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Oschatz Oschatzer Stahlbaufirma Kattner feiert 70. Geburtstag
Region Oschatz Oschatzer Stahlbaufirma Kattner feiert 70. Geburtstag
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06:00 16.06.2017
Der Verkaufsroller „Oschi“. Quelle: thomas malik
oschatz

Unten passten Bierflaschen rein, oben Süßigkeiten und Zigaretten: Der Verkaufsroller „Oschi“ kostete 102 DM und wurde in den 50er Jahren von Verkäufern durch Freibäder, auf Bahnsteigen oder zur Versorgung der Arbeiter in den Frühstückspausen genutzt. „Oschi“ war in den Anfangsjahren der Firma, die Willy Kattner im Juni 1947 in seiner Heimatstadt gegründet hatte, ein Verkaufsschlager und warb mit seinem Namen republikweit für die Stadt Oschatz.

Die Firma Kattner besteht seit 70 Jahren und überstand auch die DDR-Zeit in Privathand. Mittlerweile lenkt der Enkel des Unternehmensgründers die Geschicke des Betriebes. Zusammen mit seiner Belegschaft, seiner Familie und Geschäftspartnern feierte Frank Kattner jetzt das runde Jubiläum. „Meine Rede zur Geschichte hat eine dreiviertel Stunde gedauert“, sagt der 45-Jährige. Es gab ja auch viel zu erzählen. Zum Beispiel von den Sicherheits-Hammerkeilen, Reisekorbverschlüssen oder Weidenschälapparaten, die bei Kattners hergestellt wurden. Oder von der Brötchenformmaschine RIKAFORM, mit der Ende der 70er Jahre von Oschatz aus Bäckereien in der gesamten DDR beliefert wurden. Einfach war das nicht: Die Nachfrage war riesig, doch es gab kaum Material. Als kleiner Junge war Frank Kattner dabei, wenn Getriebe für die Brötchenmaschine eingekauft wurden. Statt der benötigten 40 Getriebe durfte der Herstellerbetrieb offiziell nur 20 Stück rausrücken. Am Ende fuhren die Oschatzer trotzdem mit 40 Getrieben zurück. Präsentkörbe und Westgeld machten es möglich.

In den 70 Jahren ihres Bestehens ist die Firma Kattner mehrmals umgezogen. Seit 2003 befindet sich der Betriebssitz im Gewerbegebiet Liebschützberg. Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist ein Unternehmen mit 35 Beschäftigten geworden, die in den Abteilungen Konstruktion, Produktion und Montage tätig sind. „Wir fertigen hauptsächlich für öffentliche Auftraggeber Stahltreppen und Balkone für Schulen, Kindertagesstätten und Pflegeheime“, beschreibt Frank Kattner des Produktionssortiment. Die größte technische Herausforderung war bisher eine 54 Meter lange Treppe für die Hochschule in Mannheim. Derzeit ist das Unternehmen auf 50 Baustellen bundesweit aktiv – die meisten befinden sich in Westdeutschland (etwa 70 Prozent).

Um die Perspektive ihres Unternehmens muss dem Geschäftsführer und seiner Frau Heike (44) nicht Bange sein. Der ältere Sohn Paul (18) studiert an der TU Dresden Diplom-Wirtschaftsingenieur. Und auch sein jüngerer Bruder Franz (15) interessiert sich für die Firma seiner Eltern. Bis die Nachfolger-Frage in der Firma Kattner auf die Tagesordnung rückt, werden jedoch noch einige Jahre vergehen.

Firmenchef Frank Kattner interessiert sich nicht nur für Metallbau, sondern auch für Fußball. Deshalb spendet er die Geldgeschenke zum 70-jährigen Firmenjubiläum für eine neue Beregnungsanlage im Stadion des FSV Oschatz. Etwa 3000 Euro sind zusammengekommen und sollen durch Fördermittel ergänzt werden. „Wenn das Projekt realisiert ist, sollte ein hochklassiges Spiel organisiert werden – eventuell der Nachwuchs von Dynamo gegen RB“, hofft der Unternehmer.

Von Frank Hörügel

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