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Oschatz Oschatzer Restaurant und Hotel „Zum Schwan“ ab September in privater Hand
Region Oschatz Oschatzer Restaurant und Hotel „Zum Schwan“ ab September in privater Hand
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00:43 27.04.2018
Sonnige Zukunft für das erste Haus am Platz: Das Vier-Sterne-Hotel und Restaurant „Schwan“ am Neumarkt soll ab September städtisch statt privat betrieben werden. Quelle: christian kunze
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Oschatz

Wechsel im 4-Sterne-Haus: Zum 1. September 2017 bekommen Gasthaus und Hotel „Zum Schwan“ am Neumarkt einen neuen Betreiber. Führte bisher die Oschatzer Treubau GmbH, eine Tochter der Oschatzer Wohnstätten GmbH, den Betrieb, ist ab Herbst die Travdo Hotels und Resorts GmbH Rochlitz damit beauftragt. Die Kette beschäftigt rund 350 Mitarbeiter in 21 Häusern, unter anderem Ferienresort Lagovida am Störmthaler See. Geführt wird das Unternehmen von Nando Sonnenschmidt und Ehefrau Cecil. Auf eine Anfrage zu seinen Plänen mit dem „Schwan“ reagierte er gestern bis Redaktionsschluss nicht.

Zum Travdo-Personal gehören demnächst die elf Angestellten des „Schwan“, denn so Treubau GmbH-Geschäftsführer Dietmar Schmidt, der Interessent wird die Belegschaft übernehmen. So steht es im Pachtvertrag, der am 3. Mai unterzeichnet wurde. Am Mittwoch informierte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) im geschlossenen Teil des Stadtrates über die Entscheidung.

Die bisherigen Betreiber hatten seit Mitte vergangenen Jahres gezielt versucht, einen neue Lösung zu finden, denn so Wohnstätten-Geschäftsführer Marc Etzold: „Gastronomie- und Hotelgewerbe waren und sind nicht unsere Kernaufgaben. Um sich weiter gezielt der Vermietung und Verpachtung von Wohnraum zu kümmern, war dieser Schritt notwendig.“ Hinzu käme, das sich die Bedingungen in Gastronomie verschärft haben – unter anderem wegen des Mindestlohns.

Stadt gibt Einfluss aus der Hand

Die städtischen Gesellschaften geben mit dieser Entscheidung jeglichen Einfluss auf den Betrieb ab – lediglich die Immobilie bleibt in ihrer Hand. Entschuldet ist der Schwan seit dem Jahr 2010. Laut Aussage des Kämmerers Jörg Bringewald flossen und fließen auch künftig keine Zuschüsse aus der Stadtkasse.

Der Pachtvertrag ist auf zehn Jahre geschlossen. „Wir hoffen, dass er nach Ablauf dieser Zeit verlängert wird“, so Etzold. Vereinbart ist ein Übergang ohne längere Schließung. „Welche Möglichkeiten der neue Betreiber forciert, liegt nicht mehr in unserer Hand“, sagt Dietmar Schmidt. Die Geschäftsführer erhoffen sich durch den Wechsel, dass das Haus, in privatwirtschaftlicher Hand geführt, von den Oschatzern stärker als jetzt angenommen wird. Die meisten Gäste sind aktuell Touristen.

Stadträte begrüßen Entscheidung

Die Fraktionen des Oschatzer Stadtrate begrüßen die Entscheidung. Uwe Joite (FDP) erhofft sich „mehr Schwung im gesamten Zentrum“.

David Pfennig (Grüne) freut sich, dass die Anregungen einiger Stadträte, das Haus zu privatisieren, nun fruchten. „Ob sich die Situation dadurch verbessert, bleibt abzuwarten“.

Dietmar Schurig (CDU) spricht von einer „längst überfälligen Entscheidung“. Der Schwan gehöre in private Hand. Er wertet positiv, dass die Immobilie nicht verkauft wurde.

Thomas Schneider (Linke) legt Wert darauf, dass alle angestellten Mitarbeiter übernommen werden und die Qualität des Hauses erhalten bleibt oder gar besser wird. „Die Pächter bringen die Erfahrung mit, um das Haus aufzuwerten“.

Holger Schmidt (CDU) trägt die Entscheidung mit und hofft, dass Oschatzer öfter den Weg in den Schwan finden.

Katrin Hanel (Freie Wähler) sieht im Wechsel die Chance, deutsche, bürgerliche Küche in Oschatz auf breitere Füße zu stellen. „Der Schwan wird angenommen, keine Frage. Aber mit noch mehr gastronomischer Leidenschaft gewinnt das Haus trotz schwieriger Rahmenbedingungen vielleicht mehr Zulauf aus der Region“, hofft auch sie.

Von Christian Kunze

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