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Oschatz Oschatzer zeigen Solidarität mit Freunden in Frankreich
Region Oschatz Oschatzer zeigen Solidarität mit Freunden in Frankreich
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Michelle Wolf (17), Natalie Weiß (30), Steven Hentschel (29) und Mary Hübner (27) (v.l.) gedenken in einer Schweigeminute den Opfern der Terroranschläge in Paris. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz

"Die schrecklichen Ereignisse in Paris zeigen uns, wie wichtig die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich ist. Wir stehen für unsere Werte und unsere Vorstellungen eines Lebens in einer freien und demokratischen Gesellschaft eng zusammen." Das hat Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) im sozialen Netzwerk Facebook gepostet. "Um seine Gedanken zu den Attentaten zum Ausdruck zu bringen", so die Stadtsprecherin Anja Seidel

In einem Brief an die Hauptverwaltung der Oewa Wasser und Abwasser GmbH in Leipzig brachten der Verbandsvorsitzende des Döbeln-Oschatzer Wasserverbandes, der Dahlener Bürgermeister Matthias Löwe, und Geschäftsführer Hans-Jürgen Gemkow ihre Empörung zum Ausdruck. Die Oewa gehört zum französischen Konzerns Veolia. "Sehr geehrter Herr Hequet, sehr geehrter Herr Mittelberger, ...die 16 Städte und Gemeinden des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz arbeiten seit 22 Jahren in der Trinkwasserversorgung für 105.000 Einwohner in enger und erfolgreicher Partnerschaft mit der Oewa Wasser und Abwasser GmbH, einem Unternehmen von Veolia mit Sitz in Paris zusammen. In diesen schweren Stunden möchten wir Ihnen und Ihren französischen Landsleuten stellvertretend für die 16 Städte und Gemeinden unser tief empfundenes Mitgefühl zum Ausdruck bringen."

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) hatten für gestern eine Schweigeminute um 12 Uhr ausgerufen, um Anteilnahme an den Anschlägen in Paris zeigen und den Opfern gedenken zu können. Was international beschlossen wurde, fand seinen Weg auch in den Tagesablauf hier vor Ort. Das private Bildungszentrum für soziale und medizinische Berufe in Oschatz nahm an der Schweigeminute teil - auch auf Wunsch der Schüler. "Wir wollen Solidarität zeigen", sagt der Schüler Steven Henschel. Der 29-Jährige ist wie alle Schüler der Schule geschockt von dem Terror in Paris. "Man bekommt eine gewisse Angst", so Mary Hübner. Die Anschläge würden immer näher kommen, es sei nicht mehr nur der nahe und ferne Osten, der betroffen ist. Die Frage, ob das jetzt schon Krieg ist, steht im Raum - nicht nur bei den Schülern, sondern in der ganzen Welt. Die Schweigeminute ist nicht die einzige Möglichkeit der Schüler geblieben, über die Nachrichten aus Frankreich nachzudenken. Im Bildungszentrum gab es auch eine aktuelle Stunde, in der jeder zu Wort kommen und seine Gedanken äußern konnte.

"Die Schüler haben Redebedarf", sagt Michél Kothe, Fachlehrer für Wirtschaft und Sozialpolitik, "sie wollen sich austauschen". Außerdem konnten Hintergründe klargemacht, über Menschenbilder sowie die notwendige Integration der Flüchtlinge gesprochen werden.

Von Gabi Liebegall und Andrea Schrader

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