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Oschatzer Stadträtin fordert mehr Transparenz bei Baumfällungen

Diskussion Oschatzer Stadträtin fordert mehr Transparenz bei Baumfällungen

Jedes Jahr im Frühjahr sorgen Baumfällarbeiten in der Region Oschatz für Kritik, Unverständnis und Diskussionen. Stadträtin Uta Schmidt (Die Grünen) warb jetzt im Stadtrat für mehr Transparenz und forderte die Verwaltung auf, künftig über Eingriffe in die Natur vorab zu informieren. Dafür erntete sie Gegenwind.

Egal ob Pappeln am Arbeitsamt. Straßenbäume oder stattliche Eichen im Stadtpark – Baumfällungen sorgen für Diskussionen. Um diese zu entschärfen, wirbt Uta Schmidt für mehr Transparenz im Vorfeld der Eingriffe in die Natur.

Quelle: Christian Kunze

Oschatz. Diskussionen um den Umgang mit Baumfällungen im Stadtrat: Anlass war eine Anfrage der Grünen-Rätin Uta Schmidt. „Die Kritik an vermeintlichem Kahlschlag im Stadtgebiet, die immer wieder laut wird, rührt daher, dass die Bürger im Vorfeld nicht über die anstehenden Maßnahmen informiert sind“, meinte sie und plädierte für mehr Transparenz. Kritik an der Arbeit der Stadtgärtner liege ihr fern. „Aber eine breitere Öffentlichkeit im Vorfeld erspart der Stadt Rechtfertigungen und Ärger mit wütendenden Bürgern“, ist sie überzeugt.

Schmidt forderte, dass der Rat im Herbst über Fällungen informiert wird, ebenso nach der Winterbaumschau im Januar. Ferner erbat sie zur nächsten öffentlichen Sitzung eine Übersicht geplanter Neu- und Ausgleichspflanzungen für Eingriffe, etwa an Eigenheimstandorten. Ihres Wissens nach seien – Stadtpark und Stranggraben, wo auf natürliche Weise nachwächst, ausgenommen – mindestens 50 Bäume gefallen, unter anderem Obstbäume an der Kita Am Holländer, deren Früchte die Kinder mit den Erzieherinnen bisher gern und oft weiter verarbeiteten. Die Gefahr durch morsche Bäume werde überschätzt. „Im Straßenverkehr kommen mehr Menschen um, dennoch fahren nicht weniger Autos“, zog sie einen Vergleich.

Ihr Vorstoß erntete Kritik und Unverständnis. Stadtrat Albert Pfeilsticker erinnerte an die Verkehrssicherungspflicht der Stadt. „Wenn durch einen Baum oder seine Äste Gefahr im Verzug ist, muss gehandelt werden. Die Verwaltung trägt hier eine große Verantwortung. Dann kann nicht erst abgestimmt werden, ob ein Baum stehen oder fallen darf.“ Den Vergleich zur Gefahr im Straßenverkehr bezeichnete er als „absurd“.

Oberbürgermeister (OBM) Andreas Kretschmar (parteilos) wies darauf hin, dass die Stadt zehn Hektar Waldfläche aufgeforstet habe. Der Dank dafür halte sich in Grenzen. Seine Wahrnehmung sei weniger, dass Bürger sich über Fällungen ärgerten. „Auf eine Beschwerde kommen zehn Anrufer, die sich erkundigen, was das Holz kostet.“ Obstbäume dürften ganzjährig gefällt werden. Er erinnerte an Birnbäume Richtung Lonnewitz, welche die Stadt auf Bitten der Bürger stehen ließ. „Jetzt sammelt unsere personell nicht gerade stark besetzte Stadtgärtnerei das Fallobst ein.“ Diese und andere praktische Arbeit sei Statistiken vorzuziehen.

Das Baumkataster mit den Daten von über 3800 kontrollpflichtigen Bäume umfasst laut Manfred Schade 16 Aktenordner. Diese Arbeitsunterlagen seien zur Veröffentlichung weder geeignet noch bestimmt, sie seien weder anschaulich noch für Laien verständlich, so der Hauptamtsleiter. „Die Unterlagen für eine öffentliche Präsentation aufarbeiten zu lassen, stellt einen unverhältnismäßigen Aufwand dar, insbesondere, weil ein Nutzen für die Öffentlichkeit in Frage steht“, so Schade.

Stadtrat Holger Schmidt (CDU) stieß die Vorstellung auf, dass die Stadt über jede geplante Neupflanzung Zeugnis ablegen soll. „Das ruft nur Vandalen auf den Plan – und die neuen Bäume stehen nicht lange. Ich warne davor, das publik zu machen. Wenn überhaupt, sollte das die Stadt so geheim wie möglich tun“, gab er zu bedenken.

Von Christian Kunze

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