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Oschatz Oschatzer Stadtrat debattiert über Ulanen als Paten für Straßennamen
Region Oschatz Oschatzer Stadtrat debattiert über Ulanen als Paten für Straßennamen
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06:00 15.02.2017
Die neuen Straßennamen im Überblick: links das geplante Wohngebiet „Altstadtblick“, oberhalb die Bundesstraße 6, rechts unten der Penny-Markt. Quelle: Grafik: Stadtverwaltung Oschatz
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Oschatz

Fünf Straßen in Oschatz heißen „Dresdener Straße“ – um Verwechslungen zu vermeiden, strebt die Stadt die Umbenennung an. Unstimmigkeiten zwischen Verwaltung, Linkspartei und den übrigen Fraktionen im Stadtrat führten im Dezember zur Vertagung. Nun wurde erneut diskutiert – am Ende standen ein Beschluss und Kompromisse.

Konkret handelt es sich um Straßen zwischen Pennymarkt und dem Standort der einstigen Ulanenkaserne an der Dresdener Straße. Die Fokussierung auf das einst in Oschatz stationierte Ulanenregiment bei der Namensgebung war und ist der Linkspartei zuwider. Vorgesehen waren unter anderem „Ulanenhöhe“ und „Remontestraße“ (Remonte als Bezeichnung für Pferde im Militär). Peter Streubel erinnerte an „Kriegsscheußlichkeiten“, die von den Ulanen ausgegangen sind und dass der Militäreinheit bereits mit etlichen Straßennamen in Oschatz gehuldigt werde.

Linkspartei will kritische Auseinandersetzung mit Militärgeschichte

Streubel regte an, sich als Fraktion gemeinsam mit der Stadtverwaltung auch kritisch mit diesem Kapitel der Stadtgeschichte auseinander zu setzen. „Eine Ausstellung anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Garnisonsstadt Oschatz, das wir in diesem Jahr begehen, wäre dafür ein angemessener Rahmen“, unterbreitete er ein Angebot im Sinne differenzierter Betrachtung.

Dem kam die Verwaltung nach erneuter Beratung im Hauptausschuss entgegen, wählte statt der Ulanenbezüge andere: „Am Dresdener Berg“, „Altstadtblick“ (die Straße im geplanten gleichnamigen Wohngebiet) und „Am Dreikreuzberg“ (Vorschlag des Oschatzer Heimatvereins) standen zur Debatte.

Thomas Schneider (Die Linke) möchte den Anwohnern bürokratischen Aufwand und Kosten, die mit der Umbenennung verbunden sind, generell ersparen. „Wir brauchen die Änderungen nicht. Alles sollte so bleiben, wie es ist“, sagt er. Im Übrigen seien die betroffenen Anwohner der Dresdener Straße im Vorfeld der Entscheidung nicht gefragt worden, ob sie mit Änderungen einverstanden sind.

Sebastian Schneider (Die Linke) lehnte die Änderungen mit der Begründung ab, dass die Verwechslungen auch nach dem Umzug der Rettungsleitstelle von Delitzsch nach Leipzig noch weiterhin bestehen bleiben würden.

Mehrheit für Ulanenhöhe

Jürgen Mühlberg (CDU) votierte dafür, die Bedeutung der Ulanen für die Stadtgeschichte nicht gänzlich zu ignorieren. „Ich gehe im Großen und Ganzen mit. Es wäre allerdings fatal, wenn wir nicht mehr den Mut haben, uns auf unsere Historie besinnen zu können“, sagte er und stellte anschließend den Antrag, einen Teil der im Plan mit „Altstadtblick“ gekennzeichneten Straßenzüge mit dem Namen „Ulanenhöhe“ zu versehen – so wie es im Dezember ursprünglich vorgesehen war (siehe obige Grafik).

Mühlbergs Änderungsvorschlag mit neun Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und sechs Enthaltungen wurde mehrheitlich angenommen. Die übrigen, neutral formulierten Vorschläge fanden mehrheitliche Zustimmungen, wurden mit zwei, beziehungsweise drei Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen.

Von Christian Kunze

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