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Oschatz Oschatzer Stadtpark nach Sturm Friederike wieder rausgeputzt
Region Oschatz Oschatzer Stadtpark nach Sturm Friederike wieder rausgeputzt
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06:00 08.06.2018
Hildrun Berger von der Stadtverwaltung Oschatz zeigt einen historischen Plan des gesamten Areals des Oschatzer Stadtparks. Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz

Franz Schubert hat niemals den Oschatzer Stadtpark betreten. Und dennoch hat der 1828 verstorbene österreichische Komponist eine Aktie an der Gestaltung dieses Areals. Im hinteren Teil des Parks wurde jetzt der sogenannte Schubert-Blick wieder hergestellt – im Zuge des Aufräumens nach „Friederike“ geschah noch einiges mehr. Die Stadtverwaltung reagierte auf Kritik aus der Bevölkerung. „Wir haben einige Zeit nichts gemacht und mussten etwas nachholen. Das ist nun geschehen“, gibt sich Oberbürgermeister Andreas Kretschmar selbstkritisch.

Würdigung Robert Härtwigs

Heimatforscher Dr. Manfred Schollmeyer erklärt, was es mit dem Schubert-Blick auf sich hat. Anlässlich des 100. Todestages von Schubert wurde 1928 viel Aufsehen um seine Person gemacht- „Journalisten würden von einem Hype schreiben“, meint er. Straßen, Plätze, Denkmale – alles wurde „verschubert“. So auch der Blick vom erhöhten Punkt im an den Kleinforst grenzenden Teil des Parks auf die Promenade, das Rathaus und die St. Aegidienkirche. „Wir wollen diese besondere Sichtachse wieder herstellen“, erklärt Hildrun Berger, zuständig für das Grün in der Stadtverwaltung.

Eine neue Bank, gefertigt aus Baustämmen, die Friederike zum Opfer fielen, wurde bereits aufgestellt, ebenso ein Hinweisschild. Eine neue Tafel mit Erläuterungen steht seit kurzem auch an der Härtwig-Eiche. Der 104 Jahre alte Baum unweit des Parkeingangs an der Parkstraße auf Höhe des Krankenhauses wurde von den Mitgliedern des Verkehrs- und Verschönerungsvereins gepflanzt – zu Ehren des Bürgermeister Robert Härtwig (Amtszeit 1879 bis 1914), der den Park Ende des 19. Jahrhunderts anlegen und auch das Oschatzer Krankenhaus errichten ließ. Der hintere Teil des heutigen Parks bis Kleinforst wurde erst später nach zähem Ringen mit dem Stadtrat angelegt.

Parkpflege beginnt mit Axt und Säge

Ob jeder der folgenden Eingriffe im Park im Sinne Härtwigs gewesen ist, darüber kann man streiten. Fakt ist, dass zwischen 1894 und 1910 alle vier Jahre durchforstet wurde, weitere Pflegemaßnahmen sind 1923 und 1940 nachweisbar. Zwischen 1945 und 1989 kümmerten sich Stadt und Staatsforst um das Areal. Bereits zu dieser Zeit wurde der hintere, später angelegte Bereich vom Forst verwaltet. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nach der Rückübertragung an die Stadt Oschatz im Jahr 1995 übernahm der Staatsbetrieb Sachsenforst die Pflege des waldähnlichen Gebiets hinter der Rodelbahn. Geändert hat sich an der Herangehensweise in den Jahren wenig. „Parkpflege beginnt mit Axt und Säge – damals wie heute“, verteidigt Hildrun Berger einige rigoros erscheinende Eingriffe in die Natur, die manchem Anwohner, Spaziergänger oder Naturfreund als Kahlschlag erscheinen.

Holz an private Werber verkauft

Die Unterhaltung des Geländes hat auch einen rechtlichen Aspekt. Während der vordere Teil nach parkpflegerischen Gesichtspunkten bearbeitet wird, gelten für die hinteren Flächen die Vorgaben des Sächsischen Waldgesetzes, so der Oberbürgermeister. Entgegen der üblichen Praxis habe man nach dem Sturm Friederike einen Großteil der 500 Festmeter vom Wind gebrochenen Holzes an private Holzwerber verkauft – das gelte sonst nur für den richtigen kommunalen Stadtwald.

Von Christian Kunze

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