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Oschatzerin wird Floristen-Meister mit einem indischen Baldachin

Handwerk Oschatzerin wird Floristen-Meister mit einem indischen Baldachin

Der Oschatzerin Annegret Zschage fällt ein Stein vom Herzen. Sie hat ihre Floristik-Meisterprüfung bestanden. Und das sogar als Beste. Dafür opferte sie jedoch auch jede Menge Zeit, Geld und Nerven. All dies hätte sie nie ohne die Unterstützung ihrer Familie, Freunde und dem Team geschafft. Gemeinsam zauberten sie Stücke aus Tausendundeiner Nacht.

Zur Prüfung fertigte Annegret Zschage (Mitte) mit der vorausgehenden Unterstützung ihrer Eltern ein Baldachin mit indischen Flair.

Quelle: privat

Oschatz/Pillnitz. Erleichtert kann die Oschatzerin Annegret Zschage jetzt durchatmen. Eine schwere Meisterprüfung liegt hinter ihr. Auch wenn ihr nun ein Stein vom Herzen fällt, wird sie die eineinhalb Jahre an dem Dresdener Institut für Floristik (DIF) in guter Erinnerung behalten. Nach einem halben Jahr Meisterprüfung hält sie nun stolz ihren Meisterbrief in ihren Händen. Dieser wird bald den Blumenladen Glanzzeiten von Blumen Liebender in der Lutherstraße in Oschatz zieren. „Die Prüfung begannen mit dem schriftlichen Teil. Diese ging zwei Tage lang. Erst hier haben wir die Aufgabe für die praktische Prüfung bekommen. Schon damals sollten wir erste Ideen für die Umsetzung der 0,7 bis einen Quadratmeter großen Pflanzung entwickeln. Dabei musste der Bezug zum indischen Thema gegeben sein“, erinnert sich Annegret Zschage. Die Aufgabe für die Hausarbeit und für die praktische Prüfung der fünf Meisterschülerinnen nahm Bezug auf Gustav Hermann Krumbiegel, den Gärtner des Maharadschas, und Indien. Es galt, einen Tischschmuck mit raumgreifenden floralen Elementen für ein fiktives Abendabschlusstreffen zu entwerfen. Weiterhin sollte ein Blumenstrauß für die indische Botschafterin erarbeitet und eine Pflanzung passend zu Krumbiegel und seiner Geschichte angefertigt werden.

Bezug zu Indien und Deutschland

„Für die Umsetzung der praktische Prüfung hatten wir eineinhalb Monate Zeit. Neben den floristischen Elementen war auch die Einbeziehung von Stoffen gefordert. Natürlich im Bezug zu Indien und Deutschland. Jeder Prüfling hatte ein anderes vorgegebenes Farbthema. Meines ging in die Richtung Senfgelb, Braun und Orange. Ein Punkt war jedoch auch Dunkelblau. Ich habe mich als raumgreifendes florales Element für ein Baldachin, also ein Zierdach aus Blüten entschieden. Ich hatte eine große Werkstoffauswahl und über 50 verschiedene Blüten, Früchte und Blätter. Darunter waren edle, bis hin zu rustikalen, fast ärmlichen Blüten. Dies sollten die Unterschiede zwischen dem prunkvollem Reich und die ärmlichen Gegenden in Indien symbolisieren“, so die Oschatzerin. Sie ließ der Baldachin und der Tisch von der Drahtweberei Böhmert maßanfertigen. Sie hatte sich für einen Niedrig-Tisch, an dem sechs Personen Platz finden, entschieden. Ihr Vater hatte ihr hierfür ein Podest gebaut. Alles musste bis zum kleinsten Detail geplant werden. „Ohne die große Unterstützung meiner Familie und die Hilfe meiner Freunde und dem Team von Blumen Liebender hätte ich es niemals geschafft. Sie waren mir eine unglaubliche Hilfe. Es war wirklich viel Arbeit. Manchmal ergaben sich Ziele auch auf dem Weg. Man muss auch mal etwas probieren, um ans Ziel zu kommen.“

Praxisprüfung im Schloss Pillnitz

Die fünf Teilnehmerinnen mussten in einer mündlichen Prüfung ihre Arbeiten eineinhalb Wochen vor der Praxisprüfung vorstellen. Am 15. und 16. September war es dann im Ostflügel der Orangerie in Pillnitz soweit. Am Donnerstag hatten die Prüflinge fünf Stunden Zeit, um ihren Tischschmuck mit den floralen Elementen zu fertigen. „Ein wenig durfte bereits im Vorfeld vorbereitet werden. Ich hatte mich als Befestigungsmöglichkeit der Werkstoffe für die Kletterhortensie entschieden. Diese hat sich überall durchgezogen. Ich hatte einen Tisch mit einer Aussparung in der Mitte. Während das Blütendach in den Farben gelb und braun gehalten wurde, griff ich beim Tischschmuck das Dunkelblau von der Farbvorgabe auf. Die Clematis sorgten für eine Verbindung zwischen Tisch und Baldachin und die Weintrauben wiesen auf Krumbiegel hin, der auch in Indien Weintrauben anbaute.“ Sie zählte noch unzählige Blumenelemete in ihrer Arbeit auf. Darunter die Dahlien, Feuerbohnen, Lonicera, Blauregen oder Anis. Nachdem die Zeit für das Anfertigen des floralen Elements abgelaufen war, ging es gleich mit den Vorbereitungen für den zweiten Teil weiter, um am nächsten Tag alles für die Gestaltung des Straußes und der Pflanzung bereitgestellt zu haben. Für diese hatten die Teilnehmer 45 beziehungsweise 60 Minuten Zeit. „Im Anschluss folgte die Auswertung. Wir wurden herein gerufen, hielten uns alle an den Händen. Wir waren ein gutes Team und haben uns auch gegenseitig unterstützt und uns mit Materialien ausgetauscht. So waren wir umso erleichterter als es hieß, dass alle fünf die Meisterprüfung erfolgreich bestanden hatten“, sagt Annegret Zschage.

Annegret Zschage mit bestem Ergebnis

Und noch eine weitere Überraschung gab es für die junge Frau. Denn sie lieferte das beste Ergebnis von allen ab. An diesem Tag fiel der ganze Stress von ihr ab. „Es war ein befreiendes Gefühl. Auch meine ganzen Kunden haben mitgefiebert. Von jeder Seite kamen nette Worte. Ich freue mich, dass ich mich jetzt „Floristen-Meister“ nennen kann. Ich bin die fünfte Generation in einem Familienbetrieb. Darauf bin ich stolz.“ Jetzt konzentriert sie sich auf das anstehende Weihnachtsgeschäft mit der Adventsschau am 26. November ab 14 Uhr bei Blumen Liebender in der Mühlberger Straße.

Von Kristin Engel

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