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Oschatz Oschatzer Werkschau vereint Ansichten dreier kreativer Köpfe im E-Werk
Region Oschatz Oschatzer Werkschau vereint Ansichten dreier kreativer Köpfe im E-Werk
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06:00 28.03.2017
Mirko Theodor in seinem Atelier in der Lichtstraße. Zur Zeit sind seine Werke gemeinsam mit denen von Marco Rennhack und Nicole Chilcott im E-Werk zu sehen. Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz

Flure, Treppenhaus und Kinosaal des E-Werkes sind seit dem Wochenende eine Galerie. Die Kunst, die so viel Platz beansprucht, stammt gleich von drei Künstlern – und dementsprechend groß ist die Vielfalt des Ausgestellten.

Nicole Chilcott, Mirko Theodor und Marco Rennhack, allesamt in Oschatz kreativ, aber nicht in der Stadt geboren, haben ihre eigene Sicht auf die Welt – und teilen sie mit anderen. In der Schau „Drei Künstler im E-Werk“ prallen noch bis 9. April Stilrichtungen und Techniken aufeinander, ebenso wie unterschiedliche Motive – am ehesten lässt sich nach einem Rundgang sagen, dass jeder aus dem Trio etwas für Tiere übrig hat – und ihnen Raum in seinem Schaffen gibt.

Da fällt neben – mal realistisch porträtierten, mal wie in einem Comic überzeichneten – Hunden und einigen Insekten ein vermenschlichtes Zebra auf, dessen Beine übereinandergeschlagen an jene einer Frau erinnern. Für Gesprächsstoff sorgte zur Ausstellungseröffnung ein anderes Huftier. Mirko Theodors schwarzer Reiter auf einem ebensolchen Pferd vor dem in grellbunten Farben verfremdeten Petersdom in Rom. Das Gemälde bringt wie kein zweites auf den Punkt, wofür der in Halberstadt Geborene steht, der sich trotz seiner fast 50 Lebensjahre in seinem Inneren das Kindliche bewahrt hat. Der krasse Gegensatz zwischen düsteren und heiteren Ansichten ist es, der zur Diskussion anregt.

Für die Fahrzeuglackiererin Nicole Chilcott ist es die erste Ausstellung. Die junge Frau beschäftigt sich vor allem mit Porträtmalerei, „bisher nur für mich allein und im Stillen“, sagt die in Leisnig und Döbeln aufgewachsene Mutter eines noch sehr jungen Sohnes. Durch den Beruf hat sie regelmäßig mit Farben zu tun. „Die kreative Ader habe ich von meinem Großvater geerbt“, sagt sie über einen möglichen Ursprung ihres Talents.

Nicht anwesend war zur Eröffnung am Sonntag Marco Rennhack. Seine Skizzen, Landschaftsbilder und Streetart-Variationen sind teils mit schriftlichen Botschaften versehen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die realistischen Landschaftsbilder des aus Meißen Stammenden, der seit mehr als 20 Jahren Kunst macht.

Nicht jedem gefällt, was er bei dieser Vernissage sieht, aber Neugier lockt dann doch auch jene an, die bisher noch nie den Weg in das E-Werk gefunden haben. „Wir möchten mit dieser Ausstellung den Grundstein für ein breites soziokulturelles Angebot legen“, sagt Mirko Theodor. Die Bilder zu zeigen, das sei ein Probelauf für die erste Kunstmesse. Sie soll in knapp acht Wochen im E-Werk möglichst viele Künstler aus Nah und Fern zueinander bringen – zum Ausstellen, Austauschen und Anbieten. Dafür sucht der Initiator noch Kunstschaffende, die sich beteiligen möchten. Mehr Raum für Kultur und Kleinkunst ist ab September auf der Kleinkunstbühne geplant, die in der Alten Schaltwarte derzeit entsteht – mit Lesungen, Ausstellungen, Konzerten.

Von Christian Kunze

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