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Oschatz Oschatzer können stolz auf ihren sanierten Stadtkern sein
Region Oschatz Oschatzer können stolz auf ihren sanierten Stadtkern sein
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16:47 17.04.2015
Traumhaftes Ensemble - der Oschatzer Neumarkt. Quelle: Dirk Hunger

Von Gabi Liebegall

" Das schrieb Hans Simon 1967 in seinem dritten Buch der Reihe "Das Herz unserer Städte". Darin zu finden sind Zeichnungen europäischer Stadtzentren des Mittelalters.

Und genau dieses Nachschlagewerk ist es, das für den Denkmalschützer Gert Jubisch, Kurator der Denkmalspflege in Oschatz am heutigen Tag eine ganz besondere Bedeutung hat. Denn für viele Menschen sind Denkmale, die Personen zeigen, ein Sinnbild auf einem Podest oder ähnliches. Und jedes Jahr im September öffnen Denkmale für Interessenten ihre Pforten: Der Wasserturm in Oschatz zum Beispiel, der Ratssaal im Rathaus, die Klosterkirche und andere historische Einrichtungen. Hier können Denkmale in Wort und Geschichte gefasst werden.

"Jede Ortschaft hat ihren eigenen Charakter und auch ein Alleinstellungsmerkmal. Diese Einzigartigkeit muss herausgearbeitet und präsentiert werden, nicht ignoriert oder sogar vernichtet. Nur so können Besucher überzeugt werden, der Stadt oder dem Dorf einen Besuch abzustatten, und zwar mit dem Ziel, sich diese Besonderheit anzusehen", so der Kurator. Um Erfolg zu haben, brauchten Städte und Gemeinden ein Konzept.

Während seiner Zeit als Chef der Bauabteilung im Rathaus habe er im Zusammenhang mit Denkmalen immer auch seine Register gezogen. "So konnte der Neumarkt so saniert werden, wie er sich heute zeigt. Und wir haben das Vogtshaus, das gerade so vor der Abrissbirne gerettet werden konnte."

Das Marktbild in Oschatz sei etwas Besonderes, sagte er gegenüber der OAZ. Geprägt wurde es durch die Entwicklung der Industrie, des Dienstleistungsbereiches und die Lage der Stadt an der Via Regia, der West-Ost-Trasse.

Einfluss darauf habe auch die sächsische Kirchengeschichte gehabt, so Jubisch, der in diesem Zusammenhang die Klosterkirche nennt und die Ergebnisse der Grabungen 2007 (wir berichteten), als bei Straßenbauarbeiten das Skelett des so genannte Kloster-Özis gefunden wurde. Was den Denkmalschutz betrifft, sitzt auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit im Boot. "Mit ihrer Unterstützung konnten die St. AegidienKirche und das Viadukt entsprechend saniert und damit erhalten werden", erinnert Jubisch.

Manchmal jedoch ist er traurig und wütend. "Wenn nichts für den Denkmalschutz getan würde, geht auch die Identität verloren, das Heimatgefühl."

Wenn er sehe, wie verdreckt manche Ecken in der Stadt sind und wie unvernünftig manche Menschen, die ihren Müll in der Landschaft deponieren, sorgt sich Gert Jubisch um Ethik und Moral. "Das tut mir in der Seele weh", sagt er und wünscht sich, dass Menschen ihr Heimatgefühl überdenken. © Kommentar

Gabi Liebegall

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