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Oschatz Oschatzer Schüler sind begeisterte Leser
Region Oschatz Oschatzer Schüler sind begeisterte Leser
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15:44 25.04.2018
Petra Kneppe von der Buchhandlung Roscher mit den Fünftklässlern des Thomas-Mann-Gymnasiums auf Schnitzeljagd im Leseraum der Schule. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Oschatz/Collm-Region

Stolze 84 Prozent der 6- bis 13-Jährigen in Deutschland lesen in ihrer Freizeit. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (Stand 2016). Knapp die Hälfte liest mindestens einmal pro Woche, ebenso ist jedes zweite Kind an Büchern interessiert, liest „gerne“ oder gar „sehr gerne“. Nur 16 Prozent gaben an, außerhalb der Schule überhaupt nicht zu lesen.

Keine langweilige Wasserglaslesung

Damit diese Statistik nicht zu Ungunsten des Lesens kippt, fördern Buchhandlungen, Verlage, Schulen und andere Partner den Lesespaß. Konjunktur haben Initiativen zum Welttag des Buches am 23. April. In dieser Woche zeigten die Buchhandlung Roscher und die Grundschule zum Bücherwurm, dass Lesen wichtig ist. Bei den Bücherwürmern war der Star unter den Kinderbuchautoren zu Gast. Jens Reinländer schreibt seit seinem 26. Lebensjahr, seit 16 Jahren ist er als freiberuflicher Autor – oder besser Unterhaltungskünstler – ein gefragter Mann. Was Reinländer 150-mal im Jahr vor Grundschülern bietet, sind keine langweiligen Wasserglaslesungen. Er plappert, grimassiert und gestikuliert – und das Publikum ist sofort begeistert.

Der 53-Jährige erzählt das nach, was er aufgeschrieben hat – und wirft dazu Illustrationen aus seinen Büchern an die Wand. Immer wieder verwandelt er sich in Figuren – und das hat Hand und Fuß, nahm er für diese Vorstellungen doch eigens Schauspielunterricht. In der Geschichte „Rabatz im Langen Lulatsch“, der von einem Wolkenkratzer und seinen Bewohnern handelt, wimmelt es von schrägen Typen, denen der Schriftsteller Leben einhaucht. „Mir haben alle davon gefallen“, sagt Viertklässlerin Mathilda Helene Hantzschmann. Noch hat sie kein Buch von Reinländer im heimischen Regal – aber das wird sich bald ändern.

Kostenloser Autorenbesuch

„Bücher sind Alleskönner“, sagt Reinländer. Und nachdem er demonstriert hat, wie Bücher als Schneeschieber, Tennisschläger, Fächer und Regenschirm funktionieren können, glaubt man das auch.

Möglich macht die kostenlose Lesung für alle Bücherwurm-Schüler eine Kooperation mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen. Der Verein finanziert, gemeinsam mit dem Förderverein der Grundschule, den Autorenbesuch. Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen finanziert das Vorhaben mit – und zwar aus Steuermitteln auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushalts.

Nach dem Vortrag gibt der Autor Autogramme und stellen die Schüler gezielt Fragen, die dann später in der Unterrichtseinheit „Rund um das Buch“ ausgewertet werden. Dort gehen die Drittklässler auch der Herstellung von Büchern auf den Grund. Und damit nicht genug: Die jährliche Kür des Lesekönigs, die Schulbibliothek und ein Ganztagsangebot zum Lesen, ergänzend zur Lektüre im Unterricht – all das sorgt dafür, dass die Beschäftigung mit Literatur bei den Bücherwürmern nicht langweilig wird.

Buchhandlung Roscher an 16 Schulen aktiv

Langeweile ist dieser Tage auch für Alexandra Roscher und Petra Kneppe ein Fremdwort. Die Buchhändlerinnen besuchen 16 Schulen in der Collm-Region, lesen und verschenken Geschichten und lassen die Schüler Rätsel dazu lösen – drei Wochen lang. Weil dieses von der Stiftung Lesen, dem cbj-Verlag und weiteren Partnern initiierte Projekt immer öfter nachgefragt wird, hat sich Alexandra Roscher ebenfalls Unterstützung geholt. Die Oschatzer Wohnstätten, das Betonwerk Oschatz und die Sparkasse Leipzig greifen ihr unter die Arme, damit der gestiegene Aufwand bewältigt werden kann.

Von Christian Kunze

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