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Oschatzerin Marie-Louise Fellmann ist Tänzerin aus Leidenschaft

Tanzen Oschatzerin Marie-Louise Fellmann ist Tänzerin aus Leidenschaft

Schon als Kind liebte Marie-Louise Fellmann das Tanzen – und diese Leidenschaft hat die inzwischen 21 Jahre alte Oschatzerin bis heute nicht losgelassen. Nachdem sie lange in Amerika lebte, startet sie nun wieder mit ihrer Tanzgruppe im Oschatzer Fechtverein durch.

Marie-Louise Fellmann (vorn) ist begeisterte Tänzerin.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Gerade erst wieder in Deutschland gelandet, geht für Marie-Louise Fellmann der Alltag mit einer neuen Herausforderung weiter. Denn das Studium hat begonnen. Da war nicht viel Zeit, einmal durchzuatmen. Und dennoch nahm sich die 21-Jährige die Zeit, wieder in ihrem Verein, dem Oschatzer Fechtverein, vorbeizuschauen und gleich mitzumachen. Nicht beim Fechten, nein, sie ist in der Tanzgruppe des Vereins. Und das bereits seit sie Laufen kann. „Meinen ersten Auftritt hatte ich mit drei Jahren“, erinnert sie sich noch heute. „Natürlich konnten wir damals noch nicht viel. Es ging wohl mehr darum, reinzulaufen und niedlich auszusehen. Es war der Kuscheltiertanz. Wir trugen alle einen Schlafanzug und sind vor einem Gespenst davongelaufen. Unsere Kuscheltiere haben uns über die Nacht getröstet“, erzählt sie lächelnd. „Damals haben wir einmal in der Woche trainiert. Später wurde es mehr. Es gab – und gibt auch heute noch – unterschiedliche Gruppen. Das hängt ganz vom Alter ab. Es gab eine Zeit, in der ich in mehreren Gruppen aktiv war. Ich war schon alt genug für die Erwachsenengruppe, aber auch noch so jung, um bei den Jugendlichen mitzutanzen. Wir waren wirklich eine herausragende Gruppe. Wir waren alle seit Jahren dabei und haben zusammen gut funktioniert, bis wir schließlich alle das Abitur gemacht haben. Dann wurden wir in verschiedene Windrichtungen verstreut.“

Doch nach und nach kamen die alten Gruppenmitglieder wieder zurück nach Oschatz. „Bis auf zwei sind wir seit September wieder vollständig“, kann Marie-Louise Fellmann freudig berichten, denn das Training wurde bereits wieder aufgenommen. Jeden Freitag wird jetzt trainiert, denn sie wollen wieder auf der Bühne zeigen, was sie können. Zur Zeit entwickeln sie eine Choreografie, doch im Sommer kann es wieder losgehen. „Bei der zweiten kleinen Landesgartenschau sind wir auf alle Fälle dabei.“

Es gab eine Zeit, da waren es gleich elf Auftritte in einem Monat. Dazu zählten aber nicht allein die Auftritte auf großen Stadtfesten, sondern auch auf Familienfeiern oder Auftritte bei Freunden. „Das war zwar stressig, hat aber wirklich ungemein viel Spaß gemacht. Ich bin bei Auftritten mittlerweile total entspannt. Die Angst ist weg. Ich könnte natürlich niemals auf eine Bühne gehen und singen, aber beim Tanzen ist das etwas völlig anderes“, sagt Marie.

