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Oschatz Oschatzer Waagenbaumeister Wilfried Noffke verstorben
Region Oschatz Oschatzer Waagenbaumeister Wilfried Noffke verstorben
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16:00 09.02.2018
Waagenbaumeister Wilfried Noffke (4. von links) mit seiner Familie, Mitarbeitern und Auszubildenden seines Unternehmens. Quelle: Foto: Broschüre Museum
Oschatz

Die Stadt trauert um den pensionierten Waagenbaumeister Wilfried Noffke. Der „Vater“ des Oschatzer Waagenmuseums wurde am Freitag beerdigt. Noffke, der im Alter von 80 Jahren gestorben ist, hinterlässt seine Ehefrau sowie drei Töchter mit deren Familien.

Waagenbau- und Reparaturwerkstatt übernommen

Im Mai 1964 übernahm der aus Pommern stammende Waagenbaumeister die 1925 gegründete Waagenbau- und Reparaturwerkstatt des Schlossermeisters Kurt Taubert in der Wermsdorfer Straße. Zu dieser Zeit kann Oschatz rund ein Jahrhundert Waagenbautradition vorweisen. Neuer Firmenname ist fortan „Wilfried Noffke, Waagenbaumeister, Spezialwerkstatt für Waagen und Gewichte“. Ab 1966 werden Mitarbeiter eingestellt, ab 1969 Lehrlinge ausgebildet. Ein Jahr später erhält das Unternehmen die Berechtigung, Waagen zu eichen. Repariert und geprüft wird fortan eine Vielzahl unterschiedlicher Waagentypen, darunter Präzisionswaagen, Dezimalwaagen, Tafelwaagen, Viehwaagen, selbsttätige Waagen, Federwaagen sowie Gleis- und Straßenfahrzeugwaagen. Mit dem Jahr 1980 erfolgt schließlich die Spezialisierung von mechanisch arbeitenden Waagen hin zu elektronischen Waagen. Im Jahr 1985 kann das Unternehmen durch den Bau einer Montagehalle erweitert werden und wird 1989, ein Vierteljahrhundert nach der Übernahme durch Wilfried Noffke, messtechnische Prüfstelle.

Wilfried Noffke geht 2000 in den Ruhestand

Im November des Jahres 2000 geht Wilfried Noffke in den Ruhestand. Er übergibt den Bereich Kassen- und Waagenservice an seine einstigen Auszubildenden und langjährigen Mitarbeiter Frank Hildebrand und Renold Krause (H & K GbR), die noch heute tätig sind.

Bereits 1978 regt Wilfried Noffke die Einrichtung eines Waagenmuseums in Oschatz an. Unterstützung erhält er vom damaligen Bürgermeister Wolfgang Lehmann. Dank der von Sylvia Schön vorgelegten Museumskonzeption nimmt Noffkes Idee 1980 Gestalt an. Der Umbau der Ratsfronfeste gipfelt in der Eröffnung des Abteils „Oschatzer Waagenbau“ 1982. Der Tradition des Waagenbaus trägt noch heute das Ratsherrenwiegen Rechnung, zu dem die Stadträte jährlich in der Dezembersitzung ihr Gewicht ermitteln und den Durchschnittsbetrag in Euro umgemünzt, einem gemeinnützigen Zweck spenden. Mit dabei ist seit jeher ein ehrenamtlicher Waagmeister. Der erste, der diese Aufgabe inne hatte, war kein geringerer als Wilfried Noffke.

Von Christian Kunze

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