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Oschatz Oschatzer Sparte geht gegen Garten-Leerstand in die Offensive
Region Oschatz Oschatzer Sparte geht gegen Garten-Leerstand in die Offensive
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09:18 30.06.2016
Die Kinder vom Schlumpfenland wollten von Imker Gerhard Spindler alles über die Bienen erfahren. Quelle: Fotos: Dirk Hunger
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Oschatz

Während zu DDR-Zeiten eigene Gärten heiß begehrt waren, sieht das heute etwas anders aus. Der demografische Wandel in der Region bringt es mit sich, dass die jungen Leute nur noch schwer für einen eigenen Garten, in den Zeit und Arbeit investiert werden muss, zu begeistern sind. So stehen in vielen Kleingartenanlagen Parzellen leer und verwildern zum Teil. Dieser Entwicklung zu begegnen, ist eine Herausforderung für die Gartenvereine.

Der Kleingartenverein Erich-Billert in Oschatz übernimmt hier eine Vorbildrolle. Und der Erfolg gibt „Billerts“ recht. Die Sparte wurde 2002 beim Bundeskleingartenwettbewerb mit der Silbermedaille geehrt. Zudem wurde er 2010 und 2013 zu Nordsachsens bester Gartenanlage gekürt. So hatte man einige der leerstehenden Gärten zu Themen- und Tafelgärten umfunktioniert. Manche Vereinsmitglieder haben auch zwei Gärten, um zu gewährleisten, dass die Anlage einen ordentlichen Eindruck macht.

Eine weitere Maßnahme des Vorstandes ist es zudem, die Öffentlichkeit für die Sparte zu interessieren und Angebote zu schaffen, die auch den Nicht-Gärtner ansprechen. So wurden zum Beispiel in dieser Woche die Kindergarten- und Vorschulkinder der ASB-Kita Schlumpfhausen in die Anlage eingeladen.

Mit großen Hüten und Netzen über dem Gesicht stapften die Kleinen dem Imker Gerhard Spindler neugierig hinterher. Denn sie wollten alles wissen, was er ihnen über die Bienen erzählen konnte. „Kann man die Bienen auch streicheln?“, fragte eine der kleinen Zuhörer. Und auch das machte der Imker möglich. Denn „die Brummer“, wie er die Drohnen nannte, konnten die Kinder sogar in die Hand nehmen.

Auch wenn einige noch zurückhaltend waren, wollten sie doch wissen, was in den Bienenkästen so vor sich ging. Begeistert waren sie vor allem von der Imkerpfeife. Die Kinder bliesen in den Rauchbläser, mit dem die Stechbereitschaft der Bienen gesenkt wird. Diese kümmerten sich jedoch viel mehr um ihren Honig als um die elf Kinder, die neugierig umher liefen. Die Steppkes hatten jede Menge Energie, hatten sie sich doch zuvor mit einem leckeren Honigbrötchen und süßer Brause stärken können.

„Wir werden von dem ehemaligen Imker Gerhard Botz und Gerhard Spindler jedes Jahr zum Imkerfrühstück in den Erich-Billert-Gartenverein eingeladen. Dieser Einladung folgen wir natürlich sehr gerne. Die Kinder erfahren etwas über die Bienen und kosten leckeren Honig“, sagt Erzieherin Heike Jundel.

Gerhard Spindler war bereits zu DDR-Zeiten Imker. Nach einer Pause hatte er sich 2011 wieder Bienen angeschafft. „In Lonnewitz hatte ich ein Bienenhaus“, sagt er. Als im Gartenverein ein Imker gesucht wurde, da Gerhard Botz zurücktreten wollte, wurde vor drei Jahren der Lonnewitzer der neue Imker des Vereins.

Nach einigen Um- und Ausbauarbeiten summen jetzt zehn Völker in der Gartenanlage umher, die die Kinder bei ihrem Besuch beobachten konnten. Auf einer großen weißen Leinwand hatten die Kinder dann auch noch die Möglichkeit, sich künstlerisch auszutoben. Große Blumen und natürlich auch Bienen zieren nun den Kleingartenverein und sollen am Wochenende zum traditionallen Gartenfest viele Besucher anlocken. Denn 93 Jahre Kleingartenverein Oschatz-Süd, Anlage „Erich-Billert“ sollen von Freitag bis Sonntag gefeiert werden (siehe Programm rechts).

Viele Höhepunkte hat sich der Verein hier für die Besucher einfallen lassen. Höhepunkt ist der Sommernachtsball am Sonnabend. Zu den EM-Spielen gibt es auch eine große Leinwand, so dass die Fußballfans auch während des Gartenfetses nicht auf die Spiele verzichten müssen.

Wie gesagt: Die Gartensparte „Billert“ gibt sich alle Mühe, um im Gespräch zu bleiben und im besten Fall neue Mitglieder gewinnen zu können.

Von Kristin Engel

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