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Oschatzer Stadtzentrum: Leere Läden machen Händlern Sorgen

Oschatzer Stadtzentrum: Leere Läden machen Händlern Sorgen

Das schöne Stadtzentrum ist ein Markenzeichen von Oschatz. Das bestätigen viele Besucher. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Einwohner sehen das zwar täglich, aber es fällt ihnen nicht mehr auf.

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Den größten Leerstand in der Innenstadt von Oschatz gibt es in der Hospitalstraße. Das zu ändern, hängt von vielen Faktoren statt.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Gabi Liebegall

 

Gemeint ist der Leerstand von Ladengeschäften in der Innenstadt. Vor Kurzem erst eröffnet, nun schon wieder leer.

 

In der Passage und in der Hospitalstraße gibt es 43 Geschäfte, davon stehen 16 leer: Mit Holz zugehämmert wie der ehemalige Kurzwarenladen, der einen jämmerlichen Eindruck macht oder die Schaufenster sind von innen verhangen. Das sind keine Ausnahmen. Von einer belebten Innenstadt kann meist keine Rede sein.

 

Ist das normal? Fahrradhändler Christian Zieger (CDU) macht sich seinen eigenen Reim drauf: "Wir haben zwei Märkte, von denen Straßen abgehen." So seien die Kunden schnell wieder weg aus der Stadt. Die Einwohnerzahl gehe zurück. "Der demografische Wandel kommt dazu. Wir sind gerade mal 15 000 Einwohner, davon viele Rentner und überschuldete Menschen. Woher soll dann die Kaufkraft kommen?" Zieger kann nachvollziehen, dass kaum noch jemand ein Geschäft im Zentrum von Oschatz eröffnet. "Die vielen Supermärkte am Rande der Stadt ziehen die Leute eben mehr an", so der Händler. Außerdem schnappe der Internet-Handel viele Käufer weg.

 

Carola Schönfeld, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, bezieht den Begriff Leerstand nur auf die Hospitalstraße. Hier sei die Situation besonders drastisch. Insgesamt schneide Oschatz jedoch gar nicht so schlecht ab. "In anderen Städten ist das noch viel schlimmer", erklärte sie gegenüber der OAZ. Möglicherweise könnten die Läden aufgrund ihrer Lage nicht so gut vermarktet werden.

 

"Schön finde ich, dass es Geschäfte gibt, die von jungen Leuten übernommen wurden, wie das des Hörgeräteakustikers am Altmarkt und die ,Goldschmiede' auf dem Neumarkt. Ich würde die Hospitalstraße nicht abschreiben, das kann noch werden. Was fehlt in der Innenstadt, ist eine weitere Gaststätte."

 

Boris Hedde, Geschäftsführer des Institutes für Handelsforschung (IfH) in Köln, sagt dazu: "Grundsätzlich ist eine solche Entwicklung in Rand-Regionen anzutreffen. Hier und da wird auch versucht, bisherige Ladenstraßen räumlich zu kürzen, um die verbleibenden Einzelhändler besser und kompakter zu inszenieren."

 

Studien hätten gezeigt, dass es kein Patentrezept für Innenstädte gibt. Entsprechend seien alle Betroffenen gefordert, sich die Attraktivität der Innenstadt zur Aufgabe zu machen.

 

"Der Handel in Deutschland ist von zwei wesentlichen Megatrends beeinflusst. Neben der demografischen Entwicklung, die mit durchschnittlich weniger und älteren Bürgern einhergeht - in Regionen am Rand ist das sogar noch stärker - ist hier vor allem die Digitalisierung zu nennen." Der Online-Handel habe heute bereits erhebliche Marktanteile - in einigen Sortimenten sogar über 20 Prozent. "Diese Umsätze fehlen auf der stationären Fläche und führen dazu, dass sich vielerorts kleinere Einzelhändler vom Markt verabschieden müssen", so Hedde. Eine Studie gibt deutschen Innenstädten eine 3 plus.

 

Eine aktuelle Analyse "Vitale Innenstädte 2014" habe gezeigt, dass es Stellschrauben gibt, um die Attraktivität einer Stadt zu verbessern - übrigens in allen Ortsgrößen. "Im Kern steht die Frage: Wie ist es möglich, ein Erlebnisambiente zu schaffen? Hier ist das kooperierende Zusammenspiel von Handel, Stadt und Immobilienbesitzern gefragt, um Mehrwerte für Besucher zu entwickeln." Dies beginnt schon bei Sitz- und Verweilmöglichkeiten, bei atmosphärischen Arrangements und endet bei Themen wie Erreichbarkeit und Parkplätzen. © Kommentar

 

Studie auf: www.ifhkoeln.de

Gabi Liebegall

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