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Oschatzer Streifenhörnchen Bonnie und Clyde stehlen Esel die Schau

Tierische Gartenschau-Stars Oschatzer Streifenhörnchen Bonnie und Clyde stehlen Esel die Schau

Hubert und Beasti, Petra oder Bonnie und Clyde – das sind die tierischen Stars im O-Schatz-Park. Sie sind nicht nur zur zweiten Kleinen Gartenschau im Juni in diesem Jahr einen Besuch wert. Das Areal ist für 300 Tiere ein Zuhause. Der kleine Zoo an der Döllnitz beherbergt insgesamt 36 Arten – vom Alpaka bis zum Zackelschaf.

Die Streifenhörnchen gehören zu den Publikumslieblingen im O-Schatz-Park.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Oschatz. Wenn im Juni die zweite Kleine Gartenschau im O-Schatz-Park stattfindet, dürfen sie nicht fehlen: die tierischen Bewohner des Landesgartenschaugeländes. Rund 300 von ihnen gibt es, unterteilt in 36 Arten – und allesamt haben sie ihre Marotten, wie die Menschen auch, erfuhr die OAZ von Parkmanagerin Katja Bachmann und Chef-Tierpflegerin Jana Zimpel. Letztere betreut die Tiere im Schichtbetrieb mit 20 weiteren Mitarbeitern der Lebenshilfe Oschatz, die den Park betreibt und bewirtschaftet.

Wer glaubt, die Bewohner der Käfige und Gehege erfreuen nur junge Besucher, der irrt. „Unsere Erdmännchen rufen vor allem bei Erwachsenen immer wieder Begeisterung hervor “, hat Katja Bachmann festgestellt. Ein Kind zeichnete sich dagegen im vergangenen Jahr dadurch aus, dass sie der Lebenhilfe ein Tier des Ziegenhofes Lichtenwalde übergab: Zwergziegenbock Berto kam am 3. Oktober nach Oschatz. Das „Einheitsböckchen“ schenkte Paula Jahn (7).

Die Vierbeiner können übrigens nicht einfach so übernommen werden – jeder Neuzugang bedarf einer Genehmigung und einer Prüfung des Veterinäramtes. Letzteres prüft auch regelmäßig den Bestand – hatte aber bisher noch nie etwas zu beanstanden. Selbst die Kängurus, die liebend gern bei Regen draußen sind, haben dadurch keinerlei gesundheitliche Schäden davon getragen.

Wenn in Vorbereitung der zweiten Kleinen Gartenschau die Gehege mitsamt Beschilderung auf Vordermann gebracht werden, profitieren davon nicht nur Zackelschafe, Ziegen und Hängebauchschweine. Auch die Henne Petra wird daran ihre Freude haben. Das zahme Huhn besucht mit Vorliebe andere Tiere und scheut auch den Kontakt zu den menschlichen Besuchern nicht. Wenn die dann noch eine Tomate – Petras Lieblingsspeise – dabei haben, wird sie noch zutraulicher. Einen besonderen Speiseplan gibt es ebenso fürs Damwild. Bei Rehen und Hirschen steht Paprika an erster Stelle. Während man für die einen extra Futter bestellen muss, suchen es sich die anderen allein. Das Katzen-Pärchen Hubert und Beasti ist unverzichtbar für das Team des Parks geworden. Zuverlässig erlegen sie jede Maus, die sich auf dem Gelände aufhält, aber nicht zu den registrierten Bewohnern gehört. „Beasti hat aber auch noch andere Nahrungsvorlieben“, weiß Jana Zimpel. Gerne nämlich gesellst sie sich dazu, wenn die Erdmännchen ihr Futter bekommen – nur um es ihnen dann zu mopsen.

Nicht jedes Tier im O-Schatz-Park bekommt automatisch einen Namen: Auch wenn die gefiederten Freunde, wie etwa die Blaustirnamazonen oder Wellensittiche, aufgrund ihres Exotenstatus einen verdient hätten, gelten dafür andere Regeln: Meistens ist markantes Verhalten oder die besondere Zuneigung eines Mitarbeiters hilfreich. Zwei niedliche Neuzugänge des vergangenen Jahres, ein Streifenhörnchen-Paar, hört auf die Namen des Film-Gangsterpaares „Bonnie und Clyde“ – weil die beiden genau so flink und schwer zu fangen sind wie ihre Namensgeber auf der Leinwand. Während sich der Aufwand bei den Nagern in Grenzern hält, halten vor allem die Affen das Personal auf Trab. „Sie brauchen immer Abwechslung“, sagt Katja Bachmann. In diesem Jahr sollen sie neue Anlagen zum Spielen und Klettern bekommen.

Willkommen und Abschied spielen im O-Schatz-Park eine Rolle. So erwarten in den kommenden Wochen Ziegen und Schweine Nachwcuhs, nachdem im vergangenen Jahr bereits Enten und Gänse geschlüpft sind. Nicht mehr unter den tierischen Stars ist Bennett-Känguru Ronny. Es starb im vergangenen Jahr.

Grundsätzlich ist es möglich, für jeden tierischen Bewohner auf dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände eine Patenschaft zu übernehmen. Prominentestes Beispiel dafür war Oberbürgermeister Andreas Kretschmar, der sich ein Känguru aussuchte („Weil es trotz eines leeren Beutels große Sprünge machen kann.“). Katja Bachmann und Jana Zimpel sind jederzeit offen für neue Tierpaten. Dabei ist es gut möglich, dass auch mal ein tierlieber Gast aus Übersee dabei ist, denn in der Vergangenheit gab es schon Touristen Los Angeles, Island oder gar Australien, die über die bunte Tierwelt in Oschatz gestaunt haben.

Von Christian Kunze

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