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Oschatzer stellt bei urbanem Kunstfestival in Chemnitz aus

Kunst Oschatzer stellt bei urbanem Kunstfestival in Chemnitz aus

Eine kreative Arbeit hat Christian Naumann schon immer gesucht. Als gelernter Autolackierer oder Leiharbeiter bei einem Autohersteller hatte er dazu keine Chance. Vor reichlich einem Jahr fasste der in Oschatz Aufgewachsene den Entschluss, freiberuflich als Künstler zu arbeiten. In diesen Tagen stellt er auf dem Festival der urbanen Kunst „IBUg“ in Chemnitz aus.

Sein Exponat, die Gottesanbeterin, hat Christian Naumann aus Material gefertigt, das er in der Industriebrache vorfand.

Quelle: Christian Naumann

Oschatz/Chemnitz. Christian Naumann hat die Oschatzer Mittelschule West besucht und in der Stadt Fahrzeuglackierer gelernt. Bereits damals spürte er in sich den Drang zur kreativen Tätigkeit, für die er in diesem Job keinen Platz fand. Das wurde nicht wesentlich besser, als er sich in Europa umsah und dabei unter anderem als Gerüstbauer in den Niederlanden arbeitete. Oder nach seiner Rückkehr nach Deutschland, als Leiharbeiter bei einem Autohersteller.

Vor reichlich einem Jahr hat er den Schritt gewagt, sich von tatsächlichen oder scheinbaren Sicherheiten zu lösen und als Künstler arbeiten und davon leben zu wollen. Derzeit stellt er auf der Ibug in Chemnitz aus – zwischen Künstlern aus 80 Ländern. Die Abkürzung steht für Industriebrachenumgestaltung. An lediglich zwei Wochenenden sind in einem verlassenen Industriegebäude – in diesem Jahr ist das die ehemalige Spezialmaschinenfabrik in der Chemnitzer Lerchenstraße – Streetart und Graffiti, Illustrationen und Installationen, Malerei sowie multimedialen Projektionen zu sehen.

„Ich bin im Internet auf die Ibug aufmerksam geworden“, erzählt Christian Naumann, der inzwischen in Leipzig lebt. Dass man auf Wände malen kann, wusste er bereits vorher. Beim Festival werde aber die Kunst oft aus der Wand herausgearbeitet. Das habe ihn fasziniert und so habe er sich zunächst als Helfer angemeldet. „Das war mal ganz verpönt, so etwas dort zu machen, wo man es darf“, erklärt der in Oschatz Aufgewachsene. Mittlerweile habe sich die Einstellung dazu geändert. Das zeige sich an der gewachsenen Resonanz auf die Ibug, bei der in diesem Jahr über 100 Künstler ihre Werke zeigen. Christian Naumann ist diesmal einer von ihnen. Er hat eine Skulptur aus Holz, Metall und Glas errichtet. Das besondere an dieser Gottesanbeterin ist die Tatsache, dass er die Materialien dafür in der Industriebrache zusammengetragen hat. Sogar die Farne und Moose, auf denen die Skulptur steht, hätten sich schon im Haus angesiedelt gehabt.

„Die Ibug ist als für den Verkauf von Kunstwerken nicht von großer Bedeutung“, betont Christian Naumann. Vielmehr sieht der 31-Jährige das Festival als Kontaktbörse und Möglichkeit der Präsentation. Skulpturen errichte er zum Beispiel auf Musikfestivals. Dafür müsse man sich bewerben, Preise aushandeln. Bekanntheit könne da nicht schaden. Weitere künstlerische Standbeine von „Chico“, dem Namen unter dem er in der Szene eher bekannt ist, sind Leinwandmalerei sowie Lightpainting – also Fotos mit langen Belichtungszeiten, in die LED-Effekte eingebaut sind, nicht per Computerprogramm, sondern vor dem Objektiv.

Derzeit arbeitet Christian Naumann von zuhause aus, sucht aber nach einem Atelier. Das müsse nicht zwangsläufig in Leipzig sein, könne sich durchaus auch in der alten Heimat befinden.

Die Ibug ist am Freitag, ab 15 Uhr, sowie am Sonnabend und Sonntag, ab 10 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist 19 Uhr.

Von Axel Kaminski

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