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Oschatz Oschatzer schließt uralte Brandwunde in der Stadtkirche
Region Oschatz Oschatzer schließt uralte Brandwunde in der Stadtkirche
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00:29 26.03.2018
Sitzen im sanierten Raum über der Nordsakristei: Thomas Voigtländer, Simone Schäfer, Frank Schuster, Christof Jochem, Wolfgang Ryll, Frank Schöche und Berthold Zehme (von links) Quelle: Fotos: Thomas Malik/ Christian Kunze
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Oschatz

Der 7. September 1842 war ein schwarzer Tag für Oschatz: Um kurz nach 9 Uhr entfachte sich, begünstigt durch Hitze und Trockenheit, ein Feuer im Hintergebäude der Fleischerei Friedrich Rost. Zum Verhängnis wurde ein starker Nordwest-Wind. Die Flammen griffen auf weitere Häuser über, zerstörten in Folge knapp 300 Gebäude, unter ihnen die St. Aegidienkirche.

Ein Raum blieb bei der anschließenden Sanierung außen vor. Diese letzte Brandwunde über der Nordsakristei ist nun geschlossen. Der Förderverein Rettet St. Aegidien hat investiert – und nutzt den Raum künftig als Lager.

Platz für angesammeltes Inventar

Der einstige Versammlungsraum der vor der Reformation in Oschatz tätigen Kalandsbruderschaft zum heiligen Jakobus war in den Plänen des damals beauftragten Nürnberger Architekten Alexander Freiherr von Heideloff zum Wiederaufbau nicht vorgesehen. Vor rund einem Jahr dann rief der Kirchenförderverein „Rettet St. Aegidien“ dazu auf, die denkmalgerechte Instandsetzung dieses Zimmers finanziell zu unterstützen.

Seit der Vereinsgründung vor nun bald 27 Jahren hat sich vieles bei den ehrenamtlichen Kirchenbewahrern angesammelt. „Unsere Utensilien waren bisher bei Mitgliedern privat zu Hause untergebracht. Ein ordentliches Lager fehlte uns. Das wollten wir ändern, den Raum sanieren und ihn fortan als unser Lager nutzen. So haben wir alles unter einem Dach. Idealer geht es wirklich nicht“, meinte damals Vorsitzender Berthold Zehme. Das ist nun gelungen, Zehme dankt allen, die dazu beigetragen haben.

Der Raum vor der Sanierung. Quelle: Thomas malik

Weitere Sanierung nötig

Beteiligt waren an der Umsetzung ausschließlich regionale Partner: der Bauplaner Frank Schuster, das Bauunternehmen Voigtländer, die Elektro Ryll GmbH Ryll sowie die Tischlerei Holzwelten.

Gleichwohl ist die Arbeit von „Rettet St. Aegidien“ längst nicht beendet. Denn ein Bauwerk wie die Oschatzer Stadtkirche bleibt immer eine Baustelle. Hier ist der Vergleich zum Kölner Dom durchaus treffend. So haben sich in den Phialen der Türme Risse gebildet, die Sandsteinspitzen bedürfen erster Ausbesserungsarbeiten und der Salpeter nagt an der Sonnenuhr. All das soll in den kommenden Monaten berücksichtigt werden.

Der Raum nach der Sanierung. Quelle: privat

Neue Schirmherrin für Musikherbst

Welche weiteren Vorhaben im Jahr 2018 umgesetzt werden sollen, darüber können Interessierte am Abend des 17. April, ein Dienstag, mehr erfahren. Der Verein lädt an diesem Tag ab 19 Uhr zu einer öffentlichen Mitgliederversammlung. Auf der Tagesordnung steht dann auch die turnusmäßige Neuwahl des Vorstandes.

Fest steht bereits, dass es in diesem Jahr wieder einen Oschatzer Musikherbst geben wird. Neue Organisatorin ist Berthold Zehmes Schwiegertochter Sandra Zehme. Sie löst Lutz Naake nach elf Jahren ab. Einen guten Start hat sie auf jeden Fall, denn die Lebensgefährtin des neuen sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), Annett Hofmann, übernimmt die Schirmherrschaft für den Musikherbst.

Türmerwohnung ab Ostern geöffnet

Des Weiteren stehen die rund 40 Oschatzer Türmersleute in den Startlöchern. Die historische Wohnung im Südturm von St. Aegidien öffnet ab Ostersonnabend wieder für Besucher. Aufstiege sind dann möglich dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr sowie an den Wochenenden von 11 bis 17 Uhr.

Von Christian Kunze

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