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Oschatz Oschatzer Naturschützer im Wermsdorfer Wald auf der Suche nach dem Springfrosch
Region Oschatz Oschatzer Naturschützer im Wermsdorfer Wald auf der Suche nach dem Springfrosch
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00:34 15.03.2018
Springfrosch Quelle: privat
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Wermsdorf

Obwohl sich der Sonntag frühlingshaft zeigte, waren die Temperaturen noch zu kühl: Der Springfrosch lässt sich im Wermsdorfer Wald noch nicht blicken. Das mussten rund 20 Teilnehmer der Exkursion auf den Spuren des Lurchs feststellen.

An einer Hand voll Tümpeln – neben Bächen, Gräben und anderen Gewässern das bevorzugte Laichgebiet des Springfrosches – hielten die Neugierigen ihre Kescher ins Wasser. Einer von ihnen, Elias Berger, war mit seiner Schwester Mia und seinem Vater extra aus Naundorf gekommen. Elias hatte zwar gleich am ersten potenziellen Ort für eine Springfrosch-Sichtung einen Lurch gefangen. Allerdings handelte es sich um eine Erdkröte – das konnten die Anwesenden anhand der Merkmale sofort erkennen.

Ursprünglich im Süden heimisch

Die Oschatzer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) in Sachsen war guter Dinge. Nachdem die Exkursion, gemeinsam durchgeführt mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst, aufgrund der klirrenden Kälte in der vergangenen Tagen extra um eine Woche verschoben wurde, konstatierte Vorsitzender Olaf Schmidt, dass man nun wohl noch eine Woche warten müsse, ehe man sicher den ersten Springfrosch zu Gesicht bekommen könnte. Dabei gehört der gesuchte Frosch zu denen, die sehr zeitig mit den Laichzügen beginnen. Begründet ist dies laut Olaf Schmidt mit der Verbreitung der Tiere. „Der Springfrosch ist hierzulande recht selten und dafür in südlicheren Gefilden bis hinunter nach Griechenland sehr viel öfter anzutreffen. Dort ist es schon im Frühjahr wärmer und trockener als hier, weshalb er sich nicht all zu viel Zeit lassen kann.“

In Begleitung des Revierförsters Mario Erdmann fuhren die Springfrosch-Sucher sieben markante Punkte an. Der Weg dorthin glich mitunter einem Hürdenlauf, denn die Spuren des Sturmtiefs Friederike in den Wäldern sind noch immer nicht beseitigt. So führte der Weg denn auch vorbei an Brombeersträuchern und zu Eisflächen, die ein paar Stunden später schon in der Frühlingswärme geschmolzen waren. Dass sich der Springfrosch unter dem Eis versteckt, hält Olaf Schmidt für unwahrscheinlich. „Wahrscheinlich ist der Boden insgesamt noch zu kalt. Wir müssen einfach abwarten“. Die Exkursion ist indes nicht nur Selbstzweck, sondern soll auch der Statistik dienen. Die ehrenamtlichen Naturfreunde sind angehalten, die registrierten Frösche zu zählen und dem Freistaat zu melden.

Ende der 1990er am Collm entdeckt

Dass der Springfrosch in den Wäldern rund um den Collm überhaupt heimisch ist, erfuhr die Öffentlichkeit erst im Jahr 1997. Vor reichlich zwei Jahrzehnten nämlich sprang ein Exemplar bei Mahlis einem ausgewiesenen Experten für Amphibien und Reptilien quasi vor die Füße: Feldherpetologe Dr. Heinz Berger, Gründungsmitglied des Nabu in Sachsen nach der Wende, wies das Tier als erster überhaupt in der Region nach. Diese Entdeckung zählt zu den Verdiensten des im September 2016 verstorbenen ehrenamtlichen Naturschutzhelfers und Fachmanns auf diesem Gebiet.

Die Zahl der Springfrösche und anderer Lurche wird in den kommenden milden Regennächten mit hoher Wahrscheinlichkeit abnehmen. Denn ab der Dämmerung sind die Tiere dann zu ihren Laichplätzen unterwegs – und in Lebensgefahr. Bei ihren Wanderungen werden sie zu Hunderten überfahren. Schwerpunkte in der Region sind unter anderem der Altoschatzer Teich, das Wüste Schloss, das Waldbad in Schmannewitz, die Gartenanlage unweit von Bucha sowie die Mahliser Tongruben.

Von Christian Kunze

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