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Oschatz Oschatzer Oberschule entlässt drei Afghanen mit guten und sehr guten Abschlüssen
Region Oschatz Oschatzer Oberschule entlässt drei Afghanen mit guten und sehr guten Abschlüssen
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08:00 08.07.2017
Fateme, Mahnaz und Mahdi Amirian (von links) sind stolz auf ihre schulischen Leistungen. Die drei Afghanen streben in Deutschland weitere Abschlüsse an. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Oschatz

Deutsche Sprache, schwere Sprache, denkt mancher Schüler nach Schulende. Für Mahdi (18), Mahnaz (19) und Fateme (17) Amirian aus Afghanistan hält sie mehr Tücken bereit als für Muttersprachler. Und doch haben die Geschwister mit guten und sehr guten Ergebnissen deutsche Abschlüsse erworben.

Vor drei Jahren mit anderen Geflohenen, aber ohne ihre Eltern, von denen sie an einem Flughafen in Griechenland getrennt wurden, nach Deutschland gekommen, starteten sie zunächst in der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) in Torgau. Ein Jahr später kamen sie mit Unterstützung der Familie Kupfer nach Oschatz, besuchten ein Schuljahr zunächst das Thomas-Mann-Gymnasium und wechselten dann aufgrund der schwierigeren sprachlichen Anforderungen schließlich an die Robert-Härtwig-Oberschule. Inzwischen sprechen alle drei sehr gut Deutsch, nur mit der Wortstellung im Satz und den Artikeln hapert es manchmal noch ein wenig - letztere lassen sie der Einfachheit halber meistens weg – verstanden werden sie trotzdem. Wie sich die Sprachkenntnisse schrittweise verbesserten, zeigt ein Blick in die Schulhefter. Zum Lernen zu Hause hat sich Mahnaz die deutschen Mitschriften auf Persisch übersetzt. Diese zusätzlichen Notizen werden Seite für Seite weniger.

Für Fateme, die ihren Hauptschulabschluss mit einem 1,8-Notendurchschnitt in der Tasche hat, schließt sich nach den Ferien die 10. Klasse und 2018 hoffentlich der Realschulabschluss an. Mahdi (Realschulabschluss mit 1,8) möchte, ebenso wie seine Schwester Mahnaz (1,4) das Abitur in Angriff nehmen. Mahnaz hat den Traum, Modedesign zu studieren, für Mahdi kommt aufgrund seiner sportlichen Erfolge eventuell eine Laufbahn in diesem Bereich in Frage – festgelegt hat er sich allerdings noch nicht. Aufgrund ihrer Interessen und Begabungen haben die drei Afghanen eine Chance – so zeichnet Fateme besonders gern, Mahnaz betätigt sich gern als Konditorin.

Für die Oschatzerin Elke Kupfer, die für das Trio anfangs eine Art Ersatzmutter war, sind die Amirians ein Beispiel für gelungene Integration. Neben dem Willen der jungen Zuwanderer sei auch die Bereitschaft an der Oberschule, die Drei gezielt zu fördern, ausschlaggebend für die Leistungen. Und schließlich, so Mahdi, gehöre auch ein wenig Glück dazu. So traute er erst seinen Augen nicht, als er in der mündlichen Ethikprüfung sein Thema gezogen hatte. Er durfte über seine Religion, den Islam referieren.

Von Christian Kunze

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