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Oschatz Oschatzer Philokartisten informieren sich zur Ahnenforschung
Region Oschatz Oschatzer Philokartisten informieren sich zur Ahnenforschung
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18:30 11.12.2011
Monika Hönigschmid spricht vor den Mitgliedern des Oschatzer Philokartisten-Stammtisches. Quelle: Günther Hunger

Von Günther Hunger

Von der Geschichte der Ahnenforschung über Forschungsmethoden und Darstellung der Ergebnisse im Stammbaum der Familien bis hin zur Computergenealogie und Datenschutz reichten die Ausführungen und die vielen Fragen der Postkartenfreunde zeigten das große Interesse. Weitere Forschungsgebiete wie Wappenkunde, Heimat-und Militärgeschichte im Rahmen der Ahnenforschung wurden sehr umfangreich erläutert und aufgezeigt. Es gibt Vereine und Gesellschaften im deutschen Sprachraum, die im Ansatz diese Forschungen möglich machen. Allein in Deutschland gibt es etwa 100 spezialisierte genealogische Vereine.

Monika Hönigschmid aus Klosterbuch bei Leisnig informierte darüber, was sich in den 400 laufenden Metern des Archivs in Leipzig befindet. Sie sprach außerdem über das Bestandsverzeichnis des Archives und über die Publikationen, die der Verein beziehungsweise des Staatsarchiv zur Ahnenforschung herausgeben. Als Anschauungsmaterial dienten die Ganziger Ortsfamilienbücher aus den Jahren von 1543 bis 1800, Stammbaumvordrucke, Verzeichnisse und Dokumente aus dem Bestand des Vereins. Viel diskutiert wurde über die Arbeit mit Gerichtsbüchern und Kirchenchroniken und deren zukünftige Archivierung auf Mikrofilm, was eine bessere Nutzung möglich macht. Die Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung genehmigt jährlich bis zu 3000 Akteneinsichten an Wissenschaftler, Hobbyforscher und Interessenten. Wenn sich Familiennamen ändern, gibt es den sogenannten "toten Punkt", von wo aus nicht mehr zurückgeforscht werden kann. Die Forscherin äußerte sich dazu ebenso wie auch zur Sozial-, Wirtschafts- und Bevölkerungsgeschichte historischer Persönlichkeiten oder Berufsgruppen.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann die Entwicklung der Genealogie sehr intensiv in alle Richtungen. Dazu gehörten leider auch ab 1933 in Deutschland solche negativen Recherchen zur Sippenforschung, die Erstellung der Unterlagen zur sogenannten arischen Abstammung und ab 1939 die Arbeit an Dorfsippenbüchern in über 3000 Gemeinden. Die Auswirkungen "dieser Forschungen" sind heute noch in Deutschland zu spüren. Eine Folge war, dass fast die gesamte Basis der Genealogie in Ost und West nach 1945 aufgelöst wurde. Während der DDR -Zeit bis 1969 ruhten viele dieser Akten und Ergebnisse. Eine erste Arbeitsgemeinschaft wurde 1969 im Kulturbund in Magdeburg wieder ins Leben gerufen. Mit Hilfe der Genealogie entsteht ein lebendiges Geschichtsbild der Regionen und das historische Erbe wird so weiter erkundet. Auch die Namen der Postkartenschreiber und Empfänger können dabei von Interesse sein und zur dauerhaften Sicherung und Aufbewahrung genealogischer Ergebnisse beitragen. Interessant war dieser Abend zum Philokartisten-Stammtisch für alle Anwesende. Auch Monika Hönigschmid nimmt viele Fragen mit, deren Antworten künftig noch zu suchen sind.

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