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Oschatz Oschatzer Riesenstollen für den Anschnitt bereit
Region Oschatz Oschatzer Riesenstollen für den Anschnitt bereit
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16:45 30.11.2012
Für die private Kaffeetafel und für den Weihnachtsmarkt produzieren Benjamin Spänig, André Hausburg und Daniel Weigel (v.l.) von der Oschatzer Bäckerei Kretschmer. Der Riesenstollen, der am kommenden Freitag zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes angeschnitten wird, darf bis dahin noch im Keller ruhen. Quelle: Dirk Hunger
Oschatz

Von Janett Petermann

Mit Bedacht schob Bäckermeister Daniel Weigel gestern, Punkt 8 Uhr morgens das 1,70 Meter lange Backwerk in den heißen Ofen. Wie in jedem Jahr liefert die Bäckerei Kretschmer den Stollen für den Oschatzer Weihnachtsmarkt. "Ich mache das jetzt schon zum 18. Mal", freut sich Weigel.

Eine Woche vor dem Anschnitt auf dem Oschatzer Neumarkt begann gestern die Fertigung der süßen Tradition. Riesige Mengen Mehl, Fettigkeit, Rosinen, Zitronat und Zucker sowie ein knapper Liter Rum wurden vermengt und zu dem 32 Kilogramm schweren Kuchenlaib geformt.

"Der Stollen braucht etwas über zwei Stunden im Ofen", weiß Altmeister Günter Kretschmer, der vor 42 Jahren diesen Weihnachtsbrauch ins Leben rief. Seitdem durchlief der Oschatzer Riesenstollen viele Entwicklungsstadien. "Als wir noch unseren alten Ofen hatten, war der Stollen 40 Zentimeter länger", erinnert sich Meister Weigel, denn die Länge des Backwerkes hängt mit der Tiefe des Ofens zusammen.

Wann der Stollen fertig ist, entscheidet das Gefühl des Bäckers. "Wenn man den richtigen Zeitpunkt verpasst, dann wird er schnell bröselig im Inneren", erläutert der Altmeister und hat auch nach all den Jahren noch ein wachsames Auge auf das Treiben in der Backstube.

Ein weiteres Novum ist das Stollenmädchen, das den ersten Schnitt am weihnachtlichen Backwerk durchführt. "Früher haben das unsere Kinder gemacht und sich als Wichtel verkleidet. Aber die sind nun alle erwachsen", so Petra Kretschmer. "Daher kam unserem Meister vor drei Jahren die Idee - ähnlich wie bei der Wermsdorfer Fischkönigin - einer jungen Frau den ersten Schnitt zu überlassen." In diesem Jahr wird es Annika Eulitz sein, die am nächsten Freitag als drittes Mädchen die dankbare Aufgabe übernimmt, den Stollen an die Oschatzer zu verteilen.

"Wir machen dafür aber keine Ausschreibung, sondern sehen uns im Bekanntenkreis um, ob es ein nettes Mädchen für die Aufgabe gibt", erklärt die Bäckereichefin. Bis es so weit ist, muss der Stollen aber noch eine Woche im dunklen Keller auf seinen Auftritt warten.

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