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Oschatz Oschatzer Linkspartei hält Aufhebung des Friedhofszwanges für Blödsinn
Region Oschatz Oschatzer Linkspartei hält Aufhebung des Friedhofszwanges für Blödsinn
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11:32 16.02.2016
Auf dem Oschatzer Friedhof sind verschiedene künstlerische Details zu entdecken – aus Eisen, aus Sandstein und andere. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Gerhard Bader und Peter Streubel, beide gehören zur Linkspartei in der Region, halten nichts davon, wofür ihresgleichen anderswo wieder einmal plädieren: Es geht um die Aufhebung des Friedhofszwanges. Bereits 1998 wurde das Thema in Sachsen diskutiert: Demnach könne Omas Urne auch auf dem Schrank in der guten Stube stehen. Etwas später gab es in Bennewitz bei Wurzen den ersten Friedwald.

2005 – vor reichlich zehn Jahren – meldete sich auch die evangelisch-lutherischen Landeskirche zu Wort. Er halte von einer Aufhebung des Friedhofszwanges für Urnen nichts, sagte damals Landesbischof Jochen Bohl. Die Kirchen werden wie die Kommunen als Friedhofsträger an den Beratungen beteiligt sein. Bohl hielt die Absicht für eine „Geringschätzung des Todes“, wenn Angehörige die Asche ihres Verwandten nicht auf einem Friedhof bestatteten.

Linkspartei für Abschaffung des Friedhofszwangs

Danach jedoch erlosch der Funken – allerdings nicht ganz. Jetzt flammt der Funken wieder auf. Die Diskussion geht weiter. Laut Tobias Wenzel, Obermeister und Chef der Landesinnung Sachsen gibt es immer noch nur den einen Friedwald.

Vor allem die Linkspartei in Sachsen setzt sich für die Abschaffung des Friedhofszwanges ein. „Wir haben uns noch nicht mit diesem Thema beschäftigt. Wir setzen uns lieber für das Leben ein“, sagte Streubel dazu kurz und bündig. Ähnlich sieht das Gerhard Bader: „Wir hatten das Thema noch nicht auf dem Tisch. Für mich ist das absoluter Blödsinn! Außerdem gibt es doch wirklich andere Probleme.“ Allein der Gedanke war für die beiden völlig abwegig.

Im Nachbarland Sachsen-Anhalt wird im Landtag diskutiert, ob der „Friedhofszwang noch zeitgemäß ist“, ob die Sargpflicht geändert und die Grablegung im Leichentuch aufgenommen werden sollten. Damit könnte auch einem muslimischen Beerdigungsritual Rechnung getragen werden.

Bestattungskultur historisch gewachsen

„Wir haben kürzlich mit der Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch (CDU) zusammen gesessen“, so Wenzel. Sie habe sich gegen die Aufhebung des Friedhofszwanges ausgesprochen. Schließlich sei die Bestattungskultur über Jahrhunderte gewachsen. Vielmehr würden die Beerdigungsinstitute ermutigt, die Feierlichkeiten um die Beerdigung individueller zu gestalten.“

Die Asche Toter sollte nach Ansicht des christdemokratischen Landtagsabgeordneten Marian Wendt auch künftig und „grundsätzlich auf dem Friedhof bestattet werden“. Hier würden die Verstorbenen ihre Würdigung und Totenruhe finden, sagte er. Über Flexibilität und die Gestaltung der Gräber könne gesprochen werden. Hier sieht das Mitglied des Landtages Möglichkeiten – aber eben auf dem Friedhof und nicht im Glasschrank.

Argumente für oder gegen die Aufhebung des Friedhofszwanges gibt es unter: www.vdzb.de/index.php?id=5

Von Gabi Liebegall

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