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Oschatzer Schüler bekommen Hubertusburger Jugendfriedenspreis

Wettbewerb Oschatzer Schüler bekommen Hubertusburger Jugendfriedenspreis

Drei Schüler des Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasiums erhalten den Hubertusburger Jugendfriedenspreis. Sophie Kinder und Jenny Adam hatten sich mit einem Bild beworben, Elisa Brechlin mit einer Fluchtgeschichte. Mit der Preisverleihung beginnen die Hubertusburger Friedensgespräche in Wermsdorf.

Elisa Brechlin, Jenny Adam und Sophie Kinder (v.l.) erhalten heute den Hubertusburger Jugendfriedenspreis in Wermsdorf.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz/Wermsdorf. Beim 4. Hubertusburger Jugendfriedenspreis, der heute in Wermsdorf verliehen wird, sind die Schüler des Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasiums stark vertreten. Insgesamt hatten Jugendliche 38 Einzel- und Gruppenbeiträge zum Wettbewerb des Freundeskreises anlässlich der heute beginnenden Hubertusburger Friedensgespräche beteiligt. „Uns haben wirklich viele, sehr interessante Beiträge erreicht“, teilte Heidi Schilling von der Bewertungskommission mit. Sophie Kinder und Jenny Adam aus der 11. Klassenstufe werden heute für ihr Gemälde „Twoface“ mit dem zweiten Preis ausgezeichnet, die Zehntklässlerin Elisa Brechlin, die die Fluchtgeschichte ihres Opas zum Thema ihrer Arbeit gemacht hat, kann sich über den dritten Platz freuen. Alle drei werden – wie weitere Preisträger aus Döbeln und Wurzen – heute ihre Wettbewerbsbeiträge zur Eröffnung im Ovalsaal von Schloss Hubertusburg vorstellen.

Das Bild „Twoface“ von Jenny Adam und Sophie Kinder

Das Bild „Twoface“ von Jenny Adam und Sophie Kinder.

Quelle: privat

„Das machen wir gemeinsam“, kündigen die Schülerinnen Sophie Kinder und Jenny Adam an. Die Nachricht von ihrem Preis kam für die beiden Elftklässlerinnen überraschend. „Abgabeschluss war ja bereits im Juni. Ich hatte den Wettbewerb schon fast vergessen und hab aus der Zeitung erfahren, dass wir den zweiten Platz geschafft haben“, erzählt die 17-jährige Sophie. Die Anregung, eine Arbeit für den Jugendfriedenspreis einzureichen, kam von ihrer Lehrerin Kerstin Krause.

Sie unterrichtet am Thomas-Mann-Gymnasium Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung, Wirtschaft, kurz GRW, und hatte im vorigen Schuljahr in zwei zehnten Klassen Krieg und Frieden im Zusammenhang mit internationaler Politik zum Thema. Das werde vor allem vor dem Hintergrund der damit verbundenen Fluchtbewegungen auch unter den Schülern des Gymnasiums heftig diskutiert. „Es treffen verschiedene Ansichten aufeinander, die Schüler eint aber der Wunsch, darüber zu sprechen“, hat sie beobachtet. Deshalb habe sie angeregt, sich dem Thema auch anderweitig zu nähern und sich damit am Wettbewerb zum Jugendfriedenspreis zu bewerben. Neben Plastiken, Gedichten und Berichten seien so auch Bilder entstanden.

Etwa das Gemälde „Twoface“ von Sophie Kinder und Jenny Adam. Es zeigt zwei Varianten eines Baumes. „Eine Seite sieht tot aus, öde und leer. Man sieht einen verzweifelten Soldaten. Die andere Hälfte dagegen ist blühend und strahlt Glück und Zufriedenheit aus“, beschreibt Sophie Kinder, die mit dem Baummotiv eine Idee ihrer Schwester Friederike aufgegriffen hatte. Die Malerei auf Leinwand sei dann eine Arbeitsteilung gewesen. „Das Motiv haben wir gemeinsam entwickelt, aber Sophie kann viel besser malen, ich habe unter ihrer Anleitung mitgemacht“, räumt die 16-jährige Jenny Adam ein.

Aufs Zuhören, Fragen und Schreiben hat sich Elisa Brechlin für ihre Arbeit verlegt. „Ich wusste, dass mein Opa am Ende des Zweiten Weltkrieges flüchten musste, kannte die genauen Umstände aber nicht. Darüber hab ich dann im vergangenen Winter mehrmals mit ihm gesprochen. Er war bereit, meine Fragen zu beantworten und hat mir geschildert, wie er die letzten Kriegsmonate erlebt hat“, erzählt sie. Die 15-Jährige hat die Erinnerungen des damals Gleichaltrigen aufgeschrieben und neben anderen historischen Ereignissen – etwa dem Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945, dem ihr Opa auf der Flucht nur knapp entkommen ist – eingeordnet. „Man kann kaum ermessen, was Menschen durchmachen müssen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen“, findet sie. Das gelte für alle vom Krieg Betroffenen bis heute. „Das Thema ist aktuell geblieben, deshalb habe ich die Arbeit für den Jugendfriedenspreis eingereicht“, so die Schülerin über ihre Motivation.

Heute werden die Arbeiten der Preisträger des Oschatzer Gymnasiums in Wermsdorf präsentiert. Außerdem ist die Schule ab 18.30 Uhr am „Jahrmarkt der Ideen“ beteiligt, bei dem Initiativen aus der Region vertreten sind. Die Pennäler stellen dabei ihren Europatag vor, der am 30. November in der Schule stattfindet und sich mit Integration in Nordsachsen beschäftigt.

www.freundeskreis-hubertusburg.de

Von Jana Brechlin

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