Showtanz, Ballett, Modern Dance und Hiphop

Die Gruppe arbeitet gerade an einem Showtanz, der Ballett, Modern Dance und Hiphop miteinander verbindet. Ein eigenes Thema darf da natürlich nicht fehlen. „Unser Motto lautet ,Irrenhaus’. Hier werden verschiedene Emotionen widergespiegelt. Wir tanzen wie in einer Zwangsjacke. Das bedeutet, dass der erste Teil komplett ohne Arme getanzt wird. Es ist verrückt und teilweise auch etwas gruselig. Doch ich finde, es sollte dabei auch etwas rübergebracht werden. Es sollte nicht nur stur getanzt werden.“ Um neue Ideen zu bekommen, fahren die Mädels auch regelmäßig nach Riesa zur Weltmeisterschaft im Showtanz. „Wir schauen nur zu. Um hier teilnehmen zu können, muss man an Meisterschaften teilnehmen. Hier muss man verschiedene Voraussetzungen erfüllen, darunter das passende Alter aller Tänzer, was bei uns nicht den Vorgaben entspricht. Wir fahren dafür jedoch gerne nach Eilenburg zum Freundschaftsturnier. Und wir halten auch immer die Augen nach anderen Turnieren offen, haben schon an vielen teilgenommen und immer die vorderen Plätze erzielt. Nur bei unserem allerersten Turnier belegten wir lediglich den fünften Platz. Doch sonst waren wir immer um einiges besser.“

Nicht nur das Auftreten mache dabei Spaß. Auch das Planen, Schminken und Anziehen begeistert die jungen Frauen. Gekleidet wird sich immer passend zum Thema. „Meine Mutti näht die Kostüme selbst. Und das bereits von Anfang an. Es sind mittlerweile so viele Kostüme, dass sie nicht mehr bei uns in den Kellern gelagert werden, sondern jetzt in einem Gebäude ganz in der Nähe der Turnhalle. Für die Karnevalisten gibt es einen Katalog, in dem viele schöne Sachen zu finden sind. Da kann es aber auch passieren, dass diese Sachen auch andere tragen. Wir dagegen wollen etwas Individuelles und sind froh, dass wir jemanden haben, der unsere zum Teil auch ausgefallenen Wünsche umsetzt.“ Oft werden auch die alten Kleidungsstücke nochmal hervorgeholt, zeitgemäß angepasst und wieder mit neuem Glanz getragen.

Früher hat Marie-Louise Fellmann nicht nur selbst getanzt, sondern auch zusammen mit ihrer Cousine die Choreografie für die mittlere Gruppe entwickelt. „Meistens entsteht so ein Ablauf im Kopf. Wenn man bereits so viele Jahre tanzt, fällt einem das gar nicht mehr schwer. Zudem sehen wir uns oft Tanzvideos im Internet an, die uns inspirieren. Wichtig ist auch, dass die Tänzer eigene Ideen einbringen. Die Kleinsten zum Beispiel haben sich für das neue Lied aus dem Film ,Bibi und Tina’ entschieden. Das lieben sie alle. Sie sind noch mehr motiviert, wenn sie mitentscheiden können“, so die Oschatzerin, die stets ins Schwärmen gerät, wenn sie vom Tanzen spricht. Kein Wunder. Musste sie das Tanzen doch für knapp zwei Jahre fast komplett einstellen. Wieso? „Ich habe mir nach dem Abitur einen lang ersehnten Wunsch erfüllt.“ Dieser Wunsch war es, als Au Pair ins Ausland zu gehen. Ihr Ziel war: Amerika. Hierher ging es jedoch erst im Februar 2014.

Siesta in Madrid

Um die Zeit zwischen Abitur und Au Pair in Amerika zu überbrücken, flog sie im September 2013 nach Madrid. „Die hatten dort wirklich ganz andere Zeiten. Am Nachmittag gab es erst einmal zwei Stunden Siesta. Da wurde die Arbeit komplett niedergelegt. Jedoch wurde aus diesem Grund wirklich sehr lange gearbeitet. Gegessen haben wir manchmal erst kurz vor Mitternacht. Oft gab es selbstgemachte Burger und Pommes. Meistens war ich danach nochmal im großen Spiegelsaal in meiner Unterkunft und habe etwas getanzt, damit ich nicht mit vollem Magen ins Bett gehen musste. Auch die Kultur war komplett anders. Doch auch wenn es eine ziemliche Umstellung für mich war, habe ich die Zeit dort sehr genossen.“

