen. „Sing, mei Sachse, sing“, schmetterte einst der Kabarettist Jürgen Hart. Er soll zudem mal gesagt haben, das reinste Sächsisch werde zwischen Leipzig und Dresden gesprochen. Und da liegt auf halber Strecke Oschatz – noch ein Grund mehr, hier eine Hymne einzusingen, begründet Knauke seine Bestrebungen.

Der Sprecher der eigens gegründeten Bürgerinitiative Sachsenlieder/Landeshymne, gibt trotz mehrerer Tiefschläge nicht auf: „1994 hatte die Sächsische Staatskanzlei anlässlich des Tages der Sachsen das Thema selbst auf die Agenda gesetzt und sogar ein eigenes Liederbuch zum Thema herausgebracht“, erinnert er. Nur sei jenes Buch nie an der Basis, wo man gern gemeinsam singt, angekommen. 2011 der nächste Tiefschlag. Der Petitionsausschuss konnte einem Ersuchen zur Landeshymne nicht zum Durchbruch verhelfen, parallel dazu wünschten sich nur wenige Sachsen eine eigene Hymne: Nur rund ein Viertel der Bevölkerung ist dafür, fand das Institut Emnid heraus. „Seitens der Staatskanzlei wurde und wird die Initiative nicht weiter vorangetrieben. Das liegt wohl auch daran, dass im Zuge der Demonstrationen von Pe-, Le- und anderen -gidas der Begriff des Patriotismus einen negativen Beigeschmack bekommen hat“, mutmaßt Peter Knauke. Er selbst hat beobachtet, dass in seinem Umfeld der Begriff „Hymne“ bereits verpönt ist und man stattdessen vom„Sachsenlied“ sprechen mag.

Oschatzer Lehrerchor will Sachsenlied einsingen

Einen Teilerfolg gab es für die Interessengemeinschaft vergangenes Jahr. Im Vorfeld des Tages der Sachsen konnten Bürger aus insgesamt fünf Liedern ihren Liebling für eine Aufzeichnung wählen. Dabei kristallisierte sich „Friede dir, mein Land der Sachsen“ als Favorit heraus. Das Vorhaben scheiterte erneut, Peter Knauke und seine Mitstreiter fanden keinen Chor, der das Lied einsingen wollte.

Dieser Bann ist gebrochen. Der Oschatzer Lehrerchor unter der Leitung von Katja Scholz übt schon fleißig. „Anfangs überwog die Skepsis bei den Sängerinnen und Sängern, inzwischen überwiegt die Begeisterung und sie sind kaum zu bremsen“, hat sie festgestellt. Ein Termin für eine aufführungsreife Aufnahme ist noch nicht gefunden. „Das gehen wir nach den Ferien an“, sagt Scholz. Sie freut sich, das Projekt im Jubiläumsjahr umsetzen zu können. Ein Sachsenlied mit Stimmen aus der Mitte des Freistaats – Jürgen Hart wäre begeistert.

Text und Hörproben des Sachsenliedes finden Sie auf der Internetseite zur Initiative: www.hymne-fuer-sachsen.de

Von Christian Kunze

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