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Oschatz Oschatzer Nachwuchspianisten beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“
Region Oschatz Oschatzer Nachwuchspianisten beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“
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16:05 16.02.2018
Von links nacht rechts: Anton Schmidt (16), Theo Wünsche (18), Musiklehrerin Juliane Tautz, Laura Kopsch (16) und Vannina Horbas (17) bereiten sich mit Fäden und Gummibällen auf ihren Auftritt in Paderborn vor. Quelle: Christian Neffe
Oschatz

Außergewöhnliche Klänge schallen dieser Tage aus dem Piano-Raum der Musikschule Heinrich Schütz: Dort proben aktuell vier Schüler aus Oschatz für den Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“, quasi das musikalisch-kreative Pendant zu „Jugend forscht“.

Bereits Mitte März war dem Quartett ein kleine Sensation gelungen: Beim Landeswettberb in Bautzen konnten sie sich in der Kategorie „Ensemble/Neue Musik“ in ihrer Altersklasse durchsetzen. Damit qualifizierten sie sich für den Bundeswettbewerb, der Anfang Juni in Paderborn stattfindet. Eine Premiere für die Nachwuchsmusiker und ihre Lehrerin Juliane Tautz – und ein seltenes Ereignis für die Musikschule, die bisher nur zwei ihrer Schüler zu diesem Wettbewerb geschickt hat. Deshalb wird nun intensiv geprobt, aktuell mindestens zwei mal wöchentlich, in der Woche vor dem großen Finale sogar täglich. Vannina Horbas (17), Anton Schmidt (16), Laura Kopsch (16) und Theo Wünsche (18) lassen sich aber nicht nervös machen: Sie beherrschen das Stück aus dem Effeff – und ihre Instrumente sowieso.

Die musikalischen Biografien der Schüler sind sich erstaunlich ähnlich: Im Grundschulalter an der Musikschule angemeldet, da das „für unsere Eltern selbstverständlich war“, wie Vannina berichtet. Angefangen mit einfachen Instrumenten wie der Blockflöte, später dann auf das Piano umgestiegen. Die Mädchen musizieren ab und an auch mit Saiteninstrumenten, sie alle lieben und leben für das Spiel auf dem Flügel. Keyboard? „Geht gar nicht!“, so Laura. „Wenn man auf einem Flügel spielt, will man nicht einmal mehr zum Klavier zurück.“ Ist Musik eine Karriereoption? „Sehr gern als Gelegenheitsjob, aber wohl nicht als fester Beruf.“

Dass das Potenzial dazu durchaus vorhanden wäre, zeigt sich, als die 40 Finger virtuos über die Tasten der beiden Flügel tänzeln. „Farben und Muster“ heißt das Stück, das für die Gruppe exklusiv in Auftrag gegeben wurde, finanziert vom Energieversorger Envia Mitgas sowie der Sächsischen Kulturstiftung. Die Berliner Komponistin Susanne Stelzenbach kreierte ein Werk für acht Hände, das Anton als „abstrakt“, Mentorin Juliane Tautz als „schon sehr schräg“ bezeichnet. Moderne Musik eben. „Das Schöne ist jedoch, dass die Vier das Stück so lebendig spielen, dass man es auch als wenig musikalischer Mensch genießen kann“, fügt die Lehrerin an. Ungewöhnlich ist auch, dass das 20-minütige Werk nicht nur das Spiel auf den 176 Tasten verlangt. Mithilfe von Fäden und Gummibällen werden die Saiten zum Schwingen gebracht und den Instrumenten ganz neue, andersartige Töne entlockt, Konventionen werden aufgebrochen. Moderne Musik eben. Die Jury in Bautzen zeigte sich sowohl vom Können des Quartetts als auch der Qualität des Stückes überzeugt.

Wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, der hat vor dem großen Wettbewerb noch die Gelegenheiten dazu: Am 12. April öffnet die Musikschule in der Dresdener Straße 20 ihre Türen für das alljährliche Frühlingskonzert. Und auch am 5. Juni führen die Pianisten ihr Stück im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens in Leipzig im Kurt-Masur-Haus vor.

Von Christian Neffe

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