Beim Au-Pair-Programm konnte sie sich nicht aussuchen, wohin sie ihr Weg in Amerika führte. Und so verschlug es sie nach Orlando in Florida, wo sie im Haus eines alleinstehenden, wohlhabenden Mannes auf dessen drei Kinder aufpassen sollte. „Als ich ankam, waren die Zwillinge drei und die große Tochter fünf Jahre alt. Ich vermisse sie furchtbar“, sagt Marie Fellmann heute. Doch es begann alles gar nicht so einfach, erzählt sie. Denn die drei Kinder wurden von ihrem Vater ziemlich verwöhnt und machten es ihr und dem anderen Au Pair alles andere als leicht. Doch mit viel Durchhaltevermögen und auch ein bisschen Strenge gewann sie schließlich doch noch das Herz der drei Kinder. „Es war eine so schöne Zeit. Ich wollte gar nicht mehr zurück und verlängerte sogar um ein halbes Jahre.“ Gemeinsam mit den Kindern ging es oft nach Disney Land, zu den Universalstudios oder in andere Freizeitparks. Sie haben den Strand besucht und auch gemeinsam getanzt. „Oft wollten die Kinder aber auch, dass ich ihnen einfach nur etwas vortanze. Sie zückten ihre iPhones und spielten ihre Lieblingsmusik ab. Die Kinder dort haben alle sehr zeitig Smartphones. Die Kleinen waren auch bereits in der Schule, bevor es in den Kindergarten ging. Das ist dort ganz normal. Doch ich fand es schon sehr schlimm, dass sie so lange in der Schule sein mussten und so viel zu lernen hatten. Ich konnte auch ihre Abschlussfeier noch mit besuchen. Sie hatten alle kleine Absolventenkappen auf. Das war schon süß. Der Kindergarten in Amerika ist auch eine Art Schule, bevor es dann offiziell losgeht.“

Auftritte im Sommer

Marie-Louise Fellman hat viele Eigenarten der Amerikaner hautnah erlebt. Für sie von Vorteil, denn mit einem Video über genau diese Besonderheiten bewarb sie sich für einen Studienplatz als Medienmanagerin in Mittweida und wurde auch angenommen. Als sie im September 2015 wieder in Deutschland ankam, hatte sie nur wenige Tage bis das Studium dann Ende des Monats begann. „Ich finde es super“, so ihr Fazit nach einem halben Jahr. „Hier kann ich kreativ und praktisch arbeiten. Nach dem Grundstudium, das insgesamt zwei Semester geht, muss ich mich für einen Hauptstudiengang entscheiden. Ich denke, dass ich Filmproduktion wählen werden. Ich plane immer Stück für Stück. Ich weiß auf alle Fälle, dass ich im Sommer 2017 noch einmal zu meiner Gastfamilie nach Florida zurückkehren werde. Mein Gastvater hat mir ein Flugticket als Abschiedsgeschenk überreicht. Darauf freue ich mich schon sehr. Mit den Kinder schreibe ich mir noch viel per WhatsApp oder wir Skypen.“

Auch nach ihrem Studium soll es noch einmal für eine etwas längere Zeit ins Ausland gehen. „Ich möchte noch andere Ecken der Welt kennenlernen. Ich habe schon viel von Amerika gesehen, daher will ich dann lieber nach Asien, Afrika und auf alle Fälle nach Australien. Sollte es mich später beruflich in die Ferne verschlagen, könnte ich mir Amerika gut vorstellen.“ Doch all das steht noch in den Sternen. Das Tanzen aber, das sie in der Zeit im Ausland sehr vermisst hat, kann sie nun wieder in vollen Zügen genießen. Und so freut sie sich schon auf die ersten Auftritte im Sommer, wenn die Choreografie sitzt und neue Kostüme genäht sind.

Von Kristin Engel

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