Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Oschatzer Thomas Biernoth ist bester Reifen-Vulkaniseur Deutschlands
Region Oschatz Oschatzer Thomas Biernoth ist bester Reifen-Vulkaniseur Deutschlands
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:03 11.03.2018
Thomas Biernoth hat bei Reifen den Durchblick und zeigt seine Goldmedaille. Quelle: Foto: Christian Kunze
Anzeige
Oschatz/Thalheim/München

Bei diesem Mann sind Pneus in hin und wieder schmutzigen, aber dennoch goldenen Händen: Thomas Biernoth (41) aus Thalheim bringt bei der RST Sladeck GmbH in Oschatz die Dinge ins Rollen. Der Experte für Fahrzeugreifen darf sich seit kurzem Jahresbestmeister nennen. Kein anderer Handwerksmeister seiner Zunft versteht sich in der Bundesrepublik so gut auf die Runderneuerung, Wartung und Reparatur von Reifen aller Art.

Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationshandwerk

Im Fachjargon der Fahrzeugbauer nennt sich sein Zweig „Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationshandwerk“ und fristet eher ein Schattendasein, wie Biernoth selbst sagt. „1571 Meister aus 41 Gewerken erhielten mit mir gemeinsam ihren Meisterbrief, bei der alphabetischen Auflistung steht die Vulkanisierungstechnik an letzter Stelle. Insgesamt gab es im gesamten Bundesgebiet nur zehn Meisterabsolventen dieses Berufszweigs“, nennt er zwei Beispiele dafür.

Bei der Vulkanisierungstechnik wird der für die Reifenherstellung verwendete Kautschuk mit schwefelspendenden Stoffen versetzt und erhitzt. Das macht den Gummi elastisch, reißfest, dehnbar und beständiger gegenüber Alterungs- und Witterungseinflüssen. Wer nun aber glaubt, Thomas Biernoth habe mit der zunehmenden Arbeit an elektronischen Bauteilen in Autos nichts zu tun, der irrt. Denn die Automatisierung macht auch davor nicht Halt. Fahrwerkseinstellungen, Reifendruckkontrollsysteme und andere elektronische Parameter sorgen dafür, dass Biernoths Aufgabe mindestens so anspruchsvoll ist wie die eines Mechatronikers für Kraftfahrzeuge.

Ausbildung in München und im Ruhrgebiet

Die Weiterqualifikation machte der gelernte Karosserie- und Fahrzeugschlosser von zwei Dingen abhängig – seiner Firma und seiner Familie.„Meine Chefin hat es mir freigestellt, diese Herausforderung anzugehen. Der Rückenhalt, die Teamarbeit und gute Arbeitsatmosphäre hier haben mir diese Entscheidung leicht gemacht“, sagt Biernoth. Diese Voraussetzungen im Angestelltenverhältnis haben ihn auch Abstand davon nehmen lassen, in die Selbstständigkeit zu gehen. Wesentlicher Faktor für den Erfolg war die Familie. „Auf die musste ich schon beim zweiten Teil der Ausbildung verzichten. Denn die kann nur in München und dem Ruhrgebiet absolviert werden.“

Von Januar bis Mai 2016 lebte der zweifache Familienvater in der bayrischen Landeshauptstadt. Nun freut er sich, dass er zum Jahreswechsel in der Heimat ist. „Letztes Jahr war ja deshalb kein richtiges Silvester möglich.“ Und noch etwas macht den 41-Jährigen stolz: Dass er diesen Titel neun bundesweiten Konkurrenten weggeschnappt und in seine Heimat nach Sachsen geholt hat.

Von Christian Kunze

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Werner Günther musste in diesem Jahr den Titel des Kartoffelkönigs abgeben, kann sich nun aber Hühnerkönig nennen: Mit seinen Australorps hat der Mann aus Schweta bei zwei Geflügelschauen zahlreiche Preise und Bestnoten eingeräumt.

23.12.2017

Seit Montag sind die Arbeiten an der Ausfahrt der Freiwilligen Feuerwehr Sornzig abgeschlossen. Die Brücke über den Hasenbach wurde komplett überholt.

19.12.2017

Pierre Runge hat jetzt endgültig die Nase voll. Der Oschatzer, der sich zwei Mal bei Begegnungen mit gefährlichen Hunden im O-Schatz-Park Verletzungen zugezogen hat, zieht nun vor Gericht.

19.12.2017
Anzeige