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Oschatz Oschatzer Thomas Bauer stellt sein Buch über die Wikinger vor
Region Oschatz Oschatzer Thomas Bauer stellt sein Buch über die Wikinger vor
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17:11 12.10.2012
Thomas Bauer mit seinem neuen Buch. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

Woher kam die Idee, sich nach den Rittern den Wikingern zuzuwenden?

Sie sind der Gegenpol zu den christlichen Rittern. Jüngste Verfilmungen von Bully Herbig und die Wiki Zeichentrickfilme haben der breiten Masse ein, zwar sehr unterhaltsames, aber einseitiges Bild vermittelt.

Historische Romane sind im Moment ganz weit oben in den Bestsellerlisten. Warum wurde aus Ihrem Stoff kein Roman?

Die Größe und der finanzielle Umfang eines solchen Projekts haben mich etwas abgeschreckt. Außerdem fand ich eine Fortsetzung für die Reihe historischer Bücher, mit der ich ja 2010 begann, passend. Auf die Weise bekommen die Leser ein fachlich richtiges Bild der Germanen. Romane und Erzählungen beschränken sich ja oft nur auf einige wenige Aspekte.

Der zu behandelnde Stoff ist sehr umfangreich. Wie sahen denn die Recherchen für das Buch aus?

Ich bin seit meinem 15 Lebensjahr an Geschichte interessiert, wodurch ich schon ein breites Vorwissen hatte. Andere Informationen bezog ich aus Enzyklopädien, dem Internet und durch Berater. Diese Berater lernte ich in diversen sozialen Netzwerken kennen. Das Bildmaterial bezog ich von einem guten Freund, Martin Gutzeit, der aus Nordeuropa passende Aufnahmen für mein Buch mitbrachte.

Sie arbeiten seit 2010 als Autor und sind Gründer der Autorengemeinschaft "Soziale Bücher".Wie kann man sich den Alltag als selbstständiger Autor vorstellen?

Ich verbringe viel Zeit am Rechner, denn das Internet ist ein wichtiges Medium für Nachforschungen. Dadurch, dass ich an verschiedenen Projekten gleichzeitig arbeite, ist mein Schaffen sehr vielseitig. Oft bin ich auch unterwegs bei Lektoren und Verlagen.

Zurück zum Stoff Ihres Buches. Gab es denn überhaupt Wikinger in Sachsen?

Nein, die gab es nicht. Aber die nördlichen Bundesländer, wie Schleswig- Holstein und Mecklenburg trieben schon immer Handel mit dem Seefahrer-Volk. Durch die weiten Reisen der Wikinger war das Angebot ihrer Waren durchaus vielfältig. Der Ruf der wilden Barbaren in Drachenschiffen eilte ihnen aber bis in unsere Breiten voraus.

Was sind denn die interessantesten Facetten an den Wikingern? Könnte man sich da heute noch etwas abschauen?

Ihr Entdeckerwille und Mut faszinieren mich besonders. In ihren Nussschalen umrundeten sie den halben Globus, angetrieben von ihrem Vertrauen in Sagen und Götter. Die Gesellschaftsordnung ist auch interessant. Kameradschaft wurde groß geschrieben und Tugenden waren wichtig, um Ansehen zu erlangen. Leider war ich noch nie in Skandinavien, aber die Region, der Lebensraum der Wikinger, übt auf mich eine besondere Faszination aus. Aus heutiger Sicht werden die Wikinger oft als Barbaren geschildert, doch dem würde ich jederzeit widersprechen. Ihr Drang nach Fortschritt und Erweiterung ist beispielhaft und hat die Entwicklung der Menschheit damals schon voran getrieben.

Im Buch werden verschiedene Charaktere aus der Gesellschaft der Wikinger beschrieben. Welche Rolle hätten Sie damals gern eingenommen?

Ich wäre sicherlich tagsüber eher ein Einzelgänger gewesen, ein Schriftsteller. Ich hätte an den Ufern der Fjorde gesessen und gedichtet. Abends hätte ich dann die Kämpfer und Seemännmer am Lagerfeuer mit meinen Geschichten und Sagen um Odin, Loki und Thor unterhalten. Vielleicht hätte ich so, auch ohne kriegerische Erfolge, Ansehen erlangt.

Nachdem Sie sich ja nun fast zwei Jahre mit dem Thema beschäftigt haben und vorher viel Zeit in das Ritter- Buch steckten, wie lautet denn Ihr Fazit. Wer ist interessanter - Ritter oder Wikinger?

Das könnte ich nie so genau bestimmen. Beide Kulturen haben für mich ihren Reiz. Dadurch, dass ich mit den Rittern mein Debüt hatte, werde ich sie nie vergessen, doch gewinne ich bei jeder Recherche dazu, egal wie das Thema lautet.

Wie sehen denn nun die weiteren Pläne nach den Wikingern aus?

Die Leser können auf der Website www.soziale-buecher.de selbst über das nächste Thema im dritten Band der Reihe abstimmen. Zur Auswahl stehen, zum Beispiel die Samurai, Rom, aber auch Ägypten und das antike China. Nebenbei verfolge ich aber auch noch andere Projekte. Seit meiner Jugend arbeite ich an einer Saga, welche in der Collm-Region spielt. Ich plane, sie in einiger Zeit unter dem Namen "Faldyran" zu veröffentlichen. Das Buch "Seht, die Wikinger" ist über Internetportale, wie Amazon, aber auch in lokalen Buchhandlungen zu erhalten.

Interview: Janett Petermann

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