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Oschatz Oschatzer Rosenschule veredelt tausende Pflanzen
Region Oschatz Oschatzer Rosenschule veredelt tausende Pflanzen
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06:00 23.07.2016
Der Geschäftsführer der Baum- und Rosenschule Müller, Dag Müller, wirft einen genauen Blick auf die Rosen auf dem Rosenfeld am Ortsausgang Oschatz. Quelle: Foto: Kristin Engel
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Oschatz

Schon von Weitem kann man die bunten Rosen vor dem Collm am Ortsausgang Oschatz strahlen sehen. Rote, weiße, pinke, lilafarbene – in den prächtigsten Farben und Formen.

„Wir haben hier 2800 Stammrosen und 16 000 Buschrosen. Diese brauchen vier beziehungsweise zwei Jahre zum wachsen. Deswegen müssen wir planen. Wir legen fest, welche Rosen in drei oder vier Jahren gefragt sind. Das ist ein bisschen wie ein Lottospiel. Es ist schwer, das vorauszusehen“, sagt der Geschäftsführer der Baum- und Rosenschule Müller, Dag Müller. Dreieinhalb Hektar umfasst das gesamte Rosenfeld. Hinzu kommen die Felder der wilden Stämme. Durch sie sollen im kommenden Jahr 25 000 neue Stammrosen entstehen – rund 3000 weniger als bisher. „Vor einigen Jahren brach der Stammrosenmarkt schlagartig zusammen. Das war jedoch ein weltweites Problem und betraf nicht nur die Region“, erklärt der Geschäftsführer. „Dazu hatten wir drei schlimme Winter, in denen viele Rosen in Privatgärten erfroren sind. In den vergangenen drei Jahren hat die Überwinterung der Rosen gut geklappt und der Markt zieht wieder an. Dennoch haben wir uns dafür entscheiden, vorerst weniger Rosen zu produzieren, um nicht auf einer Vielzahl von Pflanzen sitzen zu bleiben.“

Ärgern tue sich Dag Müller auch über die Langfinger, die nachts auf das Gelände gehen und bereits bis zu 30 Pflanzen entwendet haben. „Die werden sowieso eingehen“, ist er sicher. Zu dieser Jahreszeit schaffen es die Pflanzen nicht, zu überleben, wenn sie umgesetzt werden. Das schaffen nur die Rosenpflanzen aus dem Topf. „Wenn kein Frost ist, kann man aus dem Topf das ganze Jahr pflanzen“, sagt der Experte. „Im Topf gibt es jedoch nur einen Teil der über 100 Sorten der Rosen, die wir haben“, so der Geschäftsführer. Es gelte, zu selektieren. „Die Kunden legen großen Wert auf Duft und Aussehen. Bei uns steht besonders die Blattgesundheit im Vordergrund.“

Um diese und um die Veredelung der Rosen kümmern sich auf dem Rosenfeld am Collm zwölf Mitarbeiterinnen acht Stunden am Tag. Zu Spitzenzeiten werden auch Saisonkräfte aus der Region hinzugeholt. Je nachdem, wie warm es ist, beginnt die Schicht bereits um sechs Uhr morgens. Ist es zu heiß, gibt es dann auch mal hitzefrei, obwohl bei hohen Temperaturen und Trockenheit die Knospen bei der Veredelung besser anwachsen. Wenn es zu kühl ist, ist auch das Ergebnis schlechter.

Der Sinn des Veredelns sei, dass man die Sorte weiter verbreiten kann. Sonst gebe es nur einen wilden Stamm, der eine kurze Zeit weiße kleine Blüten und Hagebutten trägt. Die Sorteneigenschaften könnten weitergegeben und auf den wilden Stamm übertragen werden, so dass es auch im nächsten Jahr ein ähnliches Ergebnis geben wird, erklärt Dag Müller. Unter der Blattachse befindet sich eine Knospe. Diese wird aus dem Trieb herausgelöst und in den wilden Stamm eingesetzt. „In dieser Knospe sind alle Eigenschaften und Erbinformationen der Sorte gespeichert – Farbe, Größe, Duft und Aussehen. Im kommenden Jahr wächst diese Sorte aus der Veredelung heraus“, kündigt Dag Müller an.

Ende Oktober werden die jetzt blühenden Stammrosen sortiert, aufbereitet und jeweils fünffach gebunden. Dann können sie käuflich erworben werden. Erst vor Kurzem wurde in Striesa ein neuer Betrieb der Baum- und Rosenschule eröffnet. Dort werden nun Obstbäume im Topf produziert – ebenfalls ein Trend in der Ganzjahrespflanzung.

Von Kristin Engel

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