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Oschatz Oschatzer diskutieren Idee des bedingungslosen Grundeinkommens
Region Oschatz Oschatzer diskutieren Idee des bedingungslosen Grundeinkommens
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15:36 11.02.2019
Sollte es für jeden eine Summe X geben, unabhängig von dem, was er tut? Das wurde jetzt in Oschatz diskutiert. Quelle: Dpa
Oschatz

Welche Vor- und Nachteile bringt der Gesellschaft ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)? Diese Frage wurde im E-Werk jetzt anlässlich des Filmabends „Free Lunch Society“ diskutiert. Die Dokumentation lässt Menschen zu Wort kommen, die das Modell auf Versuchsbasis angewandt haben. Zu den Befürwortern gehört Götz Werner, Gründer der größten deutschen Drogeriemarktkette „dm“. Sein Ansatz ist, dass man zwar jeder Ware einen finanziellen Wert zuordnen und diese untereinander vergleichen kann, das aber bei der Tätigkeit eines Menschen nicht funktioniert.

Die Tatsache, dass wir unterschiedlichen Tätigkeiten unterschiedlichen Wert beimessen, lässt sich am besten bei der Hausfrau festmachen, die ihre Kinder selbst erzieht und den Haushalt führt. „Deren Arbeit wird nicht entlohnt und hat demnach auch keinen Wert für die Arbeitswelt. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen würde sich das ändern und diese Art der Beschäftigung aufwerten“, nennt Rico Weiße, Geschäftsführer des E-Werkes, einen Ansatz, der für das BGE spricht. So könnte eine vorhandene geschlechterbasierte Ungleichbehandlung beendet werden.

Finanzierung möglich

Kritiker des BGE führen an, es sei nicht finanzierbar, jedem Bundesbürger ein Einkommen von beispielsweise 1000 Euro pro Monat ohne Gegenleistung zu gewähren. Ferner würde der fehlende Anreiz der Vergütung für Arbeit dazu führen, dass der Mensch faul werde. Dem ersten Argument entgegnete Christian Reuße aus Oschatz, dass eine nur 0,5-prozentige Finanztransaktionssteuer auf die Summen, die am Kapitalmarkt gehandelt werden, ausreichen würde, um ein BGE von 1000 Euro pro Bürger zu finanzieren. Der zweite Punkt sei ebenfalls leicht zu entkräften. René Dünki aus Lampertswalde führte an, dass Arbeitnehmer gesünder und damit zufriedener und produktiver seien. „Die Krankheitsrate in den Unternehmen und Betrieben würde sinken, viele sähen sich nicht mehr dem Stress ausgesetzt, für ihren Lebensunterhalt dringend einer bezahlten Arbeit nachgehen zu müssen“, sagte er.

Fraglich ist auch, ob alte und chronisch kranke Menschen in der Lage seien, allein mit dem BGE ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Renè Dünki schlug vor, dass die zusätzlich notwendigen Sozialleistungen aus den Gewinnen der Pharmaindustrie mit finanziert werden könnten.

Von Christian Kunze

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