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Oschatz Oschatzer Schüler diskutieren über Flüchtlingspolitik
Region Oschatz Oschatzer Schüler diskutieren über Flüchtlingspolitik
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11:33 11.12.2015
Bäcker Nils Taube gewährt Oschatzer Flüchtlingen Einblick in sein Unternehmen. Quelle: Anja Terpitz
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Oschatz

 Wenn die Aula des Thomas Mann Gymnasiums bestens gefüllt ist, dann kann es eigentlich nur zwei Gründe dafür geben. Entweder die Schüler schreiben eine Klausur oder es findet eine Veranstaltung statt, die mit ihrem Thema die Gäste anlockt. Letzteres war am Mittwoch der Fall, als neben Anja Terpitz als Vertreterin des Oschatzer Bündnis für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz, sowie Pfarrer Christof Jochem, auch der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar zu Gast waren, um über die aktuelle Flüchtlingspolitik der Stadt zu informieren, gleichzeitig aber auch, um bestehende Fragen zu klären. Kerstin Krause, Lehrerin und Organisatorin der Diskussion, leitete die Veranstaltung mit dem Wunsch ein, Menschen, die auf der Flucht sind, ein Gesicht zu geben, „Wir müssen diese Menschen gemeinsam willkommen heißen“, sagt sie.

Anschließend stellte Anja Terpitz das Projekt des Oschatzer Bündnisses vor, da diese Arbeit auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist und für manche Städte und Gemeinden in einer gewissen Weise als Vorbild dient, so Terpitz, die, ebenso wie Bürgermeister Andreas Kretschmar, mit dem ein weiterer Fachmann zum Thema vor Ort war, auch auf die zahlreichen Fragen der Schüler hilfreiche Antworten wusste. So konnte beispielsweise erklärt werden, dass nicht die Stadt, sondern der Landkreis die Gelder für die Unterbringung und die Versorgung von Flüchtlingen bereitstellt.

Andreas Kretschmar kündigte im Gespräch übrigens weiterhin an, dass es, bevor im Januar Flüchtlinge auf dem ehemaligen DHL Gelände untergebracht werden, noch Möglichkeiten zu Gesprächen mit ihm geben wird, um mögliche Fragen zu klären. Großen Applaus erntete die 17-jährige, aus Afghanistan geflüchtete Mahnaz Amirian, die seit September letzten Jahres in Deutschland ist und seit Ende des letzten Schuljahres am TMG lernt. Sie schilderte ihre Situation und wies dabei darauf hin, wie umständlich manche Dinge sind. Sie und ihre Geschwister mussten anfangs zum Beispiel eine Torgauer Schule besuchen, obwohl sie in Oschatz wohnten, Deutsch wurde über das Internet gelernt. Aber auch Lehrerinnen wie Silke Hörügel und Schulleiterin Marion Müller gaben ihre Meinung kund, beide forderten das Kollegium und die Schüler zu mehr Offenheit auf. Es sei notwendig, über die verschiedenen Positionen zu reden.

Positiv war die Aussicht, die Kretschmar nach einem Gespräch in der Vorwoche auf neue Lehrer für die DaZ (Deutsch als Zweitsprache) – Klassen in Oschatz geben konnte. Christof Jochem und Anja Terpitz machten vor allem darauf aufmerksam, dass Gespräche und Diskussionen gesucht werden müssen, auch wenn es teilweise beunruhigend ist, was man in den Sozialen Netzwerken zu lesen bekommt. Insgesamt wurden reichlich Fragen geklärt und neben Bürgermeister Kretschmar, der solche Gesprächsrunden als sehr wichtig ansieht, da Probleme offen geklärt werden können, war auch Kerstin Krause zufrieden mit der Veranstaltung. Sie sagte: „Ich war beeindruckt vom Auftritt von Mahnaz und denke, dass viele Fragen beantwortet werden konnten.“

Von Dominik Ferl

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