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Oschatz Oschatzer Verband jagt Ratten mit modernen Infrarot-Fallen
Region Oschatz Oschatzer Verband jagt Ratten mit modernen Infrarot-Fallen
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16:27 08.06.2018
Stephan Mann (l.) und Heiko Fischer setzen einen der Fraßköder im Kanal in der Straße der Einheit in Oschatz ein. Quelle: Foto: Christian Kunze
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Ochatz

Der Abwasserverband „Untere Döllnitz“ geht neue Wege bei der Rattenbekämpfung. „Bereits 2015 wurden zwei Fallen gemietet, in denen die Tiere von Bewegungsmeldern erkannt und blitzschnell getötet werden – ohne Gifteinsatz“, sagt Teamleiter Kanal, Peter Jahn. Überzeugt war der Verband davon jedoch nicht, denn die Bewegungsmelder der Fallen reagieren auf Wärme – und wurden nicht nur ausgelöst wenn Ratten im Kanal vorbei liefen, sondern auch durch Fäkalien und weggeworfene Essensreste. „Außerdem ist der Großteil der Nager zu schlau, um durch diese für sie tödliche Falle hindurchzulaufen“, schätzt er ein.

Neues System wird getestet

Nun wird ein neues System getestet. Im Verbandsgebiet werden derzeit 20 Köderschutzboxen regelmäßig kontrolliert. Die Box verhindert den Kontakt des Abwassers mit dem eingesetzten Giftköder und zählt, wie viele Ratten die Box „besuchen“ – über einen Infrarotsensor. Die Vorteile der neuen Fallen liegen auf der Hand „Wir haben einen genauen Überblick, wie unsere Maßnahmen wirken. Früher haben wir die Köder ausgelegt und konnten nur grob schätzen, wie erfolgreich wir waren.“

Die neuen Boxen führen Statistiken auf elektronischem Wege – und können mittels eines kleinen Computers ausgelesen werden. „Unsere Mitarbeiter, die nach den Regularien des Tierschutzgesetzes geschult sind, bauen die Köderboxen im Kanal ein. Zuerst werden den Nagern die Boxen mit Lockmitteln, in unserem Falle ungefährliche Meisenknödel, schmackhaft gemacht und festgestellt, ob es ein Rattenproblem gibt“, beschreibt Peter Jahn. Nach zehn Tagen werden die Zugänge kontrolliert. Wurden viele Tiere gezählt, werden statt ungiftiger Lockmittel echte Giftköder eingesetzt. „Somit erfahren wir zugleich, ob die Köder angenommen und gefressen wurden und ob weniger Ratten die Box besuchen. Der Köder wird nachgelegt, bis es keine Besuche mehr gibt. Dann können wir davon ausgehen, dass die Population erfolgreich eingedämmt wurde“, sagt Peter Jahn.

Kurzfristig Giftköder

Um auf Nummer Sicher zu gehen, lassen die Rattenfänger von Oschatz eine Box dauerhaft an kritischen Stellen – zur permanenten Überwachung. „Sobald wieder vermehrt Ratten auftauchen, legen wir kurzfristig Giftköder aus. So bekommen wir einen Überblick über die Rattenbewegungen im gesamten Kanalnetz“, verdeutlicht Peter Jahn.

Im gesamten Verbandsgebiet werden bei diesem Prozedere Fraßköder eingesetzt, bei denen das Gift verzögert wirkt. Denn: Ratten sind sehr vorsichtig und lassen unbekannte Nahrung durch „Vorkoster“ testen. „Das heißt, nur wenn der Vorkoster die Nahrung verträgt, bekommt der Rest des Rudels diese ebenfalls.“ Die Rattenbekämpfung ist demnach nur erfolgreich, wenn die Tiere keine zusätzliche Nahrung bekommen. Aus diesem Grund appelliert der Abwasserverband Untere Döllnitz an die Bürger, keine Lebensmittel oder Essensreste über die Toiletten oder Abflüsse zu entsorgen.

Von Christian Kunze

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