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Oschatz Oschatzer Schüler organisieren sich ein eigenes DDR-Museum
Region Oschatz Oschatzer Schüler organisieren sich ein eigenes DDR-Museum
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09:36 11.04.2017
Alte Schulbücher, Rechenschieber und Pionierkleidung sind nur ein kleiner Teil der Ausstellung. Fachbereichsleiterin Ute Schurig (3. von links) hält eine Ausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 19. Oktober 1989 in der Hand. Quelle: Christian Neffe
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Oschatz

Geschichte ist da, um aus ihr zu lernen. Nicht nur in politischer Hinsicht trifft dies zu, sondern – wie eine Klasse am privaten Bildungszentrum Oschatz beweist – auch im Bereich der Altenpflege. Im Rahmen ihrer Ausbildung riefen sie kurzerhand ein Projekt ins Leben, bei dem die 10 Schüler der Klasse die eigene oder elterliche Wohnung nach alten Andenken und Gegenständen aus der Vorwendezeit durchsuchen sollten.

Die Fundstücke wurden in der Akademie zusammengetragen und zwei Tage lang für ihre Mitglieder ausgestellt. Neben alten Küchen- und Haushaltsgeräten, Schreibmaschinen, Schallplatten, Spielzeug und Pionierkleidung finden sich in der Sammlung auch Dinge, die man sonst selten im Museum sieht: Zigarettenschachteln oder ungeöffnete Saftflaschen beispielsweise. Sogar eine alte, aber gut erhaltene Ausgabe der Leipziger Volkszeitung vom 19. Oktober 1989 konnte eine Schülerin auftreiben.

Besonders interessant für die angehenden Pflegekräfte: Medizinische Lehrbücher aus der Deutschen Demokratischen Republik. Die würden sich, so Fachbereichsleiterin Ute Schurig, inhaltlich nur wenig von den heutigen Nachschlagewerken unterscheiden – außer, dass sie wesentlich dünner seien.

Ergänzt wurde die zweitägige Ausstellung durch eine Gesprächs- und Diskussionsrunde mit Zeitzeugen samt passender kulinarischer Verköstigung: Kalter Hund und Fassbrause sorgten für gefüllte Mägen, glückliche Gesichter und eine kleine Aufbesserung des Klassenkasse. Das war allerdings nur ein netter Nebeneffekt, denn das eigentliche Ziel dieses Projektes ist, den Schülern ein Verständnis von den Biografien und der Lebenswelt ihrer Patienten zu vermitteln. „Wenn die Pfleger das verstehen, finden sie viel leichter einen Zugang zu verschlossenen, älteren Menschen und kommen besser mit ihnen ins Gespräch“, erklärt Lehrer Ulrich Klötzer, der maßgeblich für die Organisation der Ausstellung verantwortlich zeichnete.

Auch wenn die Mini-Messe nicht öffentlich war und inzwischen beendet ist, so ist das Projekt noch lange nicht abgeschlossen: Klötzer arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, das Ganze als Wanderausstellung in die Pflege- und Wohnheime im Kreis zu bringen. Die Chancen dafür sehen, wie er sagt, „sehr gut aus“.

Von Christian Neffe

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