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Oschatz Oschatzer kaufen Tränengas und Schreckschusswaffen
Region Oschatz Oschatzer kaufen Tränengas und Schreckschusswaffen
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00:26 25.11.2015
Bei Sachsens Waffenhändlern – auch in der Region Oschatz – steigen derzeit die Umsätze. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Oschatz

"Wenn Kunden kommen, wird seit einigen Tagen nur über ein Thema gesprochen - über die Anschläge in Paris und die Asylpolitik", so Ralf Krause, Inhaber des gleichnamigen Waffengeschäftes in Oschatz. Und es werde nicht nur geredet, die meisten Kunden wappneten sich mit sogenanntem CS-Gas (Tränengas) oder anderen legalen Waffen. Dazu gehört auch ein 27-jähriger Oschatzer, der seinen Namen nicht nennen möchte (liegt der Redaktion vor), weil es möglicherweise Leute gebe, die seine Entscheidung in den falschen Hals bekommen. Er habe sich jetzt Pfefferspray zugelegt. "Ich belehre aber jeden Kunden, dass dies nur gegen bösartige Tiere verwendet werden darf", erklärte Krause.

"Na, klar freue ich mich über höhere Umsätze. Andererseits aber auch nicht." Ralf Krause sei zu Halloween aufgefallen, dass kaum Kinder auf der Straße waren. Und die, die Jagd auf Zuckerwerk machten, seien von ihren Eltern begleitet worden. Der Händler betont, keineswegs etwas gegen Kriegsflüchtlinge zu haben, "so weit es auch wirklich Kriegsflüchtlinge sind". Angst spiele bei vielen Menschen eine wichtige Rolle, unter anderem deshalb, "weil sich die Ereignisse überschlagen".

Die Flüchtlingswelle, die Deutschland meistern muss, dann die Anschläge in Frankreich sowie der Alarm in Hannover seien für einige Leute Grund genug für Angst. Wer könne schon genau sagen, dass sich unter den Migranten kein Attentäter befindet. Fakt sei, dass das Sicherheitsgefühl bei vielen Menschen angekratzt ist. "Umsonst haben die Innenminister und Justizminister der Union am Wochenende nicht getagt."

Jeder weiß mittlerweile, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Der 27-jährige Käufer von Pfefferspray betonte: "In den letzten Tagen haben die Medien so viel über Ausschreitungen berichtet, dass ich zu dem Schluss gekommen bin, mir zur Verteidigung auch Spray zuzulegen", sagte er. Ihn bewege eine Mischung aus Vorsicht und Angst. Vor allem auch, weil er oft beruflich nachts unterwegs sei. Wenn es ihm schon so geht, könne er sich gut vorstellen, dass es bei anderen Menschen genau so ist, zum Beispiel bei Eltern mit Kindern.

"Am meisten habe ich CS-Gas, Pfefferspray und Schreckschusswaffen verkauft. Und hier gibt es bereits einen absoluten Engpass. Wenn ich entsprechende Waren bestelle, tue ich das bei mehreren Anbietern, damit ich wenigstens etwas bekomme", so Krause. Schlagstöcke dürften an Kunden ab 18 Jahre verkauft, aber in der Öffentlichkeit nicht mitgeführt werden. Bei Verstößen drohe Bußgeld bis zu 50.000 Euro. Was vor allem Frauen zu empfehlen wäre, seien Kurse für die Selbstverteidigung.

Martin Kühn von der Privilegierten Scheibenschützengesellschaft Oschatz erklärte, dass sein Verein aufgrund der politischen Situation keinen Zulauf hat. "Aber in größeren Städten oder in deren Nähe ist das schon so", sagte der Hobby-Schütze.

Für nicht notwendig hält Steffen Manzke vom Oschatzer Revier eine "Bewaffnung". Hier habe es bisher noch keine ernsthaften Auseinandersetzungen mit Migranten gegeben. "Wenn, dann waren es Meinungsverschiedenheiten untereinander."

Von LVZ

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