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Oschatzer Tischtennisverein kauft sich eigene Turnhalle

Am Ball geblieben Oschatzer Tischtennisverein kauft sich eigene Turnhalle

Der Oschatzer Tischtennissport hat eine lange Tradition. Diese war in den vergangenen Monaten gefährdet. Durch die Entwicklungen auf dem Gelände des ehemaligen Telekomgeländes standen die Mitglieder des PSV Telekom Oschatz vor einer großen Herausforderung: Aufgabe der alten Tischtennishalle und der Kauf eines benachbarten Grundstückes mit einer darauf stehenden Turnhalle.

Johannes Zeibig, Reiner Berge und Harry Bruchholz freuen sich, dass sie jetzt in der vereinseigenen Halle trainieren können.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. „Der Eigentumswechsel hat jetzt stattgefunden, wir haben einen großen Teil der Erschließung des Grundstückes geschafft und sind jetzt dabei, noch restliche Arbeiten zu erledigen“, sagt Michael Camen, der nicht nur Vereinsvorstand, sondern auch Ansprechpartner für die Nachwuchsarbeit ist. Neben den erforderlichen Anschlussarbeiten an Strom und Wasser wurde auch das komplette Außengelände gestaltet und das Areal eingezäunt.

So rosig sah es vor einem halben Jahr nicht aus. Damals fehlten dem Verein noch rund 15.000 Euro, um den Kauf samt Nebenkosten und Erschließung zu bezahlen.

Bis auf das Abwasser sind an der Halle alle Anschlüsse erledigt. „Wir konnten dabei auch auf die Hilfe des Landratsamtes zurückgreifen“, sagt Camen. Im Vorfeld der Landratswahl hatte er Kai Emanuel mit dem Projekt der Oschatzer Tischtennisspieler vertraut gemacht. Der Landratskandidat hatte damals Hilfe signalisiert und hat Wort gehalten, so bilanziert es Michael Camen. Das Landratsamt hat seinen Teil der Absprache abgearbeitet und war auch bei der Suche nach zahlungskräftigen Unterstützern dabei.

Bei dem Projekt haben aber auch die Oschatzer Tischtennisspieler selbst tief in die Vereinstasche beziehungsweise in die private Geldbörse gegriffen. „Man kann jetzt in der Rückschau sagen, dass etwa 50 Prozent der Gesamtkosten von den Tischtennisspielern aufgebracht wurden. In konkreten Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass rund 80.000 Euro für das Vorhaben ausgegeben wurden. Davon wurden rund 50 000 Euro vom Verein aufgebracht“, sagt der Vereins-Chef.

Rechnet man die Eigenleistung der Vereinsmitglieder hinzu, dann erhöht sich die Summe noch erheblich. „Wir rechnen, dass wir rund 3000 Arbeitsstunden in das Projekt investiert haben. Setzt man eine Arbeitsstunde mit etwa zehn Euro an, dann kommen wir zusätzlich auf 30.000 Euro“, so Camen. Dabei ist sich der Vereinsvorstand sicher: „Hätten wir die Eigenleistung einkaufen müssen, dann wäre das Projekt nicht machbar gewesen. Aus diesem Grund zieht Camen seinen Hut vor den Vereinsmitgliedern, die bei dem Bauvorhaben ohne zu Murren mitgezogen haben.“

Als eine große Errungenschaft bezeichnet Camen, dass es dem Verein gelungen ist, trotz der Bauarbeiten den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. „Wir hatten nur die Unterbrechung durch die Sommerpause. Aber diese Pause haben wir genutzt, um die Innenarbeiten zu erledigen“, so der Vereinschef. So ist zu 70 Prozent schon der neue Sozialtrakt für die Tischtennisspieler fertig gestellt. Dabei haben jetzt Frauen  und Gäste auch eigene Räume.

Durch die Räumlichkeiten ist der Tischtennissport wieder attraktiver geworden. „Wir wollen den Schwung auch nutzen, um die Jugendarbeit mit den schulen wieder aufzubauen, damit wir auch im Spielbetrieb vorn mitmischen können“, so Michael Camen, der sich aber über weitere Unterstützer für den Tischtennissport freut.

Von Hagen Rösner

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