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Oschatz Oschatzer treffen sich zum Frühlingströdelmarkt
Region Oschatz Oschatzer treffen sich zum Frühlingströdelmarkt
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16:15 13.05.2018
Marlies Kretzschmar aus Oschatz (Mitte) feilscht mit einer Kundin um den Preis für ein Kaffeeservice an ihrem Stand in der Altoschatzer Straße. Quelle: Foto: Christian Kunze
Oschatz

Wer trennt sich schon gern von alten, liebgewonnen Dingen oder überwindet sich tatsächlich, Schrott von wertvollen Sachen zu trennen? Und trotzdem muss es sein. Hilfe leistet dabei der Oschatzer Trödelmarkt rund um das Stadt- und Waagenmuseum. Am Sonnabend trafen hier wieder 150 Händler auf potenzielle Käufer. Doch nicht das Schnäppchenjagen ist da entscheidend.

Das große Geld ist nicht zu machen

Viel wichtiger, so die meisten Trödler, ist das Gespräch mit dem Kunden – oder mit dem Standnachbarn. In den zurückliegenden Jahren haben sich etliche Stammteilnehmer gefunden, die nur selten pausieren. Sie alle schwören, wie etwa Marlies Kretzschmar aus dem Fliegerhorst, auf einen bestimmten Platz. „Ich sichere mir seit Jahren die Altoschatzer Straße, hier ist einfach am meisten los“, sagt sie. Im Angebot hat sie Trödel von sich selbst, ihrer Tochter und der Schwiegertochter. „Man glaubt gar nicht, was sich in einem Jahr alles so ansammelt“, sagt sie. Das große Geld machen möchte sie hier nicht. „Hauptsache es wird Platz zu Hause und die Standgebühr kommt wieder rein und man hat die ein oder andere interessante Begegnung oder feiert Wiedersehen. Es ist eine gute Tradition sich hier zu treffen, heißt es. Mancher Trödler trifft hier gar Menschen an, die er sonst das ganze Jahr nicht sieht. Welch origineller Rahmen für eine Verabredung.

Mehr als nur die Standgebühr wieder einzunehmen, das erhoffen sich die Mädels der Klasse 5/1 des Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasiums. Ihr Trödelstand im schattigen Areal an der Promenade dient zur Aufbesserung der Klassenkasse – für Projekte, Abschlussfahrten und Feste. Cecile Zaspel und Mia Wallnisch stehen heute gemeinsam mit einer Klassenkameradin und ihren Müttern hier- und verkaufen das, was in der Klasse gesammelt wurde. Auch die Eltern haben zu Hause ausgeräumt und etwas beigesteuert. Sie unterstützen ihre Töchter. Am frühen Nachmittag haben sie ihr selbst gestecktes Ziel erreicht und 100 Euro eingenommen. Es war das erste Mal, das die Kinder hier etwas verkauft haben - aber mit Sicherheit nicht das letzte Mal. „Im September ist wieder Trödelmarkt, da haben wir uns schon fest vorgenommen, wieder mitzumachen, der Termin ist gesetzt“, sagt Mutter Mandy Zaspel. Ob dann allerdings auch die gleichen Kinder hier stehen, bleibt abzuwarten.

Im Herbst gibt es eine Neuauflage

Ebenfalls sein Kinderzimmer auf den Kopf gestellt hat der neunjährige Paul Neugebauer aus Oschatz. Schon zum zweiten Mal macht er beim Trödelmarkt mit, um sein Sparschwein zu füllen. „Damals hatte mich die Mutter einer Freundin überredet, zu trödeln, die hier schon öfter selbst einen Stand hatte“, berichtet der Junge. Beim ersten Mal im vergangenen Jahr sei es zwar besser gelaufen als dieses Mal. Aber im Herbst wird er wieder mit von der Partie sein.

Eine Premiere ist der Oschatzer Trödelmarkt für Jens Tessmann und Stephanie Schöps. Die beiden Oschatzer haben sich ein wenig verspätet und deshalb nicht mehr den Platz für ihren Stand bekommen, der ursprünglich vorgesehen war. Das Fazit der Premiere fällt bei ihnen nicht nur positiv aus. „Wir hatten uns etwas mehr erhofft. Aber vielleicht lag es auch daran, dass parallel in Riesa Flohmarkt ist“, vermutet Stephanie Schöps.

Von Christian Kunze

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