Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Oschatzer fordern: Lasst die Kirche auf unseren Urlaubsfotos

Oschatzer fordern: Lasst die Kirche auf unseren Urlaubsfotos

Sobald ein öffentliches Gebäude fotografiert und im Internet oder gedruckt veröffentlicht wird, könnte dies bald Konsequenzen haben: Am 9. Juli stimmt das Europaparlament über einen Gesetzesvorschlag zur sogenannten Panoramafreiheit ab.

Voriger Artikel
Kunstprojekt in der Warteschleife
Nächster Artikel
Als das Westgeld nach Oschatz kam: Banker aufgeregt wie zur Fußball-WM

Diese Stadtansicht von Oschatz könnte schon bald für Probleme beim Fotografieren sorgen.

Quelle: Privat

Oschatz. Von christian kunze

 

In Frankreich, Italien und Griechenland ist es verboten, öffentliche Gebäude und Kunstwerke zu fotografieren und zu verwerten, ohne das Recht eingeholt zu haben - sofern der Urheber nicht bereits 70 Jahre oder länger verstorben ist. Dies könnte bald im gesamten EU-Raum gelten und die Panoramafreiheit erheblich einschränken.

 

"Ein fragwürdiger Vorstoß", befindet Thomas Malik vom Fotostudio Corinna. Er prophezeit eine Abmahnungswelle. Denn ein solches Verbot sei ein "gefundenes Fressen" für Anwälte. Eine Alternative wäre, dass sich Interessenten die Rechte der Fotos sichern, die sie nutzen wollen. "Doch das wird für die meisten viel zu kostspielig." Für Fotografen, die sich auf Architektur spezialisiert haben, könnte es das Aus bedeuten, befürchtet Malik.

 

Dirk Hunger, als freier Fotograf auch für die OAZ tätig, erwartet Probleme für die Vertreter seiner Zunft, die Regionales im Fokus haben. "Wenn hiesige Brunnen, Kirchen und andere Gebäude von den Bildern verschwinden, geht die individuelle Note der Motive verloren." Der Bornitzer Fotograf Tilo Schroth ist ebenfalls nicht begeistert: "Ich kann verstehen, dass ein Architekt sein Werk nicht mehrfach abgekupfert haben möchte oder gar gewerblich verwertet. Aber wie soll man das tun? Ein Facebook-Foto ist nicht gewerblich verwertbar, selbst wenn es die Geschäftsbedingungen vorsehen. Lieber EU-Rechtsausschuss: Lasst die Kirche im Dorf, die Mühle auf dem Berg und bleibt selbst mal auf dem Teppich."

 

"Ich kann mir nicht vorstellen, was es bedeuten würde, sollte es zu einer Entscheidung kommen, die nicht nur eine private öffentliche Darstellung im Internet betrifft, sondern für alle Ablichtungen gilt. Wie sollen wir dann Oschatz vermarkten?", sagt die Leiterin der Oschatz-Information Ute Oehmichen. Prospekte und Ansichtskarten müssten eingestampft werden. Oehmichen plädiert für die Panoramafreiheit: "Man kann doch nicht die Technik so weit entwickeln, dass es jedem möglich ist, alles und jeden abzulichten und denkt andererseits über solche Einschränkungen nach. Richtig finde ich aber, dass Fotos durch den Urheber zur Veröffentlichung freigegeben werden."

 

Die Leiterin der Oschatzer Freizeitstätten GmbH, Iris Kübler, befürchtet erhebliche Einschnitte in die Möglichkeiten des Marketings, sollte das Gesetz kommen. "Unsere Sehenswürdigkeiten tragen maßgeblich zum positiven Effekt bei, den wir nach außen erzielen". Problematisch sieht sie die praktische Umsetzung: "Müssen wir jetzt im Zentrum Schilder anbringen, die das Fotografieren verbieten, um uns abzusichern?"

 

Rechtsanwalt Rainer Horbas hält eine Vereinheitlichung für notwendig, relativiert jedoch die Befürchtungen. Am 9. Juli werde lediglich über den Vorschlag des Rechtsausschusses abgestimmt. "Ein Gesetzentwurf, geschweige denn ein Gesetz, liegt demgemäß noch Lichtjahre entfernt". Horbas rechnet damit, dass es für die private öffentliche Nutzung der Fotos eine Regelung geben wird: "Um den Interessen der Rechteinhaber gerecht zu werden, ist eine Einschränkung der gewerblichen Nutzung unumgänglich." Für veröffentlichte Fotos wird es eine Übergangsfrist von sechs bis zwölf Monaten geben, innerhalb der die Fotos zu beseitigen sind, schätzt der Jurist ein. Dass die Regelung rückwirkend gilt, schließt er aus, so dass Verstöße dagegen erst geahndet werden können, wenn das Gesetz in Kraft tritt. © Kommentar

Christian Kunze

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
Oschatz in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Nordsachsen

Fläche: 55,44km²

Einwohner: 14.734 Einwohner (Dezember 2015)

Bevölkerungsdichte: 266 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04758

Ortsvorwahlen: 03435

Ein Spaziergang durch die Region Oschatz
  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr