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Oschatz Oschatzer Samuraischwert und Doppelmord
Region Oschatz Oschatzer Samuraischwert und Doppelmord
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17:20 12.05.2013
Ingo Bauer nimmt dem kleinen Luis Rische die Fingerabdrücke ab. Quelle: Dirk Hunger

Die Leiterin des Hauses Dana Bach hatte anlässlich des internationalen Museumstages den Kriminalbeamten Ingo Bauer vom Polizeirevier Oschatz eingeladen, der mit seinen außergewöhnlichen Ausstellungsstücken für Gästezuspruch sorgte.

Zur Wendezeit wäre es fast spurlos verschwunden, doch Ingo Bauer hat das selbst gebaute Samurai-Schwert gerettet. Diese Waffe, die in einer Museumsvitrine zu sehen ist, fand die Polizei in den 80er Jahren auf dem Rücken eines jungen Mannes. Der hatte sich das Schwert umgeschnallt und sich dann in der Oschatzer Filzfabrik vor den Augen seiner entsetzten Ex-Geliebten mit einem aufgebohrten Luftgewehr umgebracht.

Gerettet hat der heute 58-jährige Polizist auch die Ermittlungsakte vom Brand des Schlosses Dahlen - mit Skizzen vom Tatort und Fotos. "Das ist eine sehr akribische Ermittlungsarbeit", sagte Museumsleiterin Dana Bach im Gespräch mit Dahlener Heimatfreunden, die gestern extra wegen dieser Akte nach Oschatz gekommen waren. Karl Berger, Vorsitzender des Schloss- und Parkvereins Dahlen, will sich die Unterlagen nun kopieren und im Schloss mit ausstellen. Die Brandakte ist noch bis zum Ende der Sonderausstellung am 23. Juni in Oschatz zu sehen.

Mike Rische aus Merkwitz besuchte gestern mit seiner Familie die Sonderausstellung und interessierte sich besonders dafür, wie Kriminalbeamter Bauer seinen Söhnen die Fingerabdrücke abnahm. "Die Kinder spielen Räuber und Gendarm und sind sehr wissbegierig", begründete der 39-Jährige sein Interesse. Die Fragen zu den Fingerabdrücken kann er jetzt beantworten. Und der Merkwitzer hörte auch gleich vom spektakulärsten Fall, der hier in der Region mit Hilfe von Fingerabdrücken aufgeklärt werden konnte. "Das war der Doppelmord 1994 an zwei Cousinen an der B 87 bei Torgau", erzählte Ingo Bauer, der damals selbst an den Ermittlungen beteiligt war. Die Leichen der 17-jährigen Antje Köhler und ihrer 18 Monate alte Cousine Sandy Hofmann wurden später in einem Wald bei Hamburg gefunden. Bauer: "Am Tatort haben wir einen Eimer mit Fingerabdrücken gefunden." Neun Jahre später konnte der Täter, der wegen eines weiteren Mordes im Gefängnis saß, anhand dieser Fingerabdrücke identifiziert werden. Frank Hörügel

Frank Hörügel

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