Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Oschatzer Zuckerfabrik macht Platz für Solarpark
Region Oschatz Oschatzer Zuckerfabrik macht Platz für Solarpark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 03.01.2013
Klaus-Dieter Hilla leitet die Entkernung und den Abbruch der Oschatzer Zuckerfabrik, deren Bausubstanz marode ist. Quelle: Sven Bartsch
Oschatz

Von Frank Hörügel

Wassertropfen fallen aus großer Höhe auf den gefliesten Hallenboden und zerplatzen geräuschvoll. Grünlicher Schimmel kriecht die roten Backsteinwände empor. Bäume wachsen aus den Mauerspalten. "Das ist hier teilweise lebensgefährlich", sagt Klaus-Dieter Hilla und zeigt auf riesige Löcher im Dach des Fabrikgebäudes. Seit 22 Jahren steht die ehemalige Zuckerfabrik leer, die Gebäude sind nach den Jahren des Verfalls nicht mehr zu retten. "Momentan entkernen wir die Fabrik", sagt der 42-Jährige. Hilla ist Bauleiter der FBS Industriedemontagen GmbH aus Rackwitz bei Delitzsch.

Das Schwesterunternehmen FBS Projekte Oschatz GmbH ist seit November des Vorjahres Eigentümer des 8,5 Hektar großen Grundstückes der ehemaligen Zuckerfabrik und gleichzeitig Bauherr. Laut Hilla will das Unternehmen nach der Entkernung die Gebäude - bis auf ein Wohnhaus (ehemaliges Meisterhaus) - abreißen, die Fundamente entfernen und anschließend auf der planierten Fläche eine Photovoltaik-Anlage bauen. Mit einer geplanten Leistung von vier Megawatt-Peakleistung (MWp) würde die Anlage zu den 100 größten in Deutschland zählen. "Bis zum Jahresende soll der Solarpark am Netz sein", blickt der Bauleiter voraus.

Zu den konkreten Investitionskosten hält er sich bedeckt, spricht von mehreren Millionen Euro. Zum Entkernen und Abbrechen der Fabrikhallen, Büro- und Wohngebäude beschäftigt die FBS Industriedemontagen GmbH acht Männer. "Fünf Leute davon kommen aus Oschatz. Wir haben sie für ein Jahr eingestellt", sagt Hilla. Rund 100 000 Kubikmeter umbauter Raum sollen verschwinden. Dazu gehört auch der etwa 60 Meter hohe Schornstein. Hilla: "Den werden wir im März auf das Bauschuttfeld umlegen."

Laut Hilla hat FBS Erfahrungen mit dem Abriss alter Fabriken und der anschließenden Bebauung mit Solarparks. In Mühlberg hat das Unternehmen eine Möbelfabrik und in Großenhain eine Papierfabrik umgenutzt.

Der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) begrüßt die Investition: "Es ist gut, dass hier ein Schandfleck und ein Umweltproblem beseitigt wird."

-Kommentar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit dem Wegfall des Oschatzer Weihnachtsbaumsägens entfällt auch die Möglichkeit für die Einwohner der Stadt, morgen ihre ausgedienten Bäume auf dem Neumarkt loszuwerden.

03.01.2013

Die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung ist im Dezember gestiegen. Die Erwerbslosenquote in der Region Oschatz war zum Jahresende mit 10,4 Prozent wieder zweistellig (November: 9,2 Prozent).

03.01.2013

In Deutschland haben wir den Jahreswechsel schon hinter uns. Im Fernen Osten wird am 9. Februar Neujahr gefeiert. Wir werden von aktuell dem Jahr des Drachen in das Jahr der Schlange wechseln.

03.01.2013