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Oschatz Oschatzer Olsenbande in der Klemme: Tresor ist leer
Region Oschatz Oschatzer Olsenbande in der Klemme: Tresor ist leer
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16:46 21.04.2015
Oschatz

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Von Gabi Liebegall

Der "Oschatzer Olsenbande" erging es gestern ähnlich. Renold Krause und Frank Hildebrand vom gleichnamigen Oschatzer Betrieb gelang es zwar, den Tresor in einem Büro von Fischer-Moden zu knacken - doch in dem Geldschrank herrschte gähnende Leere.

Nachdem sich vorher schon andere erfolglos an dem schweren Teil probiert hatten, wollen es Hildebrand & Krause gestern wissen. Für die beiden Waagenbauer ist es nicht der erste Tresor, den sie öffnen - doch der bei "Fischers" leistet besonders hartnäckigen Widerstand. Renold Krause bohrt zuerst ein Loch in die Seitenwand - und trifft auf Quarzsand vor einer Stahlwand. Der Sand rutscht nach und soll verhindern, dass weiter gebohrt werden kann. Durch das Loch schiebt der Handwerker eine kleine Lampe und sagt: "Nur Sand und Stahl."

Währenddessen probiert Frank Hildebrand mit mehreren Schlüsselbunden, an denen rund 100 verschiedene alte Schlüssel klappern, die drei richtigen für die Schlösser zu finden. Es klappt nicht. Zufällig findet sich ein Schlüssel in einem alten Schlüsselkasten in diesem Raum. Er schließt, allerdings nur in einem Schloss.

Könnte der Panzerschrank auch mit Sprengfallen gesichert sein? Diese Frage lässt die beiden Experten schmunzeln. "Das haben wir noch nicht erlebt", so Frank Hildebrand. Die Fachleute rätseln nun, um was für eine Verriegelung es sich handeln könnte. Das Bohren haben sie mittlerweile aufgegeben. Krause kommt nicht durch die Stahlwand.

Er versucht es mit einem Nageleisen, auch als Brechstange bekannt, zwischen Tür und Tresorkörper, rutscht aber ab. "Jetzt geht es nur noch mit der Flex." Renold Krause setzt an, und im nächsten Moment sprühen Funken. Das helle und laute Geräusch der Maschine frisst sich durch Mark und Bein.

Krause braucht mehr als nur eine Scheibe. Kein Wunder, die Aufgabe eines Tresors ist es ja gerade, seinen Inhalt zu schützen.

Nach und nach wird eine kleine Öffnung zwischen Tür und Korpus sichtbar. Jetzt ist wieder das Nageleisen gefragt, denn es kann genau in diesem Spalt angesetzt werden. Hildebrand und Krause hebeln mit aller Kraft die Tresor-Tür auf. Es klappt nicht sofort. Aber weil sie schon einmal so weit gekommen sind, wollen sie die Sache auch zu Ende führen.

Dann kracht es, und die Tür öffnet sich. Alle Blicke sind in das Innere gerichtet - aber der Tresor ist leer. "Wir hatten Glück, dass er nicht zugeschlossen war", so Hildebrand, der auf die drei Schlösser zeigt. Die Tür sei nur zugeschlagen worden. "So als ob man sich aus der Wohnung aussperrt", erklärt Hildebrand. Wäre der Panzerschrank abgeschlossen gewesen, hätte sich die Öffnung sehr viel schwieriger gestaltet. Auch das Wertfach ist leer. Auf dessen Stahlmantel war Renold Krause beim Bohren getroffen.

Wenn sich auch keine Wertsachen in dem Geldschrank befinden, so hat er doch wenigstens sein Geheimnis gelüftet. An der Innenseite der Tür verrät ein Schild den Hersteller "L. Neumann, Königsberg".

Gabi Liebegall